Patentrechtsverletzung Globalfoundries verklagt Tower Semiconductor

Von Sebastian Gerstl 1 min Lesedauer

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Globalfoundries geht in den USA juristisch gegen den israelischen Auftragsfertiger Tower Semiconductor vor. Im Zentrum stehen elf Patente auf Fertigungsprozesse sowie Forderungen nach Schadenersatz und einem Importstopp für betroffene Chips.

Globalfoundries hat Klage wegen Patentverletzung gegen das israelische Unternehmen Tower Semiconductor wegen Verletzung von elf US-Patenten eingereicht. Beide Auftragsfertiger konkurrieren stark in den Bereichen ausgereifter 14nm-Fertigungsprozesse und Silicon Photonics.(Bild:  Globalfoundries)
Globalfoundries hat Klage wegen Patentverletzung gegen das israelische Unternehmen Tower Semiconductor wegen Verletzung von elf US-Patenten eingereicht. Beide Auftragsfertiger konkurrieren stark in den Bereichen ausgereifter 14nm-Fertigungsprozesse und Silicon Photonics.
(Bild: Globalfoundries)

Globalfoundries hat in den USA Klage gegen Tower Semiconductor eingereicht und wirft dem Unternehmen die Verletzung von elf US-Patenten vor. Die Verfahren laufen sowohl vor der US International Trade Commission als auch vor dem Bundesgericht für den Western District of Texas.

Nach Darstellung von Globalfoundries nutzt Tower geschützte Fertigungstechnologien ohne Lizenz in der eigenen Halbleiterproduktion. Betroffen seien Prozessschritte für integrierte Schaltungen, die in Smartphones, Fahrzeugen, Luft- und Raumfahrtanwendungen sowie in der Kommunikationsinfrastruktur eingesetzt werden.

Globalfoundries will mit den Klagen mehrere Ziele erreichen: Zum einen soll der Import der mutmaßlich von der Patentverletzung betroffenen Halbleiter in die USA gestoppt werden. Zum anderen fordert das Unternehmen Schadenersatz für entgangene Gewinne und weitere gerichtliche Maßnahmen gegen den Verkauf betroffener Produkte.

Streit um Prozess-Know-how

Der US-Auftragsfertiger begründet sein Vorgehen mit langjährigen Investitionen in Forschung, Entwicklung und Fertigungskompetenz. Nach eigenen Angaben verfügt Globalfoundries über mehr als 8.000 Patente, während Tower Semiconductor auf weniger als 500 Schutzrechte kommt. Aus Sicht von Globalfoundries ist der Rechtsstreit deshalb auch eine Auseinandersetzung um den Schutz eigener Prozesskompetenz.

Tower Semiconductor weist die Vorwürfe zurück und kündigt an, sich entschlossen gegen die Klage zu verteidigen. Das Unternehmen betont seinerseits seine technologische Stärke sowie kontinuierliche F&E-Investitionen, unter anderem gestützt durch zwei US-Fabs und eigene Forschungszentren.

Operativ treffen hier zwei Specialty-Foundries aufeinander, die nicht primär im Wettlauf um führende Logiknodes konkurrieren, sondern in spezialisierten Segmenten wie RF-Bausteinen und Silicon Photonics. Gerade in diesen Märkten sind differenzierte Prozesse, spezifisches IP und kundenspezifische Fertigung ein zentraler Wettbewerbsfaktor.

Es ist nicht das erste Mal in jüngerer Vergangenheit, dass Globalfoundries juristisch gegen andere Auftragsfertiger vorgeht. 2019 hatte Globalfoundries TSMC wegen angeblicher Patentverletzungen verklagt, worauf TSMC mit Gegenklagen reagierte. Der Konflikt endete damals in einem gegenseitigem Lizensierungsabkommen. (sg)

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