Möglicher Ausstieg der Gründer Elmos prüft Verkauf des Chipgeschäfts

Von Sebastian Gerstl 2 min Lesedauer

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Elmos lotet laut Insidern einen möglichen Verkauf aus. Der Dortmunder Automotive-Halbleiterspezialist habe demnach bereits erste Gespräche aufgenommen und eine Investmentbank beauftragt, einen möglichen Verkaufsprozess zu begleiten.

Steht ein Verkauf von Elmos im Raum? Medienberichten zufolge planen die Gründer des Unternehmens, die weiterhin mehrheitlich Anteile am Dortmunder Automotive-Spezialisten halten, den Ausstieg aus dem Chipunternehmen.(Bild:  Elmos)
Steht ein Verkauf von Elmos im Raum? Medienberichten zufolge planen die Gründer des Unternehmens, die weiterhin mehrheitlich Anteile am Dortmunder Automotive-Spezialisten halten, den Ausstieg aus dem Chipunternehmen.
(Bild: Elmos)

Der Dortmunder Halbleiterhersteller Elmos Semiconductor prüft Insidern zufolge einen möglichen Verkauf des Unternehmens. Das melden das Handelsblatt sowie die Nachrichtenagentur Reuters unter Verweis auf mit der Angelegenheit vertrauten Insider. Demnach würden die Gründer des Unternehmens derzeit über einen Ausstieg aus dem auf Automotive-Anwendungen spezialisierten Chipanbieter nachdenken. Die Inverstmentbank Morgan Stanley sei bereits mit der Begleitung eines möglichen Verkaufsvorgangs beauftragt worden.

Nach Informationen aus dem Umfeld laufen bereits erste Gespräche mit potenziellen Interessenten, in erster Linie größere internationale Halbleiterunternehmen. Als naheliegende Kandidaten fallen in diesem Zusammenhang die Namen Infineon und Qualcomm. Beide Unternehmen sind Stark im Automotive-Geschäft vertreten und haben angekündigt, ihre Position im Markt für Automotive-Halbleiter weiter auszubauen und dafür ihr Produktportfolio verbreitern zu wollen. Weder Elmos noch Infineon haben sich derzeit gegenüber Reuters oder dem Handelsblatt zu diesen Meldungen geäußert.

Elmos zählt zu den etablierten Spezialisten für Chips in Fahrzeugsicherheits-, Licht- und Antriebsstrangsystemen. Das 1984 gegründete Unternehmen hat sich in den vergangenen Jahren strategisch neu aufgestellt und Ende 2024 seine Dortmunder Waferfertigung an Littelfuse verkauft. Damit rückte das Geschäftsmodell stärker in Richtung Entwicklung und Design, während die Fertigung ausgelagert wurde.

Verkauf der Dortmunder Wafer-Fab wurde bereits genau geprüft

Eine mögliche Transaktion dürfte nicht nur industriell, sondern auch regulatorisch genau beobachtet werden. Beobachter rechnen damit, dass deutsche und europäische Behörden einen Eigentümerwechsel eingehend prüfen würden. Hintergrund ist auch, dass frühere Transaktionen im Umfeld der Elmos-Fertigung bereits politische und regulatorische Aufmerksamkeit ausgelöst hatten.

Im November 2022 hatte das Unternehmen seine Chipfabrik an ein Tochterunternehmen des chinesischen Konzerns Sai Microelectronic verkaufen wollen. Diese Pläne wurden aber nach einem Veto des Bundeswirtschaftsministeriums unterbunden. Die Dortmunder Wafer-Fab wurde schließlich Ende 2024 an das US-amerikanische Industrietechnologieunternehmen Littelfuse verkauft. Elmos begründete diesen Schritt damit, dass man die Fertigung auslagern wolle, um sich mehr auf die Chip-Entwicklung konzentrieren zu können.

Für den Ausgang eines möglichen Verkaufsprozesses ist zudem die Aktionärsstruktur entscheidend. Größter Einzelaktionär des 1984 gegründeten Unternehmens ist die Beteiligungsgesellschaft von Mitgründer Klaus Weyer mit knapp 21 Prozent. Hinzu kommen weitere, mit den ursprünglichen Gründern Weyer, Gunter Zimmer und Norbert Ellenberger verbundene Einrichtungen. Diese halten zusammen die Mehrheit am Unternehmen, was den Gründern erheblichen Einfluss auf Verlauf und Ergebnis eines möglichen Prozesses gibt.

Operativ kommt Elmos aus einer vergleichsweise stabilen Position, wie aus den erst vor wenigen Tagen veröffentlichten Quartalszahlen hervorgeht. Für 2025 meldete das Unternehmen einen Rekordumsatz von 582,6 Millionen Euro, leicht über Vorjahr. Das EBIT ging jedoch um rund 13 Prozent auf 125,7 Millionen Euro zurück. Für 2026 stellt Elmos ein Umsatzwachstum von rund 11 Prozent sowie eine verbesserte Marge von etwa 24 Prozent in Aussicht. (sg)

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