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Vom Bauern zum Manager
Mehr Freizeit könnte Siegfried Schmitt gut gebrauchen. Wenn er nicht draußen auf seinen Feldern ist, arbeitet er vor dem Computer: „Ich verbringe heute schon ein Viertel meiner Zeit vor dem Rechner.“ Sein Vater, von dem er den Hof geerbt hat, hätte das nie verstanden. „Aber das gehört dazu“, sagt Schmitt.
Dass die neue Technologie mehr Zeit für den Landwirt bringt, glaubt er nicht: „Wir Landwirte sind selbstständig, und das heißt, dass man immer arbeiten muss. Die Digitalisierung wird uns nicht mehr Zeit bringen.“ Der Beruf allerdings werde sich grundlegend ändern – der Landwirt wird der Manager des Hofes.
Und das macht er mithilfe der digitalen Geräte via Smartphone, Tablet oder PC. Die Zukunft stellt sich Schmitt so vor: „Der Chef des Betriebs koordiniert nur noch mithilfe der Geräte.“ Wer dann die Maschinen fährt – der Geselle oder ein Computer – das sei egal.
Betriebe müssen wachsen
Auch wenn die digitale Landwirtschaft in erster Linie mehr Ertrag bringen soll, müssen die Landwirte viel investieren, um die Systeme anzuschaffen. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen müssen durchrechnen, ob sich das überhaupt lohnt.
Obwohl Unternehmen gerne versprechen, die Digitalisierung für alle zu ermöglichen, zweifelt Schmitt an der Umsetzbarkeit für alle: „ Für mich lohnt sich zum Beispiel ein automatisiertes Lenksystem nicht. Ich habe insgesamt 220 Hektar Fläche, aber meine Felder sind unterschiedlich groß.“
Das kleinste betrage gerade einmal 0,5 Hektar. „Bis ich den Acker programmiert habe, hab ich ihn auch selber abgefahren.“ Für einige der Systeme benötigen die Landwirte auch die entsprechende Fläche, damit sich die Technologien lohnen.
Deshalb müssten sich die Betriebe verändern, ist sich Schmitt sicher und schlussfolgert: „Der klassische Familienbetrieb stirbt mit den neuen Technologien aus.“ Kleine Betriebe würden mit der Konkurrenz und den wachsenden Vorschriften nicht mehr mithalten können. „Landwirtschaft wird es immer bleiben, aber auf eine andere Art und Weise.“
Aktion Elektronik hilft
IoT im Stall und auf dem Acker
***Der Beitrag erschien zuerst auf unserem Partner-Portal Konstruktionspraxis***
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