EMV-gerechter Anlagenbau

EMV-Maßnahmen erhöhen die Verfügbarkeit von Niederspannungs-, Daten-, IT- und MSR-Systemen

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Blitz- und Überspannungsleiter integrieren

In der Energieversorgung können hier am Übergang der Blitzschutzzone 0/1 leistungsstarke Blitzstromableiter – wie zum Beispiel der Typ 1-Ableiter Flashtrab von Phoenix Contact - eingesetzt werden. An den inneren Zonenübergängen ist die Installation von Überspannungsableitern der Typen Valvetrab – ein Typ 2-Ableiter — sowie von Geräteschutzmodulen der Serie Plugtrab (Typ 3-Ableiter) sinnvoll.

Bei der Installation von Blitz- und Überspannungsschutzgeräten ist auf die energetische Koordination der einzelnen Module zu achten. Um diese Problematik zu umgehen, hat Phoenix Contact Blitz- und Überspannungsmodule nach dem AEC-Prinzip (Active Energie Controlling) ausgestattet. Hierdurch können Blitz- und Überspannungsableiter unmittelbar aufeinander folgend in Installationen integriert werden.

In der Informationstechnik gelten die gleichen Anforderungsbedingungen - jedoch müssen diese an die jeweiligen Systemspezifikationen angepasst werden. So ist in der IEC 61643-22:2004-11 festgeschrieben, dass in Abhängigkeit von den Installationsbedingungen auch ein einziges Überspannungsschutzmodul zum Schutz aller Blitzschutzzonenübergänge eingesetzt werden kann.

Mit einer großen Auswahl für unterschiedliche Anwendungsfälle bietet Phoenix Contact mit den Serien Plugtrab und Termitrab variable Lösungen an. Neben dem reinem Schutzaufbau für die Signalkreise ist der direkte oder indirekte Erdungsanschluss, der von dem gewähltem Netzsystem und dem Massungskonzept bestimmt wird, ein wesentlicher Gesichtspunkt bei der Auswahl eines Ableiters.

Kabel- und Leitungsanlagen dimensionieren und Trassierungen anordnen

Bild 4: Führung und Ausführung von Leitungsstraßen unter EMV-Gesichtspunkten (Archiv: Vogel Business Media)

Kabelwege sind geschirmt auszuführen: mittels metallenen Rohren oder mittels gut leitenden abgedeckten Kabelträgersystemen. Die Trennstellen der Trassen müssen zur Überbrückung mit zwei Potenzialausgleichsleitungen verbunden werden.

Unterschiedliche Systemverkabelungen sind auf voneinander räumlich getrennten Trassen zu führen. Alle Trassen sind in regelmäßigen Abständen untereinander und so oft wie möglich mit der Massung, mindestens jedoch an den jeweiligen Enden, zu verbinden (Bild 4).

Sollten getrennte Trassenführungen einen unverhältnismäßigen Kosten- und Installationsaufwand verursachen, können die Leitungen auch in einer Trasse mit leitend verbundenem, fest installiertem Trennsteg und Abdeckung geführt werden. Die einzuhaltenden Mindestabstände sind zum Einen in den einschlägigen Normenreihen wie DIN VDE 0100-520, VDE 0804-100 und VDE 0855-1 dokumentiert. Für die Auslegung der Kabel- und Leitungsanlage ist die DIN VDE 0289 heran zu ziehen. Sie erlaubt die Reduzierung des N-Leiterquerschnittes nur bei symmetrischer Belastung.

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