Meilensteine der Elektronik

Eine Sensor-Erfindung von besonderer Bedeutung

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Der Nutzen des neuen Messelements wird erkannt

Karl Hottinger, der während des Krieges als Mess-Ingenieur bei der Luftwaffen-Erprobungsstelle in Rechlin (Mecklenburg-Vorpommern) beschäftigt war, führte dort Verformungsmessungen mit induktiven Aufnehmern durch, für die er mit seinen Kollegen Trägerfrequenz-Messverstärker entwickelte.

Nach dem Krieg führte er 1952 mit diesen Messgeräten an Brücken der Deutschen Bundesbahn Verformungsmessungen mit DMS von Philips und induktiven Wegaufnehmern durch, die als Beweise für die Tauglichkeit der DMS gewertet wurden.

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Zur gleichen Zeit erwarb die Firma Carl Schenck in Darmstadt von der Baldwin Lima Hamilton Inc. aus den USA die Lizenz zur Herstellung von Draht-DMS und gründete mit Karl Hottinger die Hottinger Messtechnik GmbH, die 1955 die ersten DMS aus deutscher Produktion auf den Markt brachte und im gleichen Jahr einen mit diesen DMS ausgerüsteten Kraftaufnehmer vorstellte.

Aber auch in vielen anderen Ländern erkannte man die Nützlichkeit des neuen Messelements und arbeitete an dessen Entwicklung.

Der Schwede Gustafsson verminderte die Querempfindlichkeit durch seine 1946 vorgestellten Querbrücken-DMS, die als weitere grundlegende Verbesserung Träger aus Kunststoff anstelle der bis dahin verwendeten Zellulose hatten. Damit war zwar der Nachteil der nicht mehr nutzbaren physikalischen Kleber verbunden, konnte aber durch Entwicklung geeigneter chemisch aushärtender Kleber umgangen werden.

Der bemerkenswerteste Entwicklungsschritt erfolgte 1952 in Großbritannien durch Peter Jackson mit der Einführung des photochemischen Ätzverfahrens zur Herstellung von Folien-DMS, die sich in nahezu allen denkbaren Formen gestalten ließen. Damit wurde das Anwendungsspektrum weiter vergrößert. Speziell gestaltete DMS entstanden für das Ermitteln von Eigen- und Wärmespannungen. Auch für Anwendungen im Hochtemperaturbereich werden Spezial-DMS entwickelt, heute stehen Draht-DMS für Temperaturen bis ca. 950 °C zur Verfügung.

Für die Herstellung von Aufnehmern entstand die Laminiertechnik, die erlaubt, voll-ständige aus mehreren Widerständen bestehende Brückenschaltungen einschließlich der Abgleichelemente in einem Arbeitsgang zu installieren. Erwähnenswert ist hier auch die entstandene Dünnfilmtechnik, mit deren Hilfe die Bestandteile eines DMS auf einen Federkörper aufgedampft werden und somit eine Miniaturisierung der Aufnehmer erlauben.

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