Netzentwicklungsplan 2012 Diese vier Stromautobahnen sollen die deutsche Energieversorgung sichern
Angela Merkel erklärt den Stromnetzausbau zur Chefsache, denn „große Übertragungsleitungen werden gebraucht, um die Industriegebiete im Süden mit Windenergie zu versorgen“. Die vier großen Übertragungs-Netzbetreiber präsentieren ihre Pläne.
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Das aktuelle Atomgesetz sieht bis 2022 einen kompletten Ausstieg aus der Atomkraft vor. Bis 2050 sollen 80% des nationalen Energiebedarfs durch erneuerbare Energien abgedeckt werden.
Im ersten Entwurf des Netzentwicklungsplans 2012 (NEP) präsentieren die Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW der Öffentlichkeit gewählte Verfahren, Methoden und genutzte Daten sowie die daraus abgeleiteten Maßnahmen zur bedarfsgerechten Optimierung, Verstärkung und zum Ausbau des Stromnetzes. Die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber zeigen mit diesem Entwurf des Netzentwicklungsplans 2012 den benötigten Netzausbau in den nächsten zehn Jahren auf.
Der Netzentwicklungsplan sieht vier große Stromautobahnen vor, die sich über mehrere hundert Kilometer durch das Land ziehen und rund 20 Mrd. Euro kosten werden. Dabei wird erstmals auf 2100 Kilometer die HGÜ-Technik (Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung) eingesetzt. Das bedeutet, dass der Strom wie in einer Einbahnstraße vom Nordosten in den Süden geleitet wird. Für kürzere Strecken werden 1700 Kilometer klassische Wechselstromleitungen eingesetzt. Nach Angaben der Bundesnetzagentur misst das gesamte Stromnetz stattliche 1,75 Millionen Kilometer.
Dabei beschreibt der Netzentwicklungsplan 2012 keine konkreten Trassenverläufe von Übertragungsleitungen, sondern er dokumentiert den notwendigen Übertragungsbedarf zwischen Netzknoten. D.h., es werden Anfangs- und Endpunkte von zukünftigen Leitungsverbindungen definiert.
Drei Szenarien des NEP bis 2022
Für den ersten Netzentwicklungsplan 2012 wurden drei Szenarien erstellt, die die voraussichtlichen energiewirtschaftlichen Entwicklungen in Deutschland bis zum Jahr 2022 abbilden. Eines dieser Szenarien wurde bis in das Jahr 2032 fortgeschrieben. Die Szenarien unterscheiden sich im Wesentlichen durch die Prognosen zur Entwicklung der erneuerbaren Energien im Rahmen der künftigen Stromerzeugungsstruktur.
Als sogenanntes Leitszenario bildet das Szenario B 2022 eine Entwicklung ab, die besonders robuste Erkenntnisse für die zukünftige Netzentwicklung liefert. Die wesentlichen Schwerpunkte der unterschiedlichen Szenarien sind in Kurzfassung:
SZENARIO A 2022 „KLASSISCH“

• Es erfolgt ein moderater Anstieg der Stromerzeugung aus Steinkohle im konventionellen Bereich.
SZENARIO B 2022 (LEITSZENARIO) /B 2032 „AUSGEWOGEN“

• Die Stromerzeugung aus Gaskraftwerken steigt an, um Versorgungssicherheit und Flexibilität im System zu wahren (Gas als „Brückentechnologie“).
• Das Szenario wird bis 2032 fortgeschrieben.
SZENARIO C „ERNEUERBAR“

• Es wird von keinem wesentlichen Zubau konventioneller, d.h. fossiler Kraftwerke in Deutschland bis 2022 ausgegangen.
Die Bürger können an derOnline-Konsultation über den ersten Entwurf Netzentwicklungsplan Strom 2012 teil nehmen.
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