Fertigungsdienstleister

Ein deutscher Elektronikfertiger, der in Thailand produziert

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Geschäftsführer Thomas Zimpfer: Der Gründer und Eigentümer von Bluechips Microhouse.
Geschäftsführer Thomas Zimpfer: Der Gründer und Eigentümer von Bluechips Microhouse.
(Bild: Bluechips)

Der Kundenschwerpunkt liegt im Bereich Automation und Drive, Analytik und Sensorik. Sobald die Zertifizierung nach der ISO-Norm 13485 abgeschlossen ist, steht auch die Medizintechnik auf dem Plan des Unternehmens. Bluechips ist außerdem nach den Standards ISO9001, SA8000, ISO14001 und ESD zertifiziert.

Für die Kunden sind natürlich die Reaktions- und Lieferzeiten von Bedeutung. Die Ware wird in der Regel am Freitag oder Samstag per Luftfracht versandt und kommt dann meist am Montag morgen am Flughafen Frankfurt/Main am Zoll an.

Rückverfolgbarkeit wird immer mehr zum Thema

Gründer und Geschäftsführer Thomas Zimpfer legt großen Wert darauf, dass sich das Unternehmen operativ nicht von einem in Deutschland ansässigen EMS-Dienstleister unterscheidet: „Alles, was Sie hier in Deutschland haben, haben wir auch. Wo wir vermehrt unser Augenmerk drauflegen, ist Manufacturing-Execution-Software (MES). Denn wir brauchen zwischen unserem SAP-System und unserem Shop-Floor noch eine Software-Ebene, die es uns ermöglicht, Echtzeitdaten zu analysieren und Prozesse zu tunen oder unter Umständen auch die Produktion anzuhalten.“

Das MES-System ist auch deswegen notwendig, weil das Thema der Rückverfolgbarkeit der Fertigungsprozesse immer wichtiger wird. Diese Traceability ist im Bereich Medizintechnik unverzichtbar, sie wird aber auch mehr und mehr von den Kunden im Automatisierungssegment verlangt:

„Der Trend geht ja eindeutig dahin, dass man künftig eine Rückverfolgbarkeit auf Prozessdaten sicherstellen muss. Und mit der Implementierung von MES-Software kann man das mit vertretbarem Aufwand realisieren. Wir haben die Rückverfolgbarkeit der Bauteile mit gewissen Kompromissen in SAP abgebildet, aber wir werden das vermutlich auch auf die MES-Software umstellen. Wir haben heute zum Beispiel eine Lotpasteninspektion und eine AOI (automatische optische Inspektion), die kommunizieren heute schon miteinander. Wenn ich Fehler mit dem AOI detektiere, bekomme ich gleich das Pastendruckbild und kann dann sehen, inwieweit der Pastendruck die Ursache für den Fehler ist.“

Darüber hinaus steht Bluechips seinen Kunden als Entwicklungsdienstleister zur Seite. Eigentümer Zimpfer sieht die Stärke seines Betriebs hier primär im Embedded-Bereich, zum Beispiel bei der Display-Technik im Bereich von LCD/LED-Displays oder TFTs. Eine eigene modulare Entwicklungsplattform erlaubt es außerdem, Kunden eine spezifische Lösung anzubieten. Im Bereich Softwareentwicklung liefert Bluechips eine Standard-Linux-Firmware inklusive der Gerätetreiber.

Die neu errichtete Fabrik nahe der Stadt Chiang Mai im Norden Thailands verfügt über vier SMD-Linien auf 2400 Quadratmeter Produktionsfläche mit einer Kapazität von 106.300 CPH. Über 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind hier beschäftigt. Die Fabrik, das ist eine Besonderheit, ist auf Stelzen gebaut. Da die Hochwasserkatastrophe, die Thailand im Herbst 2011 heimsuchte, zahlreiche Fabriken verwüstete, darunter zum Beispiel auch von namhaften Festplatten- und Kameraherstellern, hat der Firmengründer vorgebaut: Dank der Stelzen, so Zimpfer, „haben wir mit Sicherheit keine Hochwasserprobleme mehr.“ Auf der diesjährigen Fachmesse SPS IPC Drives, die vom 22. bis zum 24. November in Nürnberg stattfindet, stellt sich Bluechips in der Halle 8 am Stand 101 vor.

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