Interdisziplinarität ist wichtig. Aber sie erfordert Anstrengungen im Unternehmen. Der Kongress Innovation 360° liefert hierfür wissenschaftlich erarbeitete Handlungsempfehlungen.
Prof. Dr.-Ing. Birgit Vogel-Heuser, TU München: „Damit wir den Anschluss im internationalen Vergleich nicht verlieren, müssen wir, vereinfacht gesagt, die für den Kunden bessere, effizientere Lösung in immer kürzerer Zeit entwickeln und liefern können. Und genau dafür ist Innovationsmanagement absolut wichtig.“
(Bild: TU München / Sebastian Ulewicz)
Interdisziplinarität? Niemand bestreitet, dass sie wichtig ist. Doch viele wissen auch: Sie ist alles andere als einfach und erfordert eigene Anstrengungen. Der Sonderforschungsbereich „Zyklenmanagement von Innovationsprozessen – Verzahnte Entwicklung von Leistungsbündeln auf Basis technischer Produkte“ (SFB 768) hat sich mit insgesamt 17 Teilprojekten diese Mühe gemacht. Mit Informatik, Maschinenwesen, Psychologie, Soziologie und Wirtschaftswissenschaften umfassen sie ein breites Disziplinen-Spektrum, das sich sogar über ganz verschiedene Wissenschaftskulturen erstreckt.
Die Forscher haben festgestellt, dass Interdisziplinarität nicht einfach so passiert, sondern man sie miteinander wollen, lernen und praktizieren muss. Dabei hilft eine gemeinsame Frage. Im SFB 768 lautet sie: Wie können Unternehmen befähigt und unterstützt werden, Innovationsprozesse erfolgreich zu gestalten, und zwar unter Berücksichtigung der zyklischen Einflussfaktoren?
Die Ergebnisse des Forschungsprojektes werden am 17. und 18. September 2019 im Rahmen des Kongresses Innovation 360° einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Im Sinne interdisziplinärer Lösungen für zyklische Innovationsprozesse werden Use Cases zu Wissensmanagement, Inkonsistenz-Management, Change-Management und Stakeholder-Integration erläutert. Im Rahmen der acht halbtägigen Seminare können Sie auch Ihre unternehmensspezifischen Fragen mit Experten verschiedenster Herkunft diskutieren oder untersuchen.
Seminar 1: Innovation bedeutet auch Ändern!
Wir laden Sie dazu ein, in einem interaktiven Workshop die Ergebnisse der Forschung mit Ihren Herausforderungen zu verknüpfen und so die wissenschaftlichen Ergebnisse im Bereich des Änderungsmanagements anwendungsnah erleben zu können. Diese Resultate werden im Rahmen des Workshops auf konkrete Problemstellungen der Industrieteilnehmer angewandt und durch den gemeinschaftlichen Austausch von Best Practices ergänzt.
Seminar 2: Wissen agil für Innovationen nutzen
Wissen ist eine Schlüsselressource für Innovationen und Wettbewerbsvorteile von Unternehmen. Folglich bildet effektives Wissensmanagement (engl. Knowledge Management) einen wichtigen Grundstein für den Unternehmenserfolg. Wir laden Interessenten zu diesem Seminar ein. Lernen Sie interdisziplinäres Wissensmanagement und dazugehörige „Best Practices zum Mitnehmen“ kennen.
Seminar 3: Stakeholder-Integration für Geschäftsmodell-Innovationen
Innovationen sind essentiell für den nachhaltigen Erfolg von Unternehmen. Dabei bieten Geschäftsmodellinnovationen besonderes Potential. Der Workshop „Potentiale von Stakeholder-Integration im Innovationsprozess“ befasst sich mit der Vorstellung und der interaktiven Anwendung von Werkzeugen für Geschäftsmodellinnovationen und Entwicklung von Nutzungsdatenstrategien.
Seminar 4: Inkonsistenzen in Innovationsprojekten beherrschen lernen
Innovationsprojekte werden immer komplexer und Änderungszyklen werden immer kürzer. Dabei müssen alle Informationen im Projekt konsistent gehalten werden, um kostenintensive Fehler und Projektverzögerungen zu vermeiden. In unserem Workshop bieten wir Ihnen einen Einblick in die Möglichkeit, neue Methoden und Werkzeuge zur Handhabung von Inkonsistenzen in Ihrem Innovationsprojekt kennenzulernen.
Seminar 5: Möglichkeiten der Konsistenz- und Wissenssicherung
Die Bedeutung des Datenaustausches innerhalb des Netzwerks der verschiedenen datenerzeugenden und -konsumierenden Softwaresysteme im Lebenszyklus eines technischen Systems wächst. Leider werden der für einen effizienten und qualitativen Entwurf notwenige Datenaustausch sowie die Integration dieser Daten in einem Informationsmodell erschwert. Ein Ansatz zur einfachen Umsetzung des Datenaustausches wird durch eine zentralisierende Datenlogistik gebildet die Datenquellen und Datensenken verbindet. Diese basiert auf drei grundlegenden Säulen: einer zentral Datenlogistik, flexiblen Adaptern als Werkzeugschnittstellen zur Datenlogistik, sowie einem Disziplinen bzw. Gewerke integrierenden Datenmodell, das nicht versucht Inkompatibilitäten zu harmonisieren, aber Abhängigkeiten zwischen Entwurfsdaten abbildbar macht. Ansätze für eine solche Datenlogistik werden vorgestellt.
