Grundlagen für die Elektrotechnik Drei Generationen von Physikern: die Familie Becquerel

Von Antonio Funes 6 min Lesedauer

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Die Familie Becquerel prägte die Physik und Chemie über ein Jahrhundert hinweg. Antoine César legte mit seinen Forschungen zur Elektrizität den Grundstein, sein Sohn Alexandre Edmond machte bahnbrechende Entdeckungen zur Phosphoreszenz, und Henri wurde mit der Entdeckung der Radioaktivität weltberühmt. Ein Blick auf eine außergewöhnliche Wissenschaftsdynastie.

Wir beleuchten in unserem Seitenblick gleich drei Generationen der Physiker-Familie Becquerel (Symbolbild).(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
Wir beleuchten in unserem Seitenblick gleich drei Generationen der Physiker-Familie Becquerel (Symbolbild).
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

In diesem Seitenblick widmen wir uns gleich drei Physikern, die für die Grundlagen der Elektrotechnik nicht unwichtig waren und drei Generationen derselben Familie vertreten. Den Nachnamen der drei Wissenschaftler kennen viele im Zusammenhang mit radioaktiver Strahlung, denn es geht um Antoine César Becquerel, seinen Sohn Alexandre Edmond Becquerel sowie um Sohn Antoine Henri Becquerel, folglich Enkel von Antoine César Becquerel.

Die physikalische Einheit Becquerel, abgekürzt Bq, beschreibt die mittlere Anzahl an Atomkernen, die in einer Substanz pro Sekunde zerfallen. Es handelt sich somit um eine Einheit, die eine Aktivität beschreibt. Sie wurde nach dem jüngsten Spross der drei genannten Becquerel-Physiker, Antoine Henri Becquerel, benannt, der als Entdecker der Radioaktivität gilt. Zuerst befassen wir uns aber mit seinem Großvater Antoine César Becquerel.

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Antoine César Becquerel – Ausbildung in Kriegszeiten

Am 8. März des Jahres 1788 wurde Antoine César Becquerel in Châtillon-Coligny geboren, einer heute knapp 2.000 Einwohner zählenden Gemeinde, etwa 120 Kilometer von Paris entfernt. Er hatte das Privileg, an der Polytechnischen Schule studieren zu dürfen, einer Elite-Hochschule in Paris. In diesem Rahmen wurde er auch in der berühmten Schule Lycée Henri IV ausgebildet. Der Mathematiker Augustin-Louis Cauchy, der vorwiegend durch die Erweiterung der von Wilhelm Leibniz und Sir Isaac Newton entwickelten Analysis-Grundlagen bekannt wurde und wichtige Grundlagen bezüglich der Elastizitätstheorie begründete, war einer Becquerels Ausbilder.

1808, im Alter von 20 Jahren, nahm er beim französischen Militär eine Stelle als Ingenieursoffizier an, wobei er in Spanien unter dem General Louis Gabriel Suchet diente. Dieser hatte sich in den Koalitionskriegen (1792 bis 1815) bewährt und war von Napoleon im Jahr 1811 mit höchsten militärischen Ehren ausgezeichnet worden. Antoine César Becquerel wiederum stieg bis zum Bataillonschef auf und verließ nach dem Ende der Kriege die Armee.

Antoine César Becquerel entdeckt die Piezoelektrizität

Wissenschaftlich waren Elektrochemie und Magnetismus die Gebiete, mit denen sich Becquerel schwerpunktmäßig beschäftigte. Ein Thema war dabei die Erzeugung von Elektrizität in galvanischen Elementen. Er entdeckte im Jahr 1819 zudem das Phänomen der Piezoelektrizität, also der Spannungsveränderung in einem Objekt, wenn es elastisch verformt wird. Um den elektrischen Widerstand besser messen zu können, verbesserte er 1826 das Differenzial-Galvanometer – das Gerät führte knapp 30 Jahre später durch Werner Siemens und Carl Ludwig Frischen zum Prinzip des Differenzialgegensprechens bei Telegrafenleitungen.

1829 entwickelte Becquerel einen Vorläufer der galvanischen Zelle in Form eines konstanten Gleichstrom-Elementes. Ab dem Jahr 1837 lehrte er am Pariser Naturkundemuseum, parallel dazu war er im Austausch mit der Preußischen Akademie der Wissenschaften und wurde 1837 von der britischen Wissenschaftlervereinigung Royal Society zum Mitglied gewählt. 1851 wurde ihm diese Ehre auch seitens der Königlich Niederländischen Akademie der Wissenschaften zuteil. Zuvor wurde Antoine César Becquerel Präsident der französischen Wissenschaftsakademie, und zwar seit dem Jahr 1839. Am 18. Januar 1878 verstarb er schließlich in Paris im Alter von 89 Jahren. Antoine César Becquerel wurde nach seinem Tod als einer von 72 Wissenschaftlern geehrt, deren Namen an der Außenseite der ersten Etage des Eiffelturms verewigt wurden. Seine zwei Söhne wurden ebenfalls Physiker, wobei wir uns dem für die Grundlagen der Elektrotechnik relevanten Sprössling widmen wollen, nämlich Alexandre Edmond Becquerel.

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