Touchdisplays

Die Wahl des Klebstoffs für das Display-Bonding

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Für eine hohe Bildqualität des Displays

Betrachtet man die optische Transparenz und Vergilbung von Silikonen und Acrylaten insbesondere unter dem Aspekt des Temperatureinflusses, zeigen sich für die anwendungsrelevanten Bedingungen für das Umfeld von Industrie und Automobilbau kaum wahrnehmbare Unterschiede. Für eine hohe Bildqualität auf dem Display muss der Klebstoff zudem extrem weich sein, damit keine durch Spannungen verursachte Bilddefekte entstehen, die auch Mura-Effekte genannt werden.

Hier haben die Silikone die Nase vorn, da sie noch etwas weicher sind als Acrylate, insbesondere im Vergleich zu dualhärtenden Licht-Feuchte-Acrylaten. Unabhängig vom Klebstoff muss aber ohnehin in allen Fällen seine Eignung in Eignungs- und Lagerungstests überprüft werden.

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Dieser Autorenbeitrag ist in der Printausgabe ELEKTRONIKPRAXIS 20/2015 erschienen. Diese ist auch als kostenloses ePaper oder als pdf abrufbar.

Was die Haftung angeht, liegen die Vorteile bei den Acrylaten. Insbesondere bei niedrigen Temperaturen erreichen sie höhere Werte und vermeiden dadurch Delaminationen in kalter Umgebung. Während das Rennen bei den Produkteigenschaften also relativ ausgeglichen ist, unterscheiden sich die Produktionsprozesse teilweise deutlich.

Große Unterschiede im Produktionsprozess

Für eine hohe Prozesszuverlässigkeit ist vor allem das komplette Aushärten des Klebstoffs essentiell. Das ist bei 2K-Silikonen auch in verdeckten Bereichen wie unter dem Schwarzdruck gegeben, sofern die Komponenten korrekt gemischt wurden – ein nicht zu unterschätzender Prozessschritt. Erschwerend kommt hier der verwendete Platin-Katalysator hinzu, der sehr empfindlich auf Verunreinigungen reagiert und eine korrekte Aushärtung behindern kann. Etwaige Mischprobleme sind dagegen bei den einkomponentigen Acrylaten ausgeschlossen.

Als Nachteil bei reinen UV-Acrylaten steht zu Buche, dass sie in Schattenzonen, in die kein Licht kommt, nicht vollständig aushärten. Anders verhält es sich mit den dualhärtenden Licht-Feuchte-Acrylaten. Wegen der zusätzlichen Feuchtevernetzung verfügen diese Klebstoffe genauso wie 2K-Silikone über eine sichere Schattenhärtung.

Beschleunigt man das Aushärten von Silikonen, wie häufig in der Praxis mit Wärme, ist der Produktionprozess beendet, sobald die Bauteile aus dem Ofen entnommen werden. Dies steht im Einklang mit dem Wunsch vieler Anwender, einen definiert abgeschlossenen Prozess innerhalb der Fertigung zu haben. Bei dualhärtenden Acrylaten dauert der Abschluss infolge der zusätzlichen Luftfeuchtigkeits-Härtung länger.

Allerdings sollten sich Anwender fragen, ob dies wirklich ein praxisrelevanter Nachteil ist, schließlich lassen sich die Bauteile innerhalb von Minuten nach der Lichthärtung weiterverarbeiten; das vollständige Aushärten erfolgt dann bei den weiteren Prozessschritten oder bei der Lagerung. Ein weiter Pluspunkt von Acrylaten ist ihre LABS (lackbenetzungsstörende Substanzen)-Freiheit. Im Gegensatz zu Silikonen vermeidet man damit potentielle Probleme in Nachfolgeprozessen.

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