SPS 2025 Festo stellt Automatisierung auf eine Softwarebasis

Von Manuel Christa 2 min Lesedauer

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Zum 100-jährigen Jubiläum richtet Festo den Blick auf Software und Daten. Digitale Engineering-Tools, KI-gestützte Auswertung und neue Automatisierungsplattformen sollen Maschinen transparenter machen. Im Mittelpunkt stehen unter anderen Festo AX Controls, der Edge Controller CEPE und digitale Zwillinge.

SPS 2025: Festo digitalisiert die Steuerung(Bild:  Manuel Christa)
SPS 2025: Festo digitalisiert die Steuerung
(Bild: Manuel Christa)

Jede Maschine soll sich künftig standardisiert analysieren lassen, unabhängig von Hersteller oder Steuerung. Dafür baut Festo sein Portfolio an Software und digitalen Services aus. Es reicht von hardwareunabhängigen Anwendungen über gerätebezogene Apps bis zu digitalen Zwillingen, die den gesamten Lebenszyklus einer Anlage abbilden. „Wir begleiten dabei unsere Kunden ganzheitlich entlang des gesamten Wertschöpfungsprozesses“, erklärt Frank Notz, Vorstand Sales bei Festo. Auf Basis valider Daten können Anwender Antriebe korrekt dimensionieren, Wartungsstrategien anpassen und ihre Anlagen enger an übergeordnete IT-Systeme koppeln.

Digitale Services, KI und virtueller Assistent

Im digitalen Engineering setzt Festo auf Werkzeuge für die Auslegung von Antrieben und Pneumatik, für die effiziente Erstellung von Schaltplänen und für die Simulation ganzer Maschinenkonzepte. Mit dem System Configurator, der AX-Steuerungsintegration und erweiterten Engineering-Tools lassen sich Projekte durchgängig planen, dokumentieren und in Betrieb nehmen. Smartenance und Motion Insights liefern im laufenden Betrieb Daten zu Wartungsbedarf, Verfügbarkeit und Performance.

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KI-gestützte Software wertet diese Daten aus und unterstützt drei zentrale Szenarien: Predictive Maintenance reduziert ungeplante Stillstände, Predictive Quality zielt auf niedrigeren Ausschuss, Predictive Energy deckt Leckagen und Energieverluste in pneumatischen Systemen auf. „Das hilft Entwicklern, Einkäufern und Wartungspersonal, die optimale Lösung auszuwählen und Einsparungen von bis zu 80 % zu erreichen“, so Notz. Die Asset Administration Shell (AAS) dient als gemeinsamer Datencontainer und erleichtert die Integration in Industrie-4.0-Umgebungen.

Eine zusätzliche Entlastung verspricht der virtuelle Assistent von Festo. Der Chatbot auf KI-Basis beantwortet Fragen zu Produkten, Dimensionierungsparametern, Spezifikationen und Materialeigenschaften. Er führt durch Installations- und Montageschritte, verweist auf passende Handbücher und technische Dokumente und unterstützt bei Hardware- und Firmware-Einstellungen. Auch Hinweise zur Fehlerbehebung, zum technischen Support sowie zu Sicherheitsprotokollen und Branchenstandards ruft der Assistent in Sekunden ab. Genauso ist der Agent dazu fähig, als „Coding-Assistent“ per MCP-Protokoll bei der Programmierung einer Steuerung zu helfen.

AX Controls, CEPE und PLCnext im Zusammenspiel

Festo AX Controls verbindet Steuerungstechnik, Motion-Funktionen, KI-Auswertung, Datenintegration und vorausschauende Wartung in einer gemeinsamen Umgebung. Sie umfasst ein offenes Betriebssystem, Steuerungssoftware, Visualisierung, Hochsprachen und Low-Code-Optionen bis hin zur Inbetriebnahme-Software. Auf Hardware-Seite reicht der Bogen vom klassischen Motion Controller über modulare Steuerungen bis zum Edge Controller CEPE.

Der Edge Controller CEPE übernimmt dabei eine wesentliche Rolle. Als erstes Produkt von Festo mit integriertem Betriebssystem lässt sich der Controller über eine offene Architektur an verschiedene Anwendungen anpassen. Software-Apps können Anwender direkt mit der Hardware oder später separat hinzufügen. Die Plattform arbeitet echtzeitfähig, steuert viele synchronisierte Motoren und Antriebe und bindet gleichzeitig das elektrische und pneumatische Portfolio von Festo ein. So entsteht eine offene Automatisierungsarchitektur, die sich auf unterschiedliche Branchen und Maschinentypen übertragen lässt.

Technologische Basis von Festo AX Controls ist das offene Betriebssystem PLCnext von Phoenix Contact. Es bringt Echtzeiteigenschaften, moderne Programmiersprachen und eine containerisierte Laufzeitumgebung zusammen, die auch KI-Anwendungen und Cloud-Anbindung zulässt. (mc)

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