Die Messe „Vision“ geht in die 25. Runde Eine Weltleitmesse für die Bildverarbeitung
Als 1996 die „Ident/Vision“ mit nur noch 50 Ausstellern ihren Tiefpunkt erreichte, ahnte niemand, dass daraus einmal die Weltleitmesse für Bildverarbeitungstechnik hervorgehen sollte. Allein in Deutschland hat die Branche 2011 laut VDMA, Fachbereich Industrielle Bildverarbeitung, die Umsatzrekordmarke von 1,5 Mrd. € erreicht.
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Das Anwendungsspektrum von Bild erfassenden Systemen zum Messen, Prüfen und Überwachen ist nahezu explodiert und erschließt immer neue Applikationsfelder, insbesondere auch die nicht-industriellen. So liegen zum Beispiel noch große Potenziale in der Landwirtschaft, in der Wartung und Überwachung von Solar- oder Windkraftanlagen, in der Nutzung von Fahrerassistenzsystemen, in der Nahrungsmittelproduktion, etwa der Qualitätsbewertung von Obst und Gemüse, und im Umweltschutz.
„Es existieren noch viele interessante Wachstumsmärkte und es ist noch nicht abzusehen, welche Chancen die Zukunft noch bieten wird“, betont Christof Zollitsch, Geschäftsführer der STEMMER IMAGING GmbH.
Sein nunmehr fast 40 Jahren kennt Ernst Rauscher, Inhaber des gleichnamigen Vertriebshauses für Bildverarbeitung, alle Fassetten der Technik und ihrer Anwendungen. 1973 begann Rauscher mit dem Vertrieb hochauflösender Grafikkarten für die Mustererkennung und -verarbeitung. Seinen Spürsinn für Trends setzt er zum Nutzen der Kunden ein, um stets aktuelle Technik für die BV-Lösungen bereitzustellen.
„Mit Elan rückt die Bildverarbeitungsbranche in nicht-industrielles Terrain vor“, konstatiert Rauscher, „die Medizintechnik bzw. Bildgebung steht hierbei besonders hoch im Kurs. Aktuelle Fortentwicklungen in der Rechnertechnik und der optischen Sensorik helfen dabei, die immensen Datenmengen der Medizintechnik zu verarbeiten. Diesen Trend hat die VISON bereits 2011 praxisnah präsentiert und stellte das Thema als aufstrebenden Anwendungsbereich ins Rampenlicht. Eine Medical-Discovery-Tour umfasste Ausstellerstände, Produkte, Lösungen und Dienstleistungen für medizintechnische Belange, die jeweils deutlich durch ein spezielles Logo hervorgehoben waren. Insgesamt hatten sich 42 Unternehmen an der Medical Discovery Tour 2011 beteiligt. Aufgrund des Erfolges wird sie in diesem Jahr fortgesetzt."
Weltweit arbeiten Forscher von renommierten Instituten an neuartigen Kameras, inspiriert durch das Fassettenauge etwa einer Fliege. Viele Einzelaugen kugel- oder halbkugelförmig angeordnet, nehmen Bilder aus unterschiedlichen Perspektiven auf, die dann zum Gesamtbild verrechnet werden. Mit einem einzigen Blick, lässt sich so ein Panorama von 360° dreidimensional überwachen. Was hier wie ein Zukunftsszenario anmutet, liegt gar nicht so fern.
Im Rahmen eines von der EU sowie von Nordrhein-Westfalen geförderten Projekts AVIGLE entwickelt zum Beispiel das Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme (IMS) zusammen mit der TriDiCam GmbH, beide Aussteller auf der VISION 2012, sowie weiteren Partnern, ein fliegendes 3D-Auge. Es soll als Flugroboter in die Lüfte steigen, am besten gleich im Schwarm, und Großereignisse oder auch Katastrophen intelligent überwachen oder 3D-Vermessungen von Gebäuden oder Städten durchführen. Der Vogelschwarm navigiere sich dann selbst, ohne dabei zu kollidieren. Herzstück dieser Technologie ist ein CMOS-Sensor, der am IMS entwickelt wurde und laut Entwicklungsleiter Werner Brockherde sehr effizient dreidimensionale Abstände vermessen könne.
Trend zu anwenderspezifischen CMOS-Sensoren
CMOS-Bildsensoren sind zukunftsweisend. Stets kleinere Pixel und größere Bildsensorflächen sind gewünscht. Brockherde: „Wir sehen aber auch den Trend hin zu anwenderspezifischen CMOS-Sensoren. Sie werden verstärkt angefragt. Denn die Hersteller wollen Alleinstellungsmerkmale in ihren Produkten haben. Zum Beispiel wird vermehrt nach CMOS-Sensoren gefragt, die im ultravioletten Lichtspektrum empfindlich sind oder spezielle Pixelstrukturen aufweisen.“
Auf der VISION 2012 (6. bis 8. November in Stuttgart) werden Experten über aktuelle Entwicklungen Auskunft geben. Unter dem Motto „One VISION“ sind dieses Jahr erstmals alle Aussteller für innovative Bildverarbeitungskomponenten wie Bildsensoren, Kameras, Vision-Sensoren, Framegrabber, Beleuchtungen, Laser, Optiken, Objektive, Software sowie Bildverarbeitungssysteme, Anwendungslösungen und Dienstleistungen in der Hochhalle 1 unter einem Dach vereint. Mit über 21.000 Bruttoquadratmetern ist dies die größte Messehalle der Messe Stuttgart.
„Es zeichnet sich jetzt bereits ab, dass die VISION 2012 flächenmäßig weiter wachsen wird“, sagt Florian Niethammer erfreut, Projektleiter der VISION bei der Messe Stuttgart, „die VISION ist mit der Branche zur Weltleitmesse aufgestiegen.“
Doch nicht nur die VISION 2012 befindet sich im Jubiläumsjahr, auch etliche Ausstellerfirmen sind es. Einige von ihnen sagen hier, wo sie zukünftige Innovations- und Wachstumspotenziale in der Bildverarbeitung sehen.
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