Übernahme Globalfoundries übernimmt MIPS: Ist das RISC-V-Ökosystem fragil?

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Globalfoundries will das eigene IP-Portfolio stärken und plant die von MIPS. Dazu zeigt die Unruhe bei Codasip, dass das RISC-V-Ökosystem an einem Wendepunkt steht und mehr als nur visionäre Ideen benötigt.

Globalfoundries will MIPS kaufen (Symbolbild).(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
Globalfoundries will MIPS kaufen (Symbolbild).
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

Das RISC-V-Ökosystem verfügt über großes Potenzial – technisch wie strategisch. Doch viele Projekte sind (noch) nicht marktreif, finanziell instabil oder schlecht abgestimmt. Die jüngsten Entwicklungen zeigen: Es braucht jetzt nicht nur Pioniere, sondern tragfähige Strukturen, Kapital und industrielle Rückendeckung, um RISC-V aus der Nische in den Mainstream zu führen. Bis dahin bleibt das Ökosystem verletzlich.

Ein Beispiel: Der stark geförderte Anbieter Codasip prüft derzeit den Verkauf einzelner Geschäftsbereiche oder gar des gesamten Unternehmens. Auch die angekündigte Übernahme von MIPS durch Globalfoundries spricht eine klare Sprache. Die Kaufabsicht wurde am 8. Juli 2025 publik. Bei Zustimmung der zuständigen Behörden soll die Transaktion noch in diesem Jahr abgeschlossen werden.

Strategischer Zukauf

Mit der Akquise will Globalfoundries sein IP-Portfolio stärken und die eigenen Prozesstechnologien um Software- und Architekturkompetenz erweitern. MIPS soll als eigenständiges Unternehmen fortgeführt werden und weiterhin Rechenkerne für autonome Mobilität, industrielle Automatisierung, Rechenzentren und Edge-Anwendungen liefern.

„Mit der Übernahme durch Globalfoundries beginnt für MIPS ein neues, mutiges Kapitel“, so Sameer Wasson, CEO von MIPS. „Die nachgewiesene Erfolgsbilanz von GF bei der Bereitstellung differenzierter Technologien durch eine sichere, globale Fertigungsbasis wird unsere Innovationskraft stärken – und neue Möglichkeiten im Bereich Physical AI eröffnen.“

Auch Niels Anderskouv, Präsident und COO von Globalfoundries, betont: „Mit dieser Akquisition erweitern wir unsere Möglichkeiten, Kunden flexible RISC-V-basierte Lösungen zu bieten – ergänzt durch unsere differenzierten Prozesstechnologien und unsere weltweit führende Fertigung.“

Bewegte Vergangenheit

MIPS blickt auf eine bewegte Unternehmensgeschichte zurück, die eng mit der Entwicklung von RISC-Prozessorarchitekturen verknüpft ist. Nach der Gründung durch John L. Hennessy und Kollegen im Jahr 1984 und dem ersten Börsengang 1989 übernahm Silicon Graphics das Unternehmen 1992. 1998 folgte die Ausgliederung als MIPS Technologies und ein zweiter Börsengang. In den Folgejahren erweiterte MIPS sein Portfolio durch mehrere Übernahmen und blieb im Embedded-Bereich aktiv; etwa durch eine Android-Portierung auf die eigene Architektur.

Nach mehreren Eigentümerwechseln, darunter Imagination Technologies und Wave Computing, ging MIPS 2020 in ein Insolvenzverfahren. Seit dem Neustart 2021 fokussiert sich das Unternehmen auf offene Architekturen und insbesondere auf RISC-V. (sb)

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