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„Elektrische“ IAA 1991
„Die deutschen Autobauer haben in Sachen Elektromobilität verschlafen!“ – wer das behauptet, war wohl nicht auf der IAA 1991 in Frankfurt. So präsentierte BMW dort das Elektrofahrzeug E 1 mit Bremsenergierückgewinnung und einem 45-PS-Elektromotor. Als Energiespeicher kamen Natrium-Schwefel-Akkus zum Einsatz, die eine Betriebstemperatur von 300 °C erforderten und 200 kg auf die Waage brachten. Nach einer Ladezeit von acht Stunden konnten mit dem 120 km/h schnellen E-Mobil bis zu 260 km zurückgelegt werden.
Auch VW setzte damals auf den Elektroantrieb und stellte das Hybridauto Chico mit einer 60 kg schweren Nickel-Cadmium-Batterie vor, der von einem Elektromotor mit 7 kW und einem 2-Zylinder-Verbrennungsmotor mit 25 kW angetrieben wurde. Er erreichte eine Spitzengeschwindigkeit von 131 km/h. Mercedes stellte einen elektrisch angetriebenen 190er vor, Opel baute den 85-kW-Elektroantrieb des EV1-Prototypen Impact in einen Astra Caravan ein und Ford kündigt an, seine Elektroautos auf Escort-Basis mit 70 bis 100 Exemplaren im Großversuch zu testen. Auch andere Europäer hatten damals bereits die Zeichen der Zeit erkannt: So etwa Renault mit dem Clio-électrique und Fiat mit dem Panda Elettra.
Tesla Roadster mit 6831 Laptop-Akkus
2006 wurde der Tesla Roadster vorgestellt und ging 2008 in Serienfertigung. Angetrieben wird er von einem 215-kW-Elektromotor im Heck, der den zweisitzigen Sportwagen in rund 3,9 s auf 100 km/h beschleunigt und bei 201 km/h elektronisch abgeregelt wird. Mit seinem 450 kg schweren Akkupack aus 6831 Zellen handelsüblicher Lithium-Ionen-Akkus des Typs 18650 hat der Tesla Roadster eine Reichweite von rund 340 km.
Elektrisch angetriebenes Unter-Wasser-Cabrio
Auf dem Genfer Auto Salon 2008 stellte der Schweizer Auto-Visionär und Rinspeed-Boss Frank M. Rinderknecht den sQuba auf Basis des Lotus Elise vor – ein elektrisch angetriebenes Tauch-Auto, das bis zu 10 m unter Wasser „fliegen“ kann. Die Unterwasser-Höchstgeschwindigkeit des Cabrios beträgt 3 km/h, an Land sind es 120 km/h. Drei Motoren sind im Heck untergebracht. Einer sorgt für Vortrieb zu Lande, zwei treiben die Propeller für die Unterwasserfahrt an. Unterstützt werden sie durch zwei Jetantriebe im Bug. Luft erhalten die Passagiere über ein eingebautes Pressluft-System wie es Taucher kennen. Die Stromversorgung stellen Lithium-Ionen-Akkus sicher.
Mit acht Rädern 400 km/h im Visier
Prof. Hiroshi Shimizu von der Keio University in Tokio stellt 2009 den Eliica (Electric Lithium-Ion battery Car) vor, ein 2,4 t schweres und 5,1 m langes Konzeptauto, das er mit 40 Studenten gebaut hatte. Das Entwicklungsziel war eine Höchstgeschwindigkeit von 400 km/h. Bei Tests wurden mit einem speziell auf Geschwindigkeit getrimmten Prototypen immerhin schon 370 km/h erreicht. Der Eliica hat vier Achsen und acht Räder, von denen jedes von einem elektrischen 55-kW-Radnabenmotor angetrieben wird. Das Standardmodell mit einer Gesamtleistung von 440 kW beschleunigt in 4 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 190 km/h. Die Reichweite mit einer vollen Batterieladung beträgt rund 325 km, wobei der Ladevorgang allerdings 10 Stunden dauert.
„White Zombie“ – der Wolf im Schafspelz
John Wayland hat einen weißen Datsun 1200 Coupe aus dem Jahr 1972 für Dragster-Rennen umgebaut: Statt des ursprünglichen 70-PS-Benzinmotors werkeln nun zwei E-Maschinen, die zusammen gut 500 PS leisten und den Youngtimer in 1,8 s von 0 auf 60 mph (96 km/h) beschleunigen. Damit ist der „White Zombie“ das Elektroauto mit Straßenzulassung, das die größte Beschleunigung bietet. Ein Video zum "White Zombie" finden Sie hier.
Gasturbinen laden die Akkus während der Fahrt
Auf dem Pariser Automobilsalon 2010 präsentierte Jaguar die 330 km/h schnelle Konzept-Studie C-X75, die in 3,4 s von 0 auf 100 km/h beschleunigt. Angetrieben wird der zweisitzige Sportwagens von vier elektrischen Radnabenmotoren mit jeweils 145 kW. Die Lithium-Ionen-Akkus können in 6 Stunden am 220-V-Netz geladen werden und sorgen alleine für eine Reichweite von 109 km. Allerdings sind zwei kleine Gasturbinen an Bord, die zusammen 140 kW liefern und die Batterien bei Bedarf während der Fahrt aufladen, was die Reichweite des C-X75 auf 900 km verlängert. Im „Track“-Modus leiten die Gasturbinen aber auch direkt zusätzliche Energie an die E-Motoren, was ein maximales Drehmoment von 1600 Nm ermöglicht.
Schnellster Elektrorenner mit Straßenzulassung
Zwei Elektromotoren mit einer Gesamtleistung von 1000 PS und einem Drehmoment von fast 1100 Nm beschleunigen den Supersportwagen Ultimate Aero EV von Shelby Supercars in 2,5 s auf rund 100 km/h und erlauben eine Spitzengeschwindigkeit von knapp 335 km/h. Laut Hersteller soll die Reichweite des elektrischen Supersportwagens mit einer Akkuladung zwischen 240 und 320 km liegen.
Elektroauto soll mehr als 650 km/h schaffen
Große Ziele hat sich ein Team der Ohio State University gesteckt, die mit ihrem Elektroauto Buckeye Bullet 3 die 650-km/h-Marke knacken wollen. Das Ziel ist keineswegs utopisch, denn bereits mit dem Vorgänger Bucket Bullet 2.5 hält das Team den aktuellen E-Auto-Weltrekord von 495 km/h. Der von Grund auf neu entwickelte Buckeye Bullet 3 wird von zwei bei Venturi entwickelten und gebauten Elektromotoren angetrieben, die Energie liefern A123-Lithium-Ionen-Batterien. Im Herbst 2012 soll es auf den Salzsee von Bonneville gehen – Rekorde brechen. Mehr zum Rekordversuch lesen Sie hier
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