Zertifizierungen für den amerikanischen Markt Gerätehersteller sollten gezielt ein US-Prüfinstitut auswählen
Die Monopolstellung von UL in den USA ist für Hersteller von elektronischen Komponenten von Nachteil. Die Firmen sind zur UL-Zertifizierung ihrer Komponenten gezwungen, wenn das Bauteil in einem Fertiggerät zum Einsatz kommt, das UL-zertifiziert werden soll. Die Industrie selbst, so der ZVEI, könnte beitragen, diese Situation verbessern. Gerätehersteller müssen lediglich eine der anderen 18 akkreditierten Prüfstellen in den USA auswählen.
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Für Elektroprodukte im Installationsbereich für Neubauten und bei allen gewerblich genutzten Geräten besteht ein gesetzlicher Zwang zur Zertifizierung. Hier verlangt die amerikanische Arbeitsschutzbehörde OSHA (Occupational Safety and Health Administration) eine Zertifizierung mit Prüfzeichen von einem sogenannten „NRTL“ (National Recognized Testing Laboratory), einer von OSHA akkreditierten Prüfstelle.
Derzeit gibt es 18 solcher Prüfstellen. Historisch bedingt sind die Underwriters Laboratories (UL) die bekannteste Prüfstelle mit deutlich größtem Marktanteil. „Diese Situation zur Zertifizierung auf dem US-amerikanischen Markt ist für die europäischen Komponentenhersteller mehr als ärgerlich“, schildert Volker Kaiser vom ZVEI die Situation. Die Komponentenhersteller beklagen, dass hier ein gewisser „Zwang“ zu einem bestimmten Prüfzeichen existiert.
Kauft beispielsweise ein Fertiggeräte-Hersteller elektrische Komponenten zu und will sein Fertiggerät UL-zertifizieren lassen, besteht UL in der Regel auf Prüfung und Fertigungsüberwachung auch für die Komponenten durch UL selbst. In der Praxis zwingt dies den Komponentenhersteller ebenfalls zur UL-Zertifizierung, damit seine Produkte für das Fertiggerät akzeptiert werden.
Es gibt zwar seit mehreren Jahren ein Anerkennungsabkommen für Komponenten zwischen UL und CSA (Canadian Standards Association), das so genannte „mutual component acceptance program“. Dies ist jedoch mit soviel Einschränkungen versehen, dass es in der Praxis auf dem Markt kaum von Bedeutung ist.
Dabei liegt es an der Industrie selbst eine Verbesserung der Bedingungen herbeizuführen. Praxis ist, dass jeder der anderen Prüfstellen gegenseitig die Prüfzeichen und Zertifikate der anderen anerkennen. Würde ein Fertiggeräte-Hersteller seine Produkte für den amerikanischen Markt bei einem anderen der 18 akkreditierten Labore zertifizieren lassen, könnte auch der Komponentenhersteller seine Prüfstelle frei auswählen.
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