Lichtwellenleiter-Steckverbinder

Glasfaser-Steckverbindungen – auch hier gilt das Reinheitsgebot

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Keine Verbindung ohne vorhergehende Prüfung

Das Vorgehen bei der Prüfung und Reinigung von optischen Verbindungen ist exakt beschrieben in Annex B der IEC 62627-01/TR/Ed2 – Fibre optic interconnecting devices and passive components – Technical Report – Fibre optic connector cleaning methods. Dieser Technical Report betont ausdrücklich die Wichtigkeit des richtigen Vorgehens.

Kurz gesagt kann man die Norm so zusammenfassen: Niemals verbinden, ohne vorher zu prüfen und gegebenenfalls zu reinigen. Und das muss vor Ort geschehen. Anbieter von optischen Komponenten und Systemen wie R&M garantieren zwar, dass ihre Produkte makellos das Haus verlassen.

Doch bei Transport und Lagerung sind sie Umweltbedingungen und menschlicher Behandlung ausgesetzt, auf die der Hersteller keinen Einfluss hat. Für die garantierte Performance eines optischen Netzes sind deshalb alle Verbindungen zu prüfen – einschließlich der Testkabel, der äußeren Rangierkabel und vor allem der permanenten Verbindungen innerhalb der Rangierfelder und Schränke.

IEC 62627-01/TR beschreibt die Reinigungsmethoden für Faserendflächen umfassend. Zusätzlich liefert jeder Anbieter optischer Komponenten und Systeme Reinigungsanweisungen für seine Produkte, die auf die Materialeigenschaften, Konstruktionsmerkmale und ähnliches abgestimmt sind.

Die Anweisungen von R&M, die jedem Produkt beiliegen, spiegeln die Empfehlungen der IEC 62627-01/TR wider, so dass jeder Beteiligte diese Methoden anwenden kann. Sie entsprechen außerdem den Prüfkriterien der IEC 61300-3-35 – Interconnecting devices and passive components – Basic test and measurement procedures – Examinations and measurements – Visual inspection of fibre optic connectors and fibre-stub transceivers. Nach den Kriterien der IEC 61300-3-35 lassen sich eindeutige Gut/Schlecht-Entscheidungen fällen.

Störungen im optischen Netzwerk, Signalverschlechterungen, zu hohe Einfügedämpfungen, zu geringe Rückflussdämpfungen oder gar dauerhafte Faserschädigungen lassen sich wirksam vermeiden, indem Anwender einfach den Anweisungen von R&M folgen.

Auch die Oberflächengeometrie spielt eine Rolle

Die Oberflächenqualität des Faserendes hat entscheidende Bedeutung für die Übertragungseigenschaften und die Lebenszeit eines Verbinders. Verschmutzung kann und wird die Oberfläche nachhaltig beeinträchtigen und führt nicht selten zu Veränderungen der Steckergeometrie.

Wenn man sich verdeutlicht, dass die Stecker im Bereich von 250 µm durch die Flächenpressung elastisch verformt werden, wird klar, dass ein Schmutzpartikel enorme punktuelle Kräfte erzeugt und die Glasfaser und/oder den Klebespalt bleibend beschädigen kann. Nicht zuletzt haben Verschmutzungen und Kratzer auch einen Einfluss auf die Rückfluss- und Einfügedämpfung. Ein sauberer Steckverbinder ist daher für die Qualität der Verbindung von essentieller Bedeutung.

* Daniel Eigenmann ist Produktmanager im Bereich FO / LWL bei der Reichle & De-Massari AG in Wetzikon

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