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Die wesentlichen Schritte des Koexistenzmanagements
Das Koexistenzmanagement umfasst im Wesentlichen die folgenden Schritte:
- Die Registrierung aller Funkanwendungen in allen Unternehmensbereichen, nach folgenden Kriterien:- Wo wird welches Funksystem in welchem Frequenzbereich betrieben?- Wer ist verantwortlich?- Was ist die genaue Anwendung?- Wie ist die zeitliche Belegung des Funkmediums?
- Die Beurteilung der Koexistenzsituation und sofern nötig,
- die Minimierung der Funkbeeinflussung.
- Laufende Überprüfung nach der Installation bzw. Erhaltung der Situation (regelmäßige Kontrolle der Einhaltung der Vorgaben des Frequenzmanagements).
Die einzelnen Abläufe des Koexistenzmanagements sind in der VDI-Richtlinie 2185 näher erläutert. Diese Schritte, insbesondere die Minimierung der Funkbeeinflussung, sollten im Zweifelsfall immer von einem Experten begleitet bzw. durchgeführt werden.
Im Folgenden wird die Minimierung der Funkbeeinflussung näher betrachtet. Ziel ist es, die Funksysteme in mindestens einem der Bereiche Ort, Frequenz oder Zeit zu entkoppeln, so dass die Funktion der beteiligten Systeme gewährleistet ist.
Räumliche Entkopplung
Die Sendeleistung eines Funksystems bestimmt die räumliche Ausdehnung der Funkzelle, da die ausgestrahlte Signalstärke mit zunehmender Entfernung von der Sendeantenne stark abnimmt. Damit ist das Frequenzband als Ressource in einer sicheren Entfernung wieder durch andere Systeme nutzbar, allerdings abhängig von der Empfängerempfindlichkeit des anderen Funksystems. Die Sendeleistung sollte daher so klein wie möglich gewählt werden, um die Wiederverwendung genutzter Frequenzbereiche zu ermöglichen.
Empfindliche Empfänger führen zu einer Ausdehnung der Reichweite, erhöhen aber gleichzeitig die Gefahr einer Funkbeeinflussung durch andere. Über die Auswahl der Antennen kann die räumliche Ausdehnung zusätzlich beeinflusst werden. So gibt es Antennen mit verschiedenen Richtcharakteristiken und daraus resultierenden Antennengewinnen. Durch eine geeignete Antennenplatzierung kann ebenfalls eine Optimierung des Funksystems erreicht werden.
In der Regel können Anwender mit Hilfe von Planungstools Funkfeldplanungen durchführen, z. B. für WLAN- oder Bluetooth-Systeme. Dazu gehören unter anderem die Einstellung der Sendeleistung, die Antennenauswahl sowie deren Platzierung und Ausrichtung.

Bild 6 zeigt als Beispiel eine Funkfeldplanung, in der den Funkzellen 1 bis 3 jeweils ein anderer, sich nicht überlappender Frequenzbereich A bis C zugewiesen wurde. Funkzelle 4 ist räumlich von Funkzelle 1 soweit entfernt, dass Funkzelle 4 den Frequenzbereich A erneut nutzen kann, ohne Funkzelle 1 zu beeinflussen.
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