FBDi-Kompass

Hilfen fürs Materialhandling wie Recycling, Mülltrennung, Wiederverwertung

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Schonender Umgang mit Ressourcen

Der Fokus liegt immer auf der Schonung der Umwelt, besonders im Hinblick auf die nächstfolgenden Generationen. Natürlich ist eine eingeschränkte Verwendung von gefährlichen Stoffen und die kontrollierte Rückgewinnung lobenswert. Dennoch verursachen beispielsweise REACh (und damit zusammenhängend die ElektroStoffV oder die ChemSanktionsV) die eine oder andere Panikattacke unter Laien in den Unternehmen.

Dass die Verordnungen effektiv wirken, zeigt beispielsweise das Batteriegesetz (BattG bzw. 2006/66/EG): Am 1.12.2009 startete das BattG-Melderegister beim UBA (Umweltbundesamt) in Deutschland, um sicherzustellen, dass jeder Hersteller seine abfallwirtschaftliche Produktverantwortung erfüllt. Bilanz bis heute: Rund 5000 Hersteller sind angemeldet. Pro Jahr werden mehrere 1.000 Tonnen an wertvollen Metallen wiedergewonnen, und die teilweise enthaltenen Schwermetalle gelangen nicht mehr in die Umwelt.

Nicht bei allen Direktiven funktioniert das korrekte Material-Handling so gut, wie das Beispiel der Verpackungsverordnung über die Vermeidung und Verwertung von Verpackungsabfällen (94/62/EG; VerpackV) zeigt: Setzt ein Hersteller oder Händler Verpackungen ein, die letztendlich beim Endkunden in haushaltsnahen Sammelbehältern landen, muss er seinen Anteil für diesen Schritt der Abfallentsorgung beitragen. Seit der neuesten Novelle ist auch der Online-Handel betroffen, schließlich erfolgt der Versand in Kartons oder ähnlichen Verpackungen – obwohl das vielen nicht klar ist.

Der FBDi-Kompass hilft, Strafen zu vermeiden

Das überrascht nicht wirklich, weil der Durchblick bei über 30 EU-Regularien und schwer verständlichen Texten oft schwerfällt. Und so resignieren viele Unternehmen bereits im Vorfeld. Doch Dummstellen oder Ignorieren der Vorschriften kann ebenso wie deren Missinterpretationen zu Strafen führen. Denn die verstärkte Marktüberwachung durch die Behörden und den Zoll ahndet Verstöße als Ordnungswidrigkeit und mit teilweise hohen Bußgeldern, sogar bis hin zum Vertriebsverbot und Produktrückruf (sh. RAPEX Liste).

Genau hier setzt der FBDi-Kompass an: Unabhängig von der Branche ist er auf alle Produkte anwendbar. Das macht ihn für Bauelemente- oder Gerätehersteller, Importeure und Händler quer durch sämtliche Märkte zur wertvollen Navigationshilfe. Beispielsweise können sowohl Unternehmen der Beleuchtungsbranche als auch Medizintechnik, die gleichermaßen von RoHS betroffen sind, auf diesen Leitfaden setzen.

Mit der Zusammenfassung der EU-Regularien auf weniger als 150 Seiten klassifiziert er sich als übersichtliche Handlungshilfe, um Strafen zu vermeiden und somit das Risiko für Unternehmen verringern. Vor allem können KMUs hiervon profitieren, da sich diese oftmals keine zusätzlichen Ressourcen (intern wie extern) leisten können.

Dieser Kompass ist das bislang größte Projekt des FBDi-Arbeitskreises Umwelt&- Compliance. Wer nur für Teilbereiche Unterstützung sucht, findet diese in weiteren Leitfäden, die auf einzelne Verordnungen abzielen (z.B. BattG, Traceability, EuP, Verpackungsverordnung). Alle verfolgen das gleiche Ziel – ein gemeinsames Verständnis und eine Vereinfachung in der Kommunikation entlang der Lieferkette, um die Einhaltung rechtlicher, anwendbarer Anforderungen zu fördern.

* Beate Lorenzoni ist Inhaberin der Agentur Lorenzoni

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