Trace- und Debug-Systeme Dies bieten die gängigen Debug-Tools zur Embedded World 2025

Von Sebastian Gerstl 4 min Lesedauer

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Erweiterter RISC-V-Support, verbesserte Echtzeit-Datenanalyse und bessere Tools für die Automotive-Entwicklung: Rechtzeitig zur Embedded World 2025 wurden für die etablierten Trace- und Debuglösungen zahlreiche Erweiterungen für Ihre Tools und Visualisierungssysteme angekündigt. Wir stellen die wesentlichen Neuheiten der drei führenden Anbieter näher vor.

Neben zahlreichen neuen Mikrocontroller-Familien haben die Tool-Anbieter Lauterbach, PLS und Segger zahlreiche Kooperationen und Funktionserweiterungen im Zusammenhang mit ihren bewährten Trace- und Debug-Werkzeugen angekündigt.(Bild:  Lauterbach)
Neben zahlreichen neuen Mikrocontroller-Familien haben die Tool-Anbieter Lauterbach, PLS und Segger zahlreiche Kooperationen und Funktionserweiterungen im Zusammenhang mit ihren bewährten Trace- und Debug-Werkzeugen angekündigt.
(Bild: Lauterbach)

Lauterbach erweitert den Debug-Support für Arduino-Boards und ermöglicht Entwicklern, die TRACE32-Debugging-Funktionen kostenlos mit den Modellen GIGA R1 WiFi und Opta zu nutzen. Diese Boards basieren auf dem STM32H747-Dual-Core-Mikrocontroller mit einem Cortex-M7 und Cortex-M4, die über ein Remote Procedure Call-Mechanismus kommunizieren. Entwickler können mit TRACE32 über eine serielle GDB-Schnittstelle arbeiten, während für tiefere Debugging- und Tracing-Funktionen der µTrace-Hardware-Debugger erforderlich ist. Der Support für Arduino-Geräte trägt zur Vereinfachung von Entwicklungsprozessen bei und erleichtert insbesondere die Arbeit mit industriellen IoT-Anwendungen sowie leistungsfähigeren Mikrocontrollern.

Lauterbach stellt sein in Zusammenarbeit mit Corellium entwickeltes Automotive-Referenzdesign Arm RD-1 AE in einer Live-Demo auf der embedded World 2025 vor.(Bild:  Lauterbach)
Lauterbach stellt sein in Zusammenarbeit mit Corellium entwickeltes Automotive-Referenzdesign Arm RD-1 AE in einer Live-Demo auf der embedded World 2025 vor.
(Bild: Lauterbach)

Im Automobilsektor engagiert sich Lauterbach zunehmend in der Software-definierten Fahrzeugentwicklung (software defined vehicle, SDV). Mit dem Beitritt zur SOAFEE Special Interest Group arbeitet das Unternehmen an der Entwicklung standardisierter Softwarelösungen für Fahrzeuge, die eine nahtlose Integration von Cloud- und Edge-Computing ermöglichen. Die TRACE32-Tools sind bereits auf moderne Automotive-SoCs ausgerichtet und ermöglichen das Debugging über den gesamten Software-Lifecycle – von virtuellen Steuergeräten bis zu realen Chips. Zudem arbeitet Lauterbach mit Corellium zusammen, um Entwicklern eine Cloud-basierte Entwicklungsumgebung auf Basis des Arm RD-1 AE-Referenzdesigns bereitzustellen. Diese ermöglicht frühzeitiges Testing und Validierung von SDV-Software noch bevor physische Hardware verfügbar ist. Die Kooperation beschleunigt den Entwicklungsprozess und trägt zur Optimierung sicherheitskritischer und KI-gestützter Anwendungen im Automobilbereich bei. Automotive-Entwickler können sich auf der Embedded World in Nürnberg vom 11. bis 13. März 2025 am Lauterbach-Stand 210 in Halle 4 näher über diese gemeinsame Lösung informieren, inklusive Live-Demo.

Die Universal Debug Engine (UDE) 2025 von PLS unterstützt nun das Simulationsmodell des Generic Timer IP Module (GTM) von Bosch in der Entwicklungsumgebung COSIDE von COSEDA Technologies. Damit können Entwickler GTM-Anwendungen bereits in der Pre-Silicon-Phase unabhängig vom später eingesetzten Mikrocontroller entwickeln, testen und debuggen. Die Simulation des GTM erlaubt eine vollständige Abbildung der digitalen und analogen Umgebung sowie der Steuerungssoftware, wobei leistungsfähige Debugging-Werkzeuge wie ein Waveviewer zur Analyse interner Signale genutzt werden können.

