IAA Nutzfahrzeuge 2014

Future Truck 2025 fährt autonom in eine faszinierende Zukunft

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Blind Spot Assist bringt mehr Sicherheit

Diese Sensoren sind das Herzstück des neuen Blind Spot Assist von Mercedes-Benz. Die Radarsensormodule sind so angeordnet, dass sie den Bereich parallel zum Lkw über die komplette Länge eines Sattel- oder Gliederzugs abdecken. Darüber hinaus wird der Streifen auf zwei Meter nach vorne vor den Lkw ausgedehnt. Der Blind Spot Assist warnt den Lkw-Fahrer nicht nur beim Abbiegen vor anderen Verkehrsteilnehmern, es warnt auch vor drohenden Kollisionen mit stationären Hindernissen – zum Beispiel Schildern oder Laternen – und dient als Assistenzsystem beim Spurwechsel. Die geplante Einführung des Blind Spot Assist in den nächsten Jahren ist für Mercedes-Benz ein wesentlicher Schritt auf dem Weg zum Future Truck 2025 und unterstreicht die Rolle von Mercedes-Benz als Vorreiter für größtmögliche Sicherheit im Straßenverkehr.

Das Verkehrssystem von morgen ist vernetzt und autonom

Alle Sensoren an Bord des Future Truck 2025 sind miteinander vernetzt (Multisensorfusion) und ergeben ein komplettes Bild der Umgebung. Erfasst werden sämtliche bewegte und stationäre Objekte im Umfeld des Lkw. Durch die Fusionierung der Daten in einem Hochleistungs-Multikernprozessor des Zentralrechners werden die Daten aller Sensoren im gesamten Bereich vor und neben dem Lkw miteinander verknüpft. Die Sensor- und Kameratechnik ist vom Stand bis zur gesetzlich erlaubten Höchstgeschwindigkeit für Lkw wirksam. Sie hält den Lkw durch Lenkeingriffe vollautomatisch sicher in der Mitte seiner Fahrspur. Hinterlegt ist außerdem eine digitale dreidimensionale Karte, wie sie bereits jetzt für das Assistenzsystem Predictive Powertrain Control (PPC) verwendet wird. Der Lkw ist also über den Streckenverlauf und die Topografie jederzeit perfekt informiert.

Kommunikation zwischen den Fahrzeugen und der Umwelt

Perfekt ergänzt wird der „Highway Pilot“ durch Vernetzung V2V (Vehicle to Vehicle) und V2I (Vehicle to Infrastructure). Jedes damit in naher Zukunft ausgerüstete Fahrzeug gibt fortlaufend Informationen an seine Umgebung ab. Dazu gehören Fahrzeugposition und Fahrzeugtyp sowie Abmessungen, Fahrtrichtung und Geschwindigkeit, eventuelle Beschleunigungs-, Bremsmanöver und die gefahrenen Kurvenkrümmungen. Die Häufigkeit der Informationsvermittlung ist abhängig von der Geschwindigkeit des Fahrzeugs und von der Intensität seiner Bewegungsänderungen. Sie pendelt zwischen einer Nachricht pro Sekunde bei ruhiger Fahrt bis zum zehnfachen Intervall bei deutlichen Änderungen. Die Übermittlung erfolgt mit WLAN-Technologie über die europaweit einheitliche Frequenz G5 bei 5,9 GHz. Basis ist die ITS Vehicle Station (Intelligent Transport Systems and Services) an Bord des Fahrzeugs. Die Kommunikation zwischen den Fahrzeugen ist ebenfalls standardisiert. Die Reichweite der fortlaufend gesendeten Nachrichten beträgt etwa 500 m im Umkreis. Damit informieren sich die Fahrzeuge gegenseitig über ihre Bewegungen und können sofort darauf vorausschauend reagieren. Das betrifft zum Beispiel Reaktionen auf das Einfädeln von Fahrzeugen auf die Autobahn oder ein nahendes Stauende. Je mehr Fahrzeuge auf diesem Wege miteinander kommunizieren, desto dynamischer und flexibler können sie aufeinander und miteinander reagieren.

Im Idealfall entsteht daraus entlang der Strecke eine ununterbrochene Kommunikationskette, die Fahrer und Fahrzeug bei Bedarf exakt selbst über die Verkehrssituationen weit voraus auf seiner Strecke informiert. V2I bedeutet, dass alle diese Nachrichten und Signale ebenfalls an externe Adressaten geschickt werden, etwa Verkehrsleitstationen. Sie können darauf flexibel reagieren, zum Beispiel mit Änderungen der zulässigen Höchstgeschwindigkeit oder Freigabe zusätzlicher Fahrspuren. Umgekehrt können auch Nachrichten zu den Fahrzeugen gesendet werden, zum Beispiel über Tagesbaustellen. Alle diese Daten informieren den Fahrer und den Fahrzeugrechner rechtzeitig über Geschehnisse außerhalb seiner Sichtweite. Damit wissen er und sein Fahrzeug zum Beispiel vorausschauend von Hindernissen, bevor eine Gefahrensituation eintreten kann.

Aktiv gegen Stau: Straßenverkehr als selbstlernendes System

Der Mercedes-Benz Future Truck 2025 ist auf seiner Route also nicht als Solitär unterwegs, er kommuniziert automatisch ständig und unmerklich für seinen Fahrer mit seiner Umgebung. Auf diese Weise werden Verkehrsinformationen untereinander weitergegeben, die Daten stehen jedem Verkehrsteilnehmer zur Verfügung. Da die vernetzten Fahrzeuge darauf automatisch reagieren, ist ein homogener Verkehrsfluss und eine perfekte Ausnutzung der begrenzten Infrastruktur Straße gewährleistet. Zusammen mit dem autonomen Fahren entwickelt sich der Straßenverkehr zu einem selbstlernenden System. So wird die durchschnittliche Geschwindigkeit allein durch besseren Verkehrsfluss und ohne Anhebung der Höchstgeschwindigkeit erhöht. Gleichzeitig spart der homogene Verkehr Kraftstoff.

Autonomes Fahren unabhängig von anderen Verkehrsteilnehmern

Nach dem Einfädeln in die Autobahn ordnet sich der Fahrer des Mercedes-Benz Future Truck 2025 in den fließenden Verkehr auf seiner Spur ein. Das System bietet ihm dann den „Highway Pilot“ an. Diesen aktiviert der Fahrer und das Fahrzeug wechselt in den autonomen Modus. Der Future Truck 2025 ist je nach Verkehrssituation losgelöst unterwegs, denn zu seiner Führung durch den Verkehr wird kein vorausfahrendes Fahrzeug benötigt. Er agiert in seiner Fahrspur autonom. Fährt ein anderes Fahrzeug voraus, kann sich der Lkw im Rahmen der erlaubten Geschwindigkeit an dessen Tempo orientieren und den vorgegebenen Sicherheitsabstand halten. Das Einscheren weiterer Fahrzeuge ist deshalb jederzeit gefahrlos möglich. Auch ist der Sicherheitsabstand gewährleistet – der Mercedes-Benz Future Truck 2025 passt sich seiner Umgebung perfekt an. Der Future Truck 2025 funktioniert unabhängig von anderen Verkehrsteilnehmern durch die Vernetzung. Um allerdings den vollen Nutzen im Sinne der Logistik-Effizienz und optimalen Ausnutzung der Infrastruktur ausschöpfen zu können, ist eine übergreifende Vernetzung wünschenswert. Diese Entwicklung wird sicher schrittweise vonstattengehen. Wichtig sind dafür offene Standards und Protokolle.

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