Automatisierung mit Menschenform Humanoide Roboter sollen Nvidias GB300-Server in den USA montieren

Von Manuel Christa 2 min Lesedauer

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Foxconn plant ein Pilotprojekt mit humanoiden Robotern, die Nvidias GB300-KI-Server fertigen sollen. Laut einem Reuters-Bericht soll die Produktion spätestens im ersten Quartal 2026 starten.

Humanoide Roboter in der Produktion: Nvidia und Foxconn wollen sie 2026 einsetzen.(Bild:  Nvidia)
Humanoide Roboter in der Produktion: Nvidia und Foxconn wollen sie 2026 einsetzen.
(Bild: Nvidia)

Foxconn und Nvidia verhandeln derzeit über die Integration menschenähnlicher Roboter in die neue Serverfabrik in Houston. Laut Reuters wären das die ersten humanoiden Maschinen, die Produkte von Nvidia herstellen und gleichzeitig der erste Einsatz solcher Roboter auf Foxconns KI-Server-Produktionslinie. Foxconn baut eigene humanoide Roboter in Kooperation mit Nvidia und erprobt zusätzlich Modelle von UBTech aus China. Zur Auswahl stehen zwei Varianten: ein zweibeiniger Roboter und ein auf Rädern basierendes Modell, das kostengünstiger wäre. Roboter-Prototypen mit Beinen und auf AMR-Basis sollen im November auf Foxconns Tech-Messe gezeigt werden.

Fest steht: Die Roboter sollen mit dem Produktionsstart der GB300-Server in Betrieb gehen, geplant ist das für das erste Quartal 2026.

Die Fabrik selbst ist erst im Entstehen. Sie soll Teil einer 500-Milliarden-Dollar-Initiative sein, mit der Nvidia über Foxconn in Houston und Wistron in Dallas KI-Supercomputer komplett in den USA produzieren will. Parallel zum Texas-Schlüsselprojekt mit Foxconn baut Nvidia eine weitere Produktionsstätte mit Wistron in Dallas auf: Beide Standorte sollen in 12 bis 15 Monaten in Serie gehen.

Houston als Testfeld für Mensch-Roboter-Kollaboration

Foxconn wählt Houston gezielt als Testumgebung: Die neue, großflächige Fabrik bietet ideale Voraussetzungen für den schrittweisen Einsatz fortschrittlicher Robotersysteme. Dort soll erprobt werden, wie humanoide Maschinen in reale Montageprozesse integriert werden können.

Nvidia ist bereits durch seine KI-Plattformen Partner vieler Roboterbauer. Das Unternehmen unterstützt unter anderem UBTech. CEO Jensen Huang prognostizierte im März den breiten industrielle Einsatz humanoider Roboter binnen fünf Jahren.

Welcher Robotertyp dort eingesetzt wird und in welcher Stückzahl, lässt Reuters bislang offen. Die aktuellen Ressourcen deuten aber darauf hin, dass es sich um einen schrittweisen Rollout handelt, zunächst Versuchsreihen mit kleinen Roboterscharen, danach stufenweise Skalierung. Foxconn und Nvidia verweigern bislang jeden Kommentar.

Strategisches Prestigeprojekt

Das Projekt ist mehr als ein Show-Anlass: Es steht für First-Mover-Potenzial in einem Segment, in dem Deutschland etwa mit Mercedes-Benz und BMW sowie Tesla bereits Testrunden mit humanoiden Robotern fährt. Wird das Modell reproduzierbar, öffnen sich neue Wege für Automatisierung selbst bei komplexen Montageprozessen.

Hinzu kommt der politische Druck: Die US-Regierung hatte mit Zöllen und Förderprogrammen die verstärkte Inlands-Produktion durchgesetzt. Nvidia und Foxconn setzen das in Texas jetzt in die Tat um – und schaffen Tausende Quadratmeter Fertigungsfläche, Hunderte Millionen Dollar Landkäufe in Houston inbegriffen.

Für Nvidia bedeutet das eine Festigung seiner Marktstellung als führender KI-Chip- und -Server-Hersteller und als Plattformgeber für die Robotikbranche. Für Foxconn wäre das ein Prestigeprojekt, das sein Engagement in den USA unterstreicht.

Humanoide Robotik im Praxistest

Beobachter weisen laut Reuters auf Risiken hin, ohne dass konkrete Personen oder Studien benannt werden: Welchen Mehrwert hat ein humanoider Roboter gegenüber standardisierten Industrierobotern? Die Antwort bleibt unklar, zumindest im Reuters-Bericht verweist niemand auf konkrete Vorteile. Und Fragen zu ROI, Wartung und Flexibilität stehen weiter im Raum.

Dennoch lässt sich festhalten: In Houston entsteht ein Pilotprojekt, das neue Wege in der Automatisierung erkunden könnte. Ob und wie humanoide Maschinen klassischen Robotersystemen überlegen sind, bleibt dabei noch offen. (mc)

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