Die Kooperation von PLS und COSEDA Technologies erschließt Entwicklern die Möglichkeit, GTM-Anwendungen bereits in der Pre-Silicon-Phase gänzlich unabhängig vom später zum Einsatz kommenden Host-Microcontroller hocheffizient und zuverlässig zu entwickeln, zu testen und zu debuggen. (Bild:  PLS - Programmierbare Logik & Systeme)
Die Kooperation von PLS und COSEDA Technologies erschließt Entwicklern die Möglichkeit, GTM-Anwendungen bereits in der Pre-Silicon-Phase gänzlich unabhängig vom später zum Einsatz kommenden Host-Microcontroller hocheffizient und zuverlässig zu entwickeln, zu testen und zu debuggen.
(Bild: PLS - Programmierbare Logik & Systeme)

Ein wesentlicher Vorteil dieser Integration besteht in der verbesserten Debugging-Funktionalität für die Multi-Channel Sequencer (MCS) des GTM. Während auf realer Hardware nur zwei Hardware-Breakpoints zur Verfügung stehen, ermöglicht das Debugging im COSIDE-Simulator eine unbegrenzte Anzahl an Breakpoints. Zudem wird beim Erreichen eines Breakpoints das gesamte GTM-Modell angehalten, wodurch ein nicht-invasives Debugging ohne Einfluss auf das Systemverhalten möglich ist. Die Simulation ist vollständig reproduzierbar und erleichtert die Fehlersuche erheblich. Ein weiterer Vorteil besteht in der durchgängigen Nutzung der UDE als Debugger-Frontend sowohl für die Simulation als auch für reale Hardware, sodass ein späterer Wechsel ohne Umstellung auf ein anderes Tool erfolgen kann. Einen entsprechenden Demonstrator präsentiert PLS Programmierbare Logik & Systeme auf der Embedded World 2025 in Nürnberg in Halle 4, Stand 4-310.

Auch Segger hat für seine bewährten Trace- und Debug-Lösungen zum Februar 2025 eine Reihe von Erweiterungen und Neuerungen angekündigt. So erweitert der Tool- und Lösungsanbieter den Support für verschiedene Mikrocontroller-Architekturen und bringt neue Debugging- sowie Programmierlösungen auf den Markt. Die J-Link Debug-Probes, J-Trace-Analyzer und Flasher-Programmiergeräte unterstützen nun den Nordic Semiconductor nRF54L15 SoC mit Cortex-M33 und RISC-V-Coprozessor. Während für den Cortex-M33 vollständiger Debug- und Flash-Support verfügbar ist, wird der RISC-V-Coprozessor über J-Link und J-Trace debuggt. Ebenso erweitert Segger die Unterstützung auf die MCX-Mikrocontrollerfamilie von NXP, wodurch Entwickler von den schnellen Debugging- und Programmierfunktionen der J-Link-Geräte sowie der Flexibilität der Embedded Studio IDE profitieren können. Zudem wurde der Support für die Stellar P- und G-MCUs von STMicroelectronics implementiert. Diese Automotive-optimierten Multicore-Prozessoren ermöglichen eine effizientere Konsolidierung elektronischer Steuergeräte (electronic control units, ECUs), während Seggers Debugging- und Programmierwerkzeuge eine vereinfachte Entwicklungs- und Testphase unterstützen.

Seggers Echtzeit-Softwareverifikations- und Visualisierungstool SystemView wurde um eine Multicore-Unterstützung erweitert und kann nun auch auf Systemen mit mehreren CPU-Cores auf einem einzigen Chip eingesetzt werden.(Bild:  Segger)
Seggers Echtzeit-Softwareverifikations- und Visualisierungstool SystemView wurde um eine Multicore-Unterstützung erweitert und kann nun auch auf Systemen mit mehreren CPU-Cores auf einem einzigen Chip eingesetzt werden.
(Bild: Segger)

Neben der Erweiterung des MCU-Supports verbessert Segger auch seine Softwarelösungen: SystemView, das Tool zur Echtzeit-Datenanalyse und Visualisierung von Embedded-Systemen, wurde um Multicore-Support erweitert. Mithilfe von Seggers Real-Time Transfer-Technologie können nun Daten von mehreren CPU-Kernen gleichzeitig erfasst und in Echtzeit analysiert werden. Dabei bleibt die Granularität der Analyse erhalten – SystemView bietet zeitgenaue Aufzeichnung von Tasks, Interrupts, Funktionsaufrufen und Speicherbelegungen für jede einzelne CPU oder im Gesamtbild aller Kerne. Die Software läuft plattformübergreifend auf Windows, Linux und macOS und ist für Bildungseinrichtungen und nichtkommerzielle Nutzung kostenlos erhältlich. Die Multicore-Unterstützung erleichtert Entwicklern von Embedded-Systemen das Identifizieren von Engpässen, Nebenläufigkeitsproblemen und Timing-Ungenauigkeiten in komplexen Anwendungen. Segger ist auf der Embedded World ebenfalls mit einem eigenen Stand vertreten (Halle 4-367).(sg)

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