Sonderforschungsbereich „Zyklenmanagement von Innovationsprozessen“: Das Projektteam des SFN 768 vereint Expertinnen und Experten aus Informatik, Maschinenwesen, Psychologie, Soziologie und Wirtschaftswissenschaften und erstreckt sich über ganz verschiedene Wissenschaftskulturen.
(Bild: TU München)
Seminar 6: Wie transferiere ich Expertenwissen vom Hirn ins Projekt?
Aufgabenstellung und Seminarinhalte: „Nutzung vorhandener Potentiale und ihrer Freisetzung im Projektalltag“. Praktische Einführung in die Aufgabenstellung anhand konkreter Beispiele aus der Praxis. Beispiele für den spezifischen Einsatz bekannter Methoden, wie Design Thinking und der TRIZ-Innovationsprinzipien zur Freisetzung von Potentialen zur Nutzung heterogener Wissensquellen im konkreten Entwicklungskontext. Vorstellung von konkreten Lösungsansätzen und deren Umsetzung. Praktisches Erarbeiten von konkreten Lösungen in Kleingruppen der Seminarteilnehmer. Bewertung der Ergebnisse und deren Potential.
Stand: 08.12.2025
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Seminar 7: Der Weg zum modellbasierten Digital Twin Engineering
Zur Umsetzung und Nachverfolgbarkeit eines Digital Twin Engineerings müssen neben 3D CAD-Modellen auch logische Modelle, die Abläufe und das Verhalten eines Systems kontinuierlich über die Zeit erfassen, Berücksichtigung finden.
Wir gehen einen ersten Schritt in diese Richtung und stellen ein Rahmenwerk zur Verbindung von Hardware, Software, Laufzeit und Simulation durch verzahnte Ausführungsschleifen vor. Dieses Modellgerüst bildet die Grundlage für Abfragen über die im Zeitablauf entstandenen Veränderungen. Diese werden auch in Modellen zugänglich gemacht.
Solche Modelle werden in kollaborativen Teams meist gleichzeitig weiterentwickelt. Es müssen also Änderungen visualisiert und Konflikte behoben werden. Ein solches Konfigurationsmanagement für Modelle bietet das Tool LemonTree. Die Referenten stellen ihre Ansätze anhand eines digitalen Zwillings (5-Achsen Greifarmroboter) vor.
Seminar 8: Transformation der Wertschöpfung durch Smart Services
Produzierende Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus forcieren gegenwärtig vielfach den Wandel vom Produkthersteller zum Serviceanbieter. Dabei stehen insbesondere digitale Services – sog. Smart Services – im Fokus der Unternehmen. Die erforderlichen hybriden Wertschöpfungssysteme zur Erbringung von digitalen Smart Services unterscheiden sich jedoch mitunter grundlegend von den Systemen, die gegenwärtig in den klassischen, hardwaregetrieben Unternehmen des Maschinen- und Anlagebaus vorherrschen. Die angestrebte Transformation vom Produkthersteller zum Smart-Service-Anbieter kann folglich nur dann gelingen, wenn das bestehende Wertschöpfungssystem entsprechend angepasst wird. Dabei muss der Transformationsprozess als soziotechnischer Prozess in den Dimensionen „Mensch“, „Organisation“, „Business“ und „Technik“ vollzogen werden.
Vortragsreihe Innovation 360°: 12 Expertenvorträge plus Keynote
Die acht vorgestellten Seminare erstrecken sich über zwei Tage und werden am 18. September von einer Vortragsreihe flankiert, in der 13 Experten Impulse zu einzelne Aspekten eines erfolgreichen Innovations- und Wissensmanagement geben. Darunter auch die Keynote von Prof. Dr.-Ing. Birgit Vogel-Heuser, Sprecherin des SFB 768 der Technischen Universität München. Ihr Thema: Forever Young Software – Wie kann man Softwareevolution managen?
Parallel zum Kongress Innovation 360° findet der 1. ASE-Kongress statt, eine Veranstaltung für Softwareentwicklung in der Automatisierung. Die Teilnehmer beider Veranstaltungen können jeweils auch die Vorträge und Seminare der anderen Veranstaltung besuchen. Darunter auch die Keynote am 17. September von Dr. Rainer Stetter von ITQ. Sein Thema: Industrie 4.0 braucht Education 4.0.
Beide Kongresse werden in einer Kooperation von TU München und ELEKTRONIKPRAXIS durchgeführt und von zahlreichen Hochschulen, Universitäten und Industrieunternehmen unterstützt. Beide Kongressprogramme und alle Infos für Teilnehmer und Aussteller sowie die Anmeldung finden Sie unter www.innovation360grad.de und www.ase-kongress.de.