Fertigungsdienstleister Ein deutscher Elektronikfertiger, der in Thailand produziert
1999 gründete Thomas Zimpfer in Thailand das EMS-Unternehmen Bluechips Microhouse. Europäische Kunden sollen hier genauso bedient werden wie von einem in Deutschland ansässigen Betrieb.
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Als Thomas Zimpfer im Jahr 1990 als Entwicklungsingenieur für ein deutsches Unternehmen nach Asien ging, war seine Mission überschaubar: Ein Einkaufsbüro für seinen damaligen Arbeitgeber zu etablieren. Dann aber machte sich Zimpfer selbstständig und stieg in das Geschäft mit der Leiterplattenproduktion und -bestückung in China ein. Zunächst mit mäßigem Erfolg: Die Qualität, Lieferzuverlässigkeit und auch die Abwicklung von Reklamationen ließen sehr zu wünschen übrig.
1999 stand der Unternehmer dann vor der Wahl: Aufgeben oder Neustart. Die meisten seiner Bekannten rieten zur Aufgabe. Zimpfer blieb unbeirrt und gründete in Thailand den Elektronikfertiger Bluechips Microhouse. Für Thailand sprach, dass es im Jahr 1999 „das politisch stabilste Land in Südostasien“ war und die besten Investment-Gesetze in der Region hatte.
Das Ziel des Gründers war es, einen Fertigungsdienstleister aufzubauen, der sich als deutsches Unternehmen präsentiert, aber eben in Thailand fertigt. „Als internationales Unternehmen sehen wir uns, weil unser Kundenstamm zu 90 Prozent aus Europa kommt, unser Team sich aus mehr als 10 Nationalitäten zusammensetzt und wir nach deutschem Standard produzieren“, erläutert Thomas Zimpfer. Für die Kunden, so der Anspruch, sollte es aber nicht spürbar sein, ob die Elektronikprodukte in Deutschland oder in Thailand gefertigt werden. Die Kosteneffizienz sei mit chinesischen Verhältnissen vergleichbar oder liege im Vergleich zu Standorten wie Shanghai sogar noch höher.
Produktfamilien bilden das Kerngeschäft
Bei asiatischen Elektronikfertigern denkt man unwillkürlich an Massenproduktion und hohe Stückzahlen. Bluechips spezialisiert sich dagegen auf kleinere und mittlere Stückzahlen. Das entspricht der Philosophie des Unternehmensgründers: Für Zimpfer ist nicht die Produktionsmenge an sich interessant, sondern Produktfamilien, da dies den Aufwand in der Bauteilebeschaffung minimiert.
Ein vergleichsweise überschaubarer Bauteilebestand reicht somit aus, um eine relativ große Produktpalette abzudecken: „Wenn man sich Produktpaletten wie dezentrale I/Os ansieht, dann gibt es High-Runner, die in etlichen Tausend Stück pro Jahr laufen, aber es gibt auch Baugruppen, die laufen zwischen 50 und 100 Stück. Das können wir sehr gut abbilden, das ist auch das Geschäft, das uns interessiert.“
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