Beschaffungsprozesse Fünf Tipps, wie Einkäufer und Lieferanten durch Sourcing-Marktplätze wettbewerbsfähiger werden

Redakteur: Margit Kuther

Nur jeder vierte Mittelständler nutzt für Ausschreibungen einen Sourcing-Marktplatz im Web, so eine Schätzung des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik. Dabei kann diese Plattform Einkäufer und Lieferanten zusammenbringen, die oft bislang nichts voneinander wussten.

Anbieter zum Thema

Sourcing-Marktplätze ermöglicht Einkäufern und Lieferanten, zuverlässige Geschäftsverbindungen aufzubauen.

Einkäufer können über diese Plattformen Produkte und Fertigungsteile schneller und kosteneffizienter beschaffen. Und Lieferanten bringen ihre Produkte rasch an den Markt und verbessern damit ihre Auslastung.

Wer einen Sourcing-Marktplatz nutzen möchte, muss zielgerichtet vorgehen und einige Grundregeln befolgen.

Dazu hat Martin Hengstmann, Area Sales Manager Buy-Side bei der Sourcing-Plattform MFG.com in München fünf Tipps zusammengestellt. MFG.com zählt über 200.000 Mitglieder auf fünf Kontinenten.

„Der kostenlose Test-Account auf einem Sourcing-Marktplatz kann für Unternehmen ein guter Einstieg sein, um das Leistungsspektrum und die Abläufe bei Ausschreibungen zu erkunden“, so Martin Hengstmann.

1. Transparenz in den Beschaffungsprozessen schaffen

Nur wer weiß, was im Einkauf passiert, erkennt die Schwachstellen und kann für Abhilfe sorgen.

Dazu muss ein Unternehmen beispielsweise ermitteln, welche Produkte in welchen Größen, mit welchen Materialeigenschaften, in welchen Mengen, zu welcher Qualität und zu welchem Preis bei welchem Lieferanten bezogen werden.

Zusätzlich sorgen Lieferantenvergleiche und die Festlegung von Einkaufskennziffern (Qualität der gelieferten Bauteile und Komponenten, Reaktionszeit bei Anfragen, Termintreue,

Vollständigkeit der Lieferung, etc.) für mehr Transparenz im gesamten Bereich der Beschaffung, die damit messbar und steuerbar wird.

2. Electronic Sourcing mit der bisheriger Beschaffung vergleichen

Wer Electronic Sourcing nutzt, muss sich Ziele setzen und deren Erreichung kontrollieren.

Dazu müssen beispielsweise die Erfahrungen und Ergebnisse der elektronischen Ausschreibungen bei der Lieferantensuche, dem Abschluss von Verträgen, der Liefertreue, den Prozesskosten sowie der Qualität der Bauteile und Komponenten über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten mit der herkömmlichen Beschaffung verglichen werden.

Damit lassen sich verlässliche Aussagen treffen, in welchen Fällen Electronic Sourcing die besseren Ergebnisse liefert, und wo der Prozess optimiert werden kann.

3. Serviceleistungen eines Sourcing-Marktplatzes berücksichtigen

Ausschlaggebend für die erfolgreiche Nutzung eines Sourcing-Marktplatzes sind die angebotenen Serviceleistungen.

Ohne die geht es nicht, denn ohne menschliches Zutun kommen die passenden Einkäufer und Lieferanten nicht zusammen. Dazu zählt etwa, welche Dienstleistungen in der Registrierungsgebühr enthalten sind.

Zu den Premium-Services gehört beispielsweise, dass ein Sourcing-Marktplatz aktiv und weltweit nach geeigneten Lieferanten für eine bestimmte Ausschreibung sucht und dem Einkäufer innerhalb weniger Stunden passende Angebote unterbreitet.

Ein wichtiges Qualitätskriterium sind Tools zur Lieferantenbewertung, wie sie etwa die großen Online-Shops im B2C-Handel schon seit langem bieten.

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:25333750)