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Für Echtzeitbetrieb unter erschwerten Umweltbedingungen entwickelt
Der VMEbus ist grundlegend für den deterministischen Echtzeitbetrieb unter erschwerten Umweltbedingungen entwickelt worden. Diese Eigenschaften müssen nicht nachträglich, zusätzlich aufgepfropft werden. Die in Telekom-Anwendungen oft benötigte Hot-Swap-Eigenschaft ist in der VT schon seit etwa 15 Jahren spezifiziert, wurde aber nie groß herausgestellt, weil bei vielen Anwendungen diese Eigenschaft nicht die erhöhten Anwendungsanforderungen erfüllt. Bei diesen Anwendungen darf der Fall eines Kartentausches gar nicht erst auftreten. In einem Zug, ob bei 80 km/h (U-Bahn) oder bei 500 km/h (Transrapid) wird niemand im laufenden Betrieb unter den Wagenkasten kriechen und dort ausgefallene Karten tauschen. Auch auf dem Mars ist ein Kartentausch in den Landefahrzeugen nicht möglich.
Industrielle Anwendungen gibt es in gigantischer Vielfalt aber immer nur in kleinen bis sehr kleinen Stückzahlen. Daher ist die Standardisierung in diesem Fall so wichtig. Proprietäre Sonderentwicklungen wären unbezahlbar, weil garantiert nie große Stückzahlen eine Spezialentwicklung amortisieren würden. Industrielle Systeme werden daher in kleiner Stückzahl und großer Vielfalt aus Standard-Elementen konfiguriert. Die Standardisierung der VT war von Anfang an offen und lizenzfrei. Sie wird von einer öffentlich-rechtlichen Organisation (ANSI und teilweise IEEE, IEC) durchgeführt. Es gibt im AN-SI/VITA Normungsgremium VSO keinen dominanten Hersteller dessen Winkelzüge möglicherweise die anderen Mitglieder eines üblicherweise halbprivaten Vereins nachvollziehen oder abnicken müssen.
VT kann keine Massenprodukte hervorbringen
Es ist als Folge aus den vorgenannten Tatsachen sicher verständlich, dass die VT keine Massenprodukte hervorbringen kann. Die nach Stückzahlen meisten Anwendungen werden heutzutage immer aus PCs oder von der PC-Technik abgeleiteten Produkten bestehen. Aufgrund der unterschiedlichen Einsatzanforderungen gibt es eine echte Konkurrenz der verschiedenen Systemtechniken nur selten. Sie ergänzen sich mit geringen Überlappungen. Die eine Technik wird also die andere nicht verdrängen. Dort wo sich die technischen Möglichkeiten oder die betrieblichen Anforderungen verändern, werden sich auch die Marktanteile der unterschiedlichen Techniken etwa gleichlaufend anpassen.
*Hermann Strass ist unabhängiger Consultant im Bereich der Embedded-Computing-Industrie.
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