Leiterplatten-Routing

Dieses Routing ist automatisch und interaktiv zugleich

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Die auto-interaktive Break-Out-Technologie (AiBT)

Wenn komplexe BGAs miteinander verbunden werden sollen, dann wird in zwei Schritten vorgegangen: Zuerst werden unter einem BGA alle Leitungen nach außen geführt (etwa bis zur Gehäusekante). Sind alle Leitungen für dieses Design sinnvoll aus beiden BGAs geroutet, dann werden die offenen Enden an den BGAs miteinander verbunden. Lassen sich beim Heraus-Routen aus dem BGA eine spätere Kreuzung der Signale vermeiden, so wird dadurch die Anzahl der Durchkontaktierungen verringert und die Signalqualität verbessert. Das Break Out bzw. Fan Out bis zur Gehäusekante unter einem BGA bietet also viel Optimierungspotenzial.

Mit AiBT können in einer Split-Ansicht beide Enden eines Busses betrachtet und gleichzeitig interaktiv optimiert werden, sodass es möglichst wenige Kreuzungen gibt. Die Split-Ansicht ist vorteilhaft, da zum Auflösen von Kreuzungen Änderungen von mehreren Signalen an beiden Break Outs betroffen sind.

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Methode des auto-interaktiven Convert Corner (AiCC)

AiCC ermöglicht eine gezielte Bearbeitung der Ecken bereits verlegter Leitungen und differentieller Paare. Wenn sich während der Design- oder Redesign-Phase Vorgaben ändern und ein bereits verlegtes Signal mit anderen Ecken verlegt werden muss, ist dies eine zeitraubende Aufgabe.

Ohne AiCC-Funktion muss entweder jede Ecke einzeln manuell bearbeitet oder das Signal komplett gelöscht und neu verlegt werden. Mit AiCC können in bestehenden Layouts Signale angefasst und über Parameter alle Ecken (z.B. von 45 Grad) auf Bögen mit einem speziellen Radius geändert werden. Dabei bleibt die Grundstruktur des Routings erhalten.

Die besondere Technik des Scribble Route

Mit der Technik des Scribble Routing wird eine neue Art des Autoroutings unterstützt. Der Anwender skizziert den Pfad lediglich grob durch Bewegung des Cursors. Erst nach dem Absetzen eines Klicks folgt der Scribble Router der Vorgabe und beachtet dabei alle Einstellungen und Design-Regeln.

Das Routing benachbarter Leitungen wird durch ein kontrolliertes Push & Shove gegebenenfalls angepasst. Aus einer groben Skizze entsteht in Sekundenbruchteilen ein elektrisch richtiges Routing mit geraden Strecken und 45-Grad-Segmenten.

Timing Vision ist eine Arbeitsumgebung, die es dem Anwender gestattet, Timing- und Phasen-Informationen direkt im Layout in Echtzeit zu visualisieren. Dieser Thematik kommt besonders bei High-Speed-Designs eine hohe Bedeutung zu.

Timing Vision erkennt zu lange und zu kurze Leitungen

Es ist schwer mit Zunahme der komplexen Regeln die Übersicht zu behalten und zu sehen, welche Leitungen passen bzw. zu lang oder zu kurz sind. Mit Timing Vision wird eine neue Art der farblichen Kodierung verwendet. Es gibt auf der aktiven Lage grün für Leitungen mit der richtigen Länge, gelb und hellgelb für Leitungen die nur etwas zu lang bzw. zu lang sind sowie rosa und rot für Leitungen die nur etwas zu kurz und zu kurz sind.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen dem Timing-Modus, welcher den Fokus auf Minimal-, Maximal- bzw. Matched-Delay legt und dem Phasen-Modus, bei dem der Phasenabgleich der differentiellen Signale im Mittelpunkt steht. Da differentielle Signale selbstverständlich auch Timing-Regeln unterworfen sind, ist es üblich zunächst die Phase zu korrigieren, bevor man das Routing durch Mäanderstrukturen den Timing-Regeln anpasst. Die Stärke von Timing Vision liegt darin, auch komplexe Zusammenhänge wie verschachtelte Längenregeln (nested matching groups) bei DDR3-Applikationen zu visualisieren.

* Dirk Müller ist Geschäftsführer der FlowCAD EDA-Software Vertriebs GmbH in Feldkirchen.

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