Der Aufbau komplexer Chips ist vergleichbar mit dem Hausbau: Wenn das Grundstück teuer ist, baut man in die Höhe. Die einzelnen Etagen sind meist für verschiedene Aufgaben optimiert. Und das Treppenhaus bestimmt, wie schnell man von einem Geschoss ins nächste kommt.
Heterogene Integration: Bei seinen Agilex-FPGAs verbindet Intel Einzelchips (Chiplets) per EMIB-Interconnects (Embedded Interconnect Bridge) zu einem komplexen Chipsystem.
(Bild: Intel)
In der Industrie sehen wir immer mehr Beispiele dafür, dass funktionsreiche Systeme durch heterogene Integration mithilfe 2,5-D- oder 3-D-Verbindungstechniken aufgebaut werden. Gemeint ist damit das elektrische Verschalten einzelner Siliziumchips (Chiplets) zu einer funktionalen Einheit. Diese Optionen sollen unter anderem die Funktionalität von integrierten Schaltungen bezogen auf ihre Grundfläche sowie die Ausbeute in der Chipproduktion (Yield) verbessern.
Darüber hinaus lässt sich mit der heterogenen Integration auch die so genannte Speicherbarriere adressieren: Diese „Memory Wall“ wurde zuerst 1994 von Wulf und McKee thematisiert. Dahinter steht die Überlegung, dass die Speicher (etwa RAM oder Cache) von Generation zu Generation nicht in dem gleichen Maße schneller werden wie die Prozessoren.
„Memory Wall“ bremst Chips aus
Mittlerweile ist ein Punkt erreicht, an dem die Ausführungszeit von Programmen beziehungsweise Anwendungen immer stärker von der Geschwindigkeit abhängt, mit der der Arbeitsspeicher und Cache Daten an die CPU senden kann. Immer ausgefallenere Kunstgriffe sind nötig, damit letztere nicht durch erstere ausgebremst werden.
Im Spannungsfeld von Rechenleistung, Leistungsaufnahme, Flächenbedarf und Kosten (PPAC, Performance-Power-Area-Cost) kann das intelligente funktionale Partitionieren von SoC (System on Chip) ein weiterer Hebel für die Skalierung sein. Ein typisches Beispiel sind High-Bandwidth-Memory-(HBM-)Stacks: Diese gestapelten DRAM-Chips (Dynamic Random Access Memory) sind über kurze Interposer-Verbindungen direkt mit einem Prozessorchip, z.B. einer GPU oder CPU, verbunden.
Kombination mehrerer Innovationen aus verschiedenen Bereichen
Jüngere Beispiele sind die Die-on-Die-Stapelung (Die = Siliziumchip) in Intels Lakefield-CPU oder Chipsätze auf dem Interposer bei der 7-nm-Epyc-CPU von AMD. Für die Zukunft sind noch viele weitere dieser heterogenen SoCs als eine attraktive Möglichkeit zur Verbesserung der Systemleistung zu erwarten.
Das Imec führt selbst entwickelte Innovationen aus verschiedenen Bereichen wie Logik, Speicher und 3D-Integration zusammen, um Vorteile auf SoC-Ebene zu erzielen. Um die Technologieoptionen mit der Leistung auf Systemebene zu verbinden, haben die Imec-Forscher das S-EAT-Framework (System benchmarking for Enablement of Advanced Technologies) geschaffen.
Leistung von Technologieoptionen auf Systemebene bewerten
Dieses Rahmenwerk ermöglicht es, die Auswirkungen bestimmter Technologieoptionen auf die Leistung auf Systemebene zu beziehen und zu bewerten. Zum Beispiel: Können wir von einer 3D-Partitionierung des On-Chip-Speichers auf den unteren Ebenen der Cache-Hierarchie profitieren? Und was passiert auf der Systemebene, wenn der statische Direktzugriffsspeicher (SRAM) durch einen magnetischen RAM-Speicher (MRAM) ersetzt wird?
Zur Veranschaulichung haben wir diese Plattform verwendet, um die optimale Aufteilung eines mobilen Hochleistungs-SoCs mit einer CPU und den Caches L1, L2 und L3 zu finden. In einem traditionellen Design würde die CPU in einer planaren Konfiguration neben den Caches liegen. Wir untersuchten die Auswirkungen einer Verlagerung der Caches auf einen anderen Chip, der mit 3D-Wafer-Bonding-Techniken auf den CPU-Chip gestapelt wurde. Da die Signale zwischen Cache und CPU nun kürzere Entfernungen zurücklegen, ist eine Verbesserung der Geschwindigkeit und Latenz zu erwarten. Die Simulationsexperimente haben letztlich gezeigt, dass es am besten ist, die Caches L2 und L3 in die oberste Ebene zu verschieben, anstatt nur L1 oder alle 3 Caches gleichzeitig.
Bonden von Chipstapeln ist eine Herausforderung
Um die Partitionierung auf diesen tieferen Ebenen der Cache-Hierarchie zu ermöglichen, ist eine Technologie erforderlich, mit der sich Wafer sehr kompakt stapeln lassen. Das Imec hat bereits Wafer-Wafer-Hybrid-Bonden mit einem Verbindungsabstand von nur 700 nm demonstriert. In naher Zukunft sollen Fortschritte in der Bonding-Technik Verbindungen mit 500 nm Abstand ermöglichen.
Heterogene Integration wird durch 3D-Integrationstechnologien wie Die-to-Die- oder Die-to-Si-Interposer-Stapeln unter Verwendung von Zinn-(Sn-)Mikrolötkugeln (Microbumps) oder Die-to-Silizium unter Verwendung von Hybrid-Kupfer-(Cu-)Bonden ermöglicht. Aktuelle Sn-Microbump-Pitches in der Produktion erreichen Abstände von etwa 30 µm.
Interconnect-Verbindungen mit Mikrolötkugeln
Imec hat zuletzt einen Sn-basierten Mikrobump-Interconnect-Ansatz mit einem Interconnect-Pitch von nur noch 7 µm demonstriert. Solche Verbindungen mit hoher Dichte nutzen das volle Potential der Through-Si-Via-Technologie und ermöglichen mehr als 16x höhere 3D-Verbindungsdichten zwischen Dies oder zwischen Dies und einem Si-Interposer.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Dadurch sinkt der SoC-Flächenbedarf für die HBM-E/A-Schnittstelle erheblich (von 6 auf 1 mm2) und verkürzt potenziell die Interconnect-Längen zum HBM-Speicherstapel um bis zu 1 mm. Das direkte Bonden von Dies auf Silizium ist auch durch Hybrid-Cu-Bonden möglich. Imec-Forscher entwickeln das Die-Wafer-Hybrid-Bonden bis hinunter zu 3-µm-Pitches mit hoher Toleranzgenauigkeit beim Pick & Place. Hier fließen Erkenntnisse aus dem Wafer-to-Wafer-Hybrid-Bonden ein.
SoC-Funktionsblöcke lassen sich mit verschiedenen CMOS-Techniken fertigen
Ohne Frage werden SoCs immer heterogener. Doch die verschiedenen Funktionen auf einem Chip (Logik, Speicher, I/O-Schnittstellen, Mixed-Signal, analog, ...) müssen nicht zwingend mit einer einzigen CMOS-Technik realisiert werden. Es kann vorteilhafter sein, unterschiedliche Prozesstechnologien für verschiedene Subsysteme zu verwenden. Dadurch lassen sich die Entwurfskosten senken und der Ertrag optimieren.
Diese Entwicklung kann auch eine Antwort auf den Bedarf nach mehr Diversifizierung und Anpassbarkeit (Customization) der Chips geben.