Koexistenzmanagement

Funksysteme störungsfrei parallel betreiben

Seite: 6/6

Anbieter zum Thema

Für den Laien schlecht zu beurteilen

Bild 8: Schematische Darstellung der Frequenznutzung an einem Ort über der Frequenz und der Zeit für Funksysteme in der Automatisierung (Archiv: Vogel Business Media)

Zum besseren Verständnis soll die dreidimensionale Darstellung in Bild 8 den Zusammenhang von Signalstärke bzw. Sendeleistung, Frequenzbelegung und zeitlichem Verlauf verdeutlichen. Sie zeigt schematisch die Belegung des 2,4-GHz-Bandes, wie es heute in der Industrie bei Automatisierungsanwendungen mit einer Reihe von typischen Funksystemen vorgefunden werden kann. Die in verschiedenen Farben dargestellten Volumen der Telegramme repräsentieren dabei den tatsächlichen Ressourcenverbrauch der verschiedenen Funktechnologien und veranschaulichen den Begriff „Frequenzbelegung“.

Eine zeitliche Entkopplung mehrerer Funksysteme ist bei mehr als einer zeitkritischen Anwendung für den Laien nur schwer beurteilbar, insbesondere wenn eines der Funksysteme eine geringe Störfestigkeit aufweist. In diesem Fall sollte ein Experte hinzugezogen werden.

Die wesentlichen Faktoren des Koexistenzmanagements

Obwohl Aussagen über Koexistenz immer im Zusammenhang mit den konkreten Anwendungen betrachtet werden müssen, lassen sich aus der Praxis und den Messungen, die dieser Broschüre zugrunde liegen, folgende Aussagen ableiten:

  • Die Funkbeeinflussungen der untersuchten Funksysteme in typischen industriellen Anwendungen sind gering, da in der Automatisierung die Datentelegramme häufig sehr kurz sind und zudem zeitlich entzerrt auftreten.
  • Beim parallelen Betrieb unterschiedlicher Systeme mit mehr als einer zeitkritischen Anwendung sollte ein Koexistenzmanagement mit Hilfe eines Fachmannes durchgeführt werden.

Folgende Vorgehensweise kann empfohlen werden:

  • In der Regel sollte in der Planungs- und Projektierungsphase eine Funkfeldplanung durchgeführt werden. Schon hierbei hat man mit Platzierung, Antennenauswahl und Frequenzvergabe Einfluss bei der Einbettung in die vorhandene Anlage.
  • Liegen dennoch räumliche wie auch frequenzmäßige Überlappungen vor, müssen sowohl die zeitliche Auslastung und das Frequenzverhalten der Systeme als auch die Zuverlässigkeitsanforderungen der Applikationen betrachtet werden.
  • Existieren Funksysteme mit zeitkritischen Applikationen und geringer Störfestigkeit, müssen alle betroffenen Systeme auf die Sicherstellung der Koexistenz geprüft werden. Besteht keine Möglichkeit, solche Systeme räumlich oder im Frequenzbereich zu trennen, sollte ein Experte hinzugezogen werden.

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:300283)