Branchenumsatz 2024 und schwierige Auftragslage Geschäftsklima in der Elektronik- und Digitalindustrie: Wolkig bis stürmisch

Von Susanne Braun 3 min Lesedauer

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Das Jahr 2024 war für die meisten Unternehmen in der Elektronik- und Digitalindustrie nichts. Für 2025 geht der ZVEI von einem Produktionsrückgang um zwei Prozent aus, was ein deutlich geringerer Wert als 2024 wäre. Die Auftragslage macht allerdings mehr als der Hälfte der Elektrounternehmen zu schaffen.

Die wirtschaftliche Lage in der Elektro- und Digitalindustrie hat sich noch nicht beruhigt.(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
Die wirtschaftliche Lage in der Elektro- und Digitalindustrie hat sich noch nicht beruhigt.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

Wer es bei der eigenen Jahresbilanz noch nicht festgestellt hat, der weiß es jetzt mit den aktuell gesammelten Daten des ZVEI, des Verbands der Elektro- und Digitalindustrie e. V.: Das Jahr 2024 war für die Branche in vielerlei Hinsicht einfach zum Vergessen. Zwar stehen die Zeichen für das Jahr 2025 noch nicht auf strahlenden Sonnenschein, doch ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann gibt im aktuellen Ausblick des Verbands im Februar 2025 Hoffnung auf etwas ruhigere Zeiten. Diese Hoffnung allerdings ist erst einmal nur ein Schimmer, wir nehmen es Ihnen schon einmal vorweg. Denn die Bestellungen in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie sind im Dezember 2024 im Vergleich zum Vorjahresmonat nochmals um knapp 20 Prozent gefallen.

„Der Rückgang war rund doppelt so hoch wie im Durchschnitt der vorherigen elf Monate. Allerdings entwickelten sich die Auftragseingänge in den einzelnen Fachbereichen äußerst unterschiedlich. Ein erster zarter Lichtstreif am Konjunkturhimmel könnte sein, dass es bei den frühzyklischen elektronischen Bauelementen im Dezember wieder ein Auftragsplus von 19,3 Prozent gab“, so Gontermann. Die Zahlen finden Sie weiter unten übersichtlich in einer Liste.

Fachkräftemangel geht zurück, die Auftragslage verschlechtert sich

Einen Engpass, so ist es leider schon seit vielen Jahren, gibt es in der Elektro- und Digitalindustrie immer. Mal sind es die Fach- und Nachwuchskräfte, die verzweifelt gesucht werden. Dann sind die Lager voll und die Auftragsbücher leer. Oder es gibt einen Stau oder gar kompletten Abbruch der Lieferkette. Die Herausforderungen der Branche sind vielfältig und in den meisten Fällen voneinander oder von anderen, äußeren Faktoren abhängig.

Aktuell, im Januar und Februar 2025, sind es die Aufträge, die fehlen, statuiert Gontermann. „Während aktuell nur noch 14 bzw. zehn Prozent der Elektrounternehmen über Fachkräftemangel und Materialknappheit klagen, sind 54 Prozent von Auftragsmangel betroffen“, so der Chefvolkswirt des ZVEI. Das Geschäftsklima der Industrie bleibt trotz Erholung in manchen Bereichen weiterhin im negativen Bereich. Die Mitglieder des ZVEI bewerteten die Lage im Januar 2025 noch einmal ungünstiger als im Vormonat, allerdings haben sich die Geschäftserwartungen und die Exporterwartungen verbessert. Das hat sich unter anderem darin bemerkbar gemacht, dass Unternehmen ihre Produktions- und Beschäftigungspläne heraufgesetzt haben, obwohl die branchenweite Kapazitätsauslastung zu Beginn des ersten Quartals 2025 gegenüber dem Vorquartal um einen Prozentpunkt auf 73,4 Prozent verringert hat. 

Insgesamt, so der ZVEI, lag der Branchenumsatz im Jahr 2024 223,2 Milliarden Euro, was einem Rückgang von 6,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr 2023 entspricht.

Auftragseingänge

  • Auftragseingänge im Dezember 2024: -19,5 Prozent im Vergleich zu Dezember 2023
  • Inlandsaufträge im Dezember 2024: -32,1 Prozent
  • Auslandsaufträge im Dezember 2024: -8,8 Prozent (Eurozone: -14,4 Prozent, Drittländer: -5,8 Prozent)
  • Frühzyklische elektronische Bauelemente im Dezember 2024: +19,3 Prozent
  • Auftragseingänge im Gesamtjahr 2024: -9,6 Prozent
  • Inlandsaufträge im Gesamtjahr 2024: -12,9 Prozent
  • Auslandsaufträge im Gesamtjahr 2024: -6,6 Prozent (Eurozone: -8,5 Prozent, Drittländer: -5,6 Prozent)

Produktion

  • Um Preiseffekte bereinigte Produktion elektrotechnischer und elektronischer Erzeugnisse im Dezember 2024: -7,3 Prozent im Vergleich zu Dezember 2023
  • Produktion im Gesamtjahr 2024: -9,1 Prozent
  • Produktionsprognose für 2025: -2 Produzent

Umsatz

  • Umsatz im Dezember 2024: 18,6 Milliarden Euro (-4,5 Prozent im Vergleich zu Dezember 2023)
  • Inlandserlöse im Dezember 2024: 9,2 Milliarden Euro (-1,7 Prozent)
  • Auslandserlöse: 9,4 Milliarden Euro (-7,0 Prozent (Eurozone: 3,2 Mrd. € (-5,5 %), Drittländer: 6,2 Mrd. € (-7,7 %)))
  • Umsatz im Gesamtjahr 2024: 223,2 Milliarden Euro (-6,2 Prozent im Vergleich zu 2023)
  • Inlandserlöse: 106,9 Milliarden Euro (-6,7 Prozent)
  • Auslandserlöse: 116,3 Milliarden Euro (-5,8 Prozent (Eurozone: 41,4 Mrd. € (-5,9 %), Drittländer: 74,9 Mrd. € (-5,6 %)))

 (sb)

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