Koexistenzmanagement

Funksysteme störungsfrei parallel betreiben

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Schwankungsbreiten im Zeitverhalten

Bei Funk sind, im Vergleich zu einer Kabelübertragung, die Bitfehlerraten deutlich höher. Deshalb nutzen alle Funksysteme interne Mechanismen zur Fehlerkorrektur und Telegrammwiederholung. Einige Funktechnologien hören zudem zuerst das Funkmedium ab und warten ggf. mit ihrer Übertragung. Funkübertragungen sind deshalb immer durch eine gewisse Schwankungsbreite („Jitter“) im Zeitverhalten gekennzeichnet, die z. T. ein Vielfaches der minimalen Übertragungszeit betragen kann. Diese Schwankungsbreite durch Funkbeeinflussung fällt mehr oder weniger deutlich aus, je nach Funkstörfestigkeit des betrachteten Systems.

Tabelle: Typische Einsatzfälle in der Fertigungs- und der Prozessautomation, Anforderungen an das Zeitverhalten und die Telegrammverlustraten (Archiv: Vogel Business Media)

In den verschiedenen Anwendungsbereichen kann die geforderte Telegrammverlustrate sehr unterschiedlich sein (Tabelle, Spalte 5). Beim Einsatz des Funksystems zur Steuerung einer Maschine sollte z.B. der Stillstand durch Überschreiten einer Zeitschranke nie eintreten (sehr kleine Fehlerrate erforderlich), wohingegen beim Senden von Messdaten eines Vibrationsmesssensors selbst ein sporadischer Datenverlust bzw. das Überschreiten einer Zeitschranke ab und zu noch toleriert werden kann (relativ hohe Fehlerrate zulässig).

Der Weg zur Koexistenz

Die Ergebnisse der durchgeführten Messungen zeigen, dass bei allen Funksystemen sorgfältig und überlegt mit der knappen Ressource Funk umgegangen werden muss. Dies ist mit naheliegenden Maßnahmen einfach und ohne großen Aufwand erreichbar. Zudem sind alle Beteiligten frühzeitig in die Planung mit einzubeziehen, so dass zwischen den unterschiedlichen Bereichen eines Unternehmens, die Funktechnik einsetzen möchten, ein Interessenausgleich und eine Priorisierung herbeigeführt werden kann.

Dieser Interessenausgleich und eine Priorisierung erfolgen erfahrungsgemäß nicht immer rechtzeitig, da, bedingt durch die Verfügbarkeit verschiedener Lösungen für die unterschiedlichen Anwendungsbereiche, Funksysteme nicht überall gleichzeitig eingeführt werden. Zudem wird der Begriff Funk von den IT-Abteilungen oder anderen Nutzergruppen oftmals mit WLAN und den darüber abgewickelten Netzwerkverbindungen und Datenübertragungen gleichgesetzt, so dass es hier ggf. zu einem Verständigungsproblem kommen kann. Unter Berücksichtigung dieser Aspekte kann das eigentliche Koexistenzmanagement von Funksystemen betrieben werden.

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