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Hochwertiges MMI im Zeitalter von Tablets und Smartphones

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Thermisch oder Chemisch?

Das Thema Bruch- und Biegefestigkeit ist für viele ein wichtiges Kapitel. In welchem Umfeld wird das Gerät eingesetzt? Gibt es Anforderungen hinsichtlich der Splitterform (z.B. in medizinischen Bereichen)? Wieviel Joule Stoßkraft soll die Glas-Displayeinheit vertragen können?

Seitdem der ein oder andere Smartphonehersteller seine Geräte mit Gorilla-Glas ausstattet, ist dieses in aller Munde. Aber so exklusiv muss es gar nicht sein. Ein ausreichendes Maß an Kratzfestigkeit sowie Bruch- und Biegefestigkeit kann man schon beim sogenannten Vorspannen von regulären Float-Gläsern erzielen.

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Es gibt das thermische und das chemische Vorspannen. Wie der Begriff es andeutet, wird die Spannung im Material erhöht, so dass es den von außen einwirkenden Kräften mehr entgegenzusetzen hat. In Abhängigkeit von Glasstärke, Abmessung und Bedruckung kann diese Eigenschaft über ein chemisches Bad oder die Erhitzung im Ofen erreicht werden. Die beiden Prozesse erzielen vergleichbare Resultate, die sich aber signifikant im Scherbenbild unterscheiden. Auch hier sollten Sie sich Vor- und Nachteile vom Lieferanten erläutern lassen.

Für einige Anwendungen ist „Schutz vor Vandalismus“ von Bedeutung. Sofern es um die Einstufung der IK-Klassen geht (Definition des Stoßfestigkeitsgrades), können Referenzdesigns vom Lieferanten wichtige Anhaltspunkte geben und viel Mühen sowie Kosten ersparen (siehe Kasten „Der Stahlkugeltest“).

Der Stahlkugeltest

Dieser Begriff steht für die Ermittlung des IK-Stoßfestigkeitsgrades. Stahlgewichte werden in Form eines Hammers oder eines Pendels auf die Glasoberfläche fallen gelassen. Abhängig vom Gewicht (z.B. 0,5 kg) und der Fallhöhe (z.B. 70 cm) ergibt sich die Schlagenergie, welche etwa in der Klasse IK01 0,14 Joule beträgt. IK10 entspricht 20 Joule. Die Schlagenergie, bei der das Material bricht, gibt Auskunft über die Klassifizierung. Natürlich macht es einen Unterschied, ob eine Glasscheibe auf Beton oder einem weichen Untergrund liegt. Daraus lässt sich ableiten, dass die mechanische Konstruktion eine wichtige Rolle spielt. GLYN hat aus diesem Grund ein Referenzdesign diesem Test unterzogen. Ziel war es, eine Aussage über die Stabilität der Display-Touch-Einheit sowie die Wirksamkeit des chemischen Vorspannens treffen zu können.

Das Design

Über das Thema Design kann man sicherlich am meisten diskutieren. Aber nicht alle Optionen sind preislich sinnvoll. Hier gilt es das Notwendige vom Wünschenswerten zu unterscheiden. Die Kantenbearbeitung ist dabei sicherlich eine der wichtigeren Aspekte, da sie auch einen Einfluss auf die Bruchfestigkeit des gesamten Glases hat. In den seltensten Fällen darf wohl ein scharfer Grat stehen bleiben. Soll nun aber manuell oder maschinell geschliffen werden?

Die Antwort darauf hängt von der Bearbeitung der Ecken, der Fase sowie den Toleranzen der Gesamtmaße ab. Das i-Tüpfelchen wäre nun noch das Polieren der Kanten, was ebenfalls einen Einfluss auf den Preis hat. Um die Kantenbearbeitung im richtigen Licht zu betrachten, sollte man sich folgende Fragen beantworten:

  • Liegen die Kanten und Ecken offen (z.B. am Gehäuserand)?
  • Lebt das Gerät vom Design?
  • Sind Glastoleranzen von ±0,3 mm akzeptabel?
  • Ist eine definierte Fase (z.B. 0,5 mm bei 45°) gewünscht?

Wenn das Säumen der Kante als Pflicht bezeichnet werden kann, was ist dann die Kür? Es gibt noch eine Vielzahl von Bearbeitungsmöglichkeiten. Angefangen vom Facettenschliff, C-Kante, Nut, über wassergestrahlte Löcher bis hin zu Mulden ist vieles möglich.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Bedruckung. Hier gibt es die Wahl zwischen Digitaldruck und organischer sowie keramischer Farbe im Siebdruckverfahren. Viele Kunden setzen auf den zweischichtigen Druck mit organischer Farbe. Das Spektrum an möglichen Farben (z.B. RAL System) ist groß. Die Schichten können so aufgetragen werden, dass sie blick- und lichtdicht sind. Dies ist insbesondere dann von Bedeutung, wenn hinter der Dekorscheibe Lichtquellen sitzen (z.B. Hintergrundbeleuchtung des Displays). Im Gegensatz zu organischer Farbe bietet das Einbrennen einer keramischen Farbe zwei entscheidende Vorteile – die Farbe bleicht kaum aus und ist widerstandsfähiger gegen äußere Einwirkungen (Kratzer und Witterung). Lediglich die Farbauswahl sowie die Lichtdichtigkeit ist eingeschränkt.

An dieser Stelle können wir nur auf einen Teil der relevanten Kriterien eingehen. Für eine umfassende Beratung sollte der Display- und Glaslieferant eine Art Fragenkatalog mit dem Entwickler durchgehen. Die daraus resultierenden Entscheidungen können dann gut begründet dokumentiert werden. Gerade in Hinblick auf die Vermarktung des Endproduktes sowie die Auswertung von Feedback aus dem Markt ist dies sehr wichtig.

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