Verdoppelung der Produktion Globalfoundries investiert 1,1 Mrd. Euro in den Ausbau der Werke in Dresden

Von Sebastian Gerstl 2 min Lesedauer

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Auftragsfertiger Globalfoundries hat vor, in den nächsten Jahren über eine Milliarde Euro in den Ausbau seines Standorts in Dresden zu investieren. Das berichtet das Handelsblatt unter Berufung auf Branchenkreise. Zu diesem Zweck soll das Unternehmen mehrere Hundert Millionen Euro aus dem Fördertopf für die Halbleiterindustrie von der Bundesregierung erhalten.

Luftaufnahme der Globalfoundries Fab 1 in Dresden: Der Auftragsfertiger von Halbleitern plant, in den nächsten Jahren 1,1 Mrd. Euro in den Standort zu investieren. Die Waferproduktion soll künftig mit 1,5 Millionen Wafern pro Jahr etwa verdoppelt werden.(Bild:  Globalfoundries)
Luftaufnahme der Globalfoundries Fab 1 in Dresden: Der Auftragsfertiger von Halbleitern plant, in den nächsten Jahren 1,1 Mrd. Euro in den Standort zu investieren. Die Waferproduktion soll künftig mit 1,5 Millionen Wafern pro Jahr etwa verdoppelt werden.
(Bild: Globalfoundries)

Globalfoundries legt in Dresden nach: Mit einer geplanten Investition von 1,1 Milliarden Euro will der Auftragsfertiger seine Produktion deutlich ausweiten. Die Kapazität des Standorts soll auf 1,5 Millionen Wafer pro Jahr steigen – insbesondere für die energieeffiziente 22FDX-FD-SOI-Technologie, die in Automotive-, IoT- und RF-Anwendungen zum Einsatz kommt. Die Bauarbeiten sollen bald beginnen, trotz noch ausstehender endgültiger Förderzusagen.

Für den Ausbau habe Globalfoundries eine förder-unschädliche Genehmigung erhalten, um frühzeitig starten zu können, ohne potenzielle Fördermittel zu gefährden. Das meldet das Handelsblatt unter Berufung auf Branchenkreise. Demnach sei mit einer staatlichen Unterstützung in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro zu rechnen. Von offizieller Seite ist dies allerdings bislang noch nicht bestätigt worden.

Globalfoundries setzt auf Spezialtechnologien statt auf Leading-Edge-Prozesse. Die Dresdner Fab produziert Chips mit Strukturgrößen ab 55 nm bis hinunter zu 22 nm. Insbesondere das 22FDX-Verfahren mit FD-SOI eignet sich für energieeffiziente System-on-Chip-Lösungen, wie sie etwa für mmWave-Funk oder Radar zum Einsatz kommen. Zu den Projektpartnern zählen unter anderem indie Semiconductor (77/120 GHz Radar-SoCs für ADAS) und Bosch (ein-Chip-Radarsensoren).

Im internationalen Vergleich steht die Dresdner Expansion in direkter Konkurrenz zu großen Subventionen für andere Aufragsfertiger: So baut TSMC in unmittelbarer Nachbarschaft ein Werk, unterstützt mit 5 Milliarden Euro vom Bund – in Zusammenarbeit mit drei Globalfoundries-Schlüsselkunden. Globalfoundries hatte diesbezüglich bereits 2023 Kritik an der Förderpolitik geäußert, die aus Sicht des Unternehmens Marktverzerrung begünstige.

Parallel zur Dresdner Investition treibt Globalfoundries auch in den USA den Kapazitätsausbau voran. Insgesamt 16 Milliarden US-Dollar fließen in die Standorte New York und Vermont sowie in Forschung zu Packaging, Siliziumphotonik und GaN-Technologien. Die Finanzierung in den USA erfolgt allerdings unter sich verändernden Rahmenbedingungen: Für das Vermont- und Packaging-Zentrum wird die staatliche Unterstützung aktuell zurückgefahren.

Langfristig bleibt entscheidend, ob und wie die EU-CHIPS-Strategie künftig stärker mittelständische und spezialisierte Anbieter einbezieht. Während Fördergelder bisher primär an Großprojekte fließen, zeigten gerade Spezialfabriken wie die in Dresden, welchen Wert differenzierte Technologien für kritische Zukunftsmärkte haben, wie Globalfoundries-CTO Gregg Bartlett am Rande der vom Forschungsinstitut imec ausgerichteten Konferenz ITF-World 2025 Ende Mai geäußert hatte.(sg)

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