Inhouse-Wireless

Funkstandards für medizinische Anwendungen

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Lösungen sind meist proprietär

Obwohl nicht lizenzpflichtig, ist das Implementieren dieser Lösungen proprietär, wodurch sie effektiv geschlossene Systeme sind. Das hat allerdings Folgen für Wartung und Ausbau. Und schließlich können Kompatibilitätsprobleme zu anderen Technologien auftreten. Viele Technologien arbeiten mit 433/868MHz unterhalb des Frequenzbands von 2,4 GHz. Frequency Shift Keying (FSK) ist eine einfache Point-to-Point Topologie, die beispielsweise in vielen drahtlosen Nahbereichs-Telemetriesystemen eingesetzt wird. In der Vergangenheit wurde FSK für die drahtlose Schlüsseleingabe eingesetzt. Ohne ein kohärentes Vernetzungselement ist eine Koexistenz in einem dicht belegten HF-Spektrum nicht möglich.

Bild 2: Vergleich der verwendeten Wireless-Übertragungswege (Archiv: Vogel Business Media)

Immer mehr Drahtlostechnologien bieten gute Vernetzungsfunktionen für ISM-(Industrial, Scientific and Medical Band-)Frequenzen. Bluetooth ist die bekannteste Technik. Andere sind WiFi, Wibree/Ultra Low Power Bluetooth und ZigBee/IEE 802.15.4. Aufgrund ihrer Vorzüge kommen sie alle für den Einsatz in medizinischen Anwendungen in Frage, haben aber ihre Schwachpunkte.

Bluetooth für die Nahbereichskommunikation

Relevant ist der verwendete Protokollstack und das Betriebsumfeld für die Drahtloslösung. Bluetooth wird dort eingesetzt, wo eine Nahbereichskommunikation mit hoher Bandbreite erforderlich ist. Der Bluetooth-Protokoll-Stack ist komplex. Viele verschiedene Geräteklassen benötigen dazu ein eigenes Profil.

Das im Bluetooth-Stack integrierte Handshaking wurde für eine gut detektierbare Ad-Hoc-Vernetzung nicht gut konzipiert, sondern für den Aufbau aneinander angepasster Paare. Diese können nach dem so genannten Pairing auf der Basis der von beiden angebotenen Dienste zusammenarbeiten. Ein Aufbau solcher Verbindungen über größere Flächen gehört nicht zu den Funktionen des Bluetooth-Stacks. Mit maximal sieben Knoten sind in einem Bluetooth Netzwerk sind die Netze schlecher ausgeleuchtet und weniger flexibel.

WiFi vernetzt größere Distanzen

Bei WIFi ist die ausgeleuchtete Fläche größer als bei Bluetooth. Der WiFi-Stack ist komplexer und erfordert mehr Rechenleistung und Systemspeicher. Auf Grund dieser Systemanforderungen kommt WiFi nicht für den Einsatz in kleineren Geräten oder bei Geräten in Frage, die zwischen den Aufladevorgängen für längere Zeit betrieben werden müssen.

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