Work-Life-Blending Die Verschmelzung von Arbeit und Freizeit

Redakteur: David Franz

Die Entwicklungsarbeit an zukunftsweisenden Technologien fordert ein sehr hohes Maß an Komplexität und Kreativität. Doch neben dem anspruchsvollen Ingenieursalltag gilt es einen Ausgleich zu finden.

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Gleitzeitmodell ohne Kernzeit: Ingo Jünemannn arbeitet als Entwickler bei Rohde & Schwarz und ist in seiner Freizeit als Trainer beim Bayerischen Leichtathletikverband tätig
Gleitzeitmodell ohne Kernzeit: Ingo Jünemannn arbeitet als Entwickler bei Rohde & Schwarz und ist in seiner Freizeit als Trainer beim Bayerischen Leichtathletikverband tätig
(Bild: Rohde & Schwarz)

Sie arbeiten im Spannungsfeld zwischen Hard- und Software, treiben Innovationen voran und betrachten ihren Beruf als Berufung: Elektrotechniker, Nachrichtentechniker und Informatiker. Einer dieser Ingenieure ist Ingo Jünemann, Kerneltreiber-Entwickler bei Rohde & Schwarz. Leidenschaft und Engagement besitzt er nicht nur im Job, sondern auch beim Laufsport, dem er in seiner Freizeit nachgeht.

Als Ingenieur beim Münchner Elektronikkonzern ist Ingo Jünemann mit seinem Team für die reibungslose Kommunikation zwischen Hard- und Software in den hochperformanten Messgeräten von Rohde & Schwarz zuständig. Gemeinsam planen die Ingenieure der Entwicklungsabteilung Funkmessplätze die Hardware und schaffen aus einer Vielzahl immer komplexer werdender Komponenten ein funktionierendes Ganzes. Die größte Herausforderung liegt darin, dass die hochspezialisierten Messchips in den Messgeräten immer kleiner und leistungsstarker werden.

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Umfrage zum Thema