EMV-gerechter Anlagenbau EMV-Maßnahmen erhöhen die Verfügbarkeit von Niederspannungs-, Daten-, IT- und MSR-Systemen
Die elektrotechnische Infrastruktur ist gegenüber transienten Störungen zu schützen. Zum Schutz solcher Anlagen werden Blitz- und Überspannungsschutzmodule eingesetzt. Genauso müssen Netzformen, Erdungs- und Schirmungsanlagen sowie EMV-Maßnahmen angepasst und eingehalten werden.
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Jede Spannung zwischen zwei Punkten verschiedener Potenziale verursacht ein elektrisches Feld. Jeder Stromfluss ist von einem magnetischen Feld umgeben. Solange sich diese Felder nicht ändern ist deren Auswirkung vernachlässigbar. Treten hingegen sich ändernde Felder auf, wird in Leiterschleifen nach den Maxwellschen Gleichungen eine Spannung oder ein Strom induziert.

All diese betriebsfrequenten und dynamischen Störungen dringen durch leitungsgeführte galvanische, induktive und kapazitive Kopplungen in Systeme ein (Bild 1).
Anlage fachgerecht planen
Praktische Maßnahmen, die für fachgerechte Planung und Ausführung herangezogen werden müssen, können nach folgenden Punkten gegliedert werden:
- Massung ausführen und Netzsystem auswählen
- Schutzzonenkonzepte ausbilden
- Kabel- und Leitungsanlagen sowie Anordnung der Trassierungen dimensionieren
- Schirmungskonzepte auswählen
Der Begriff Massung vereint die Anlagenteile Erdung und Potenzialausgleich. Erdungsanlagen dienen vorrangig zur Einhaltung der Abschaltbedingungen, zum Schutz gegen elektrischen Schlag, vor Brandgefahren sowie vor Blitz- und Überspannungseinwirkungen. Grundsätzliche Anforderungen an zukunftsfähige Erdungssysteme sind deren Stromtragfähigkeit, der Aufbau eines niederimpedanten Systems, keine Neutralleiter-Mehrfacherdung sowie der Einbau verwendungsnaher Anschlusspunkte.
Die Erdungsmaßnamen beinhalten alle Ausführungen, um die Erde als gemeinsames Bezugspotenzial in das Anlagensystem einzubeziehen. Die Anforderungen des Potenzialausgleiches aus DIN VDE 0100 Teile 410 und 540 sind dagegen auf den Schutz von Personen ausgerichtet.
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