Solarstrom in Deutschland Der Eigenverbrauch wächst 2024 auf 12,28 TWh

Von Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter 2 min Lesedauer

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Der Eigenverbrauch von Solarstrom in Deutschland hat 2024 einen neuen Rekordwert von 12,28 TWh erreicht. Dem gegenüber stehen 60 TWh Netzeinspeisung. Das entspricht einem Anteil von 17 Prozent. Fraunhofer-Forscher prognostizieren weiteres Wachstum durch hohe Strompreise und die zunehmende Verbreitung von Batteriespeichern.

Der eigenverbrauchte Solarstrom in Deutschland betrug 2024 12,28 TWh. Basis der Auswertung sind die Daten des Marktstammdatenregisters sowie Daten der Übertragungsnetzbetreiber.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Der eigenverbrauchte Solarstrom in Deutschland betrug 2024 12,28 TWh. Basis der Auswertung sind die Daten des Marktstammdatenregisters sowie Daten der Übertragungsnetzbetreiber.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Bis 2009 war Eigenverbrauch von Solarstrom wirtschaftlich unattraktiv: Die Einspeisevergütung lag über dem Strombezugspreis. Seitdem hat sich das Verhältnis umgekehrt. Kombiniert mit der Sektorkopplung steigt der wirtschaftlich motivierte Eigenverbrauch stark an.

Ausgehend von noch moderaten 0,25 TWh im Jahr 2012, stieg der Wert auf 3,55 TWh bis zum Jahr 2020. Bereits 2022 erreichte der Eigenverbrauch 5,57 TWh, um sich bis 2023 auf 8,20 TWh zu steigern. Im Jahr 2024 lag der eigenverbrauchte Solarstrom bei 12,28 TWh.

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen als Treiber

„Im Jahr 2024 lag der Eigenverbrauch nun bei 12,28 TWh. Bei einer Netzeinspeisung von knapp 60 TWh hat der Eigenverbrauch im Jahr 2024 einen Anteil von 17 % an der Nettostromerzeugung aus Photovoltaik. Das ist eine merkliche Steigerung gegenüber dem Jahr 2023, in dem der Anteil 13 % betrug“, sagte Tobias Reuther, Datenexperte für die Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien am Fraunhofer ISE.

„Wir erwarten, dass der Eigenverbrauch durch die hohen Strompreise und den Erfolg von Batteriespeichern weiterhin steigen wird“, ergänzte Christoph Kost, Abteilungsleiter für Energiesystemanalyse am Fraunhofer ISE.

Positive Netzeffekte durch dezentrale Nutzung

„Es lohnt sich für Haushalte, insbesondere wenn sie mit dem Strom auch eine Wärmepumpe betreiben oder ihr E-Auto laden, ist aber auch für die Stabilität des Stromnetzes von Vorteil. Der Strom wird dann direkt dort produziert, wo er verbraucht wird, ohne je im Stromnetz gewesen zu sein.“ Das entlastet die Netzinfrastruktur und trägt zur Stabilität des Stromnetzes bei.

Neue Analysemethode für präzise Quantifizierung

Für ihre Untersuchung entwickelten die Forscher eine spezielle Methodik auf Basis der Daten des Marktstammdatenregisters sowie der Übertragungsnetzbetreiber. Das Forschungsteam kategorisierte den deutschen PV-Anlagenbestand nach Zeitpunkt der Inbetriebnahme, Leistungsklasse und Anlagentyp. Unter Berücksichtigung verfügbarer Daten zu Einspeiseverhalten und installierten Speichern wurde der Eigenverbrauch für insgesamt 44 unterschiedliche Eigenverbrauchsgruppen ermittelt.

Die detaillierten Ergebnisse sind Teil einer Analyse für das Umweltbundesamt und wurden in einer Publikationsreihe veröffentlicht, die Auswertungen für acht Technologien erneuerbarer Energien umfasst. (heh)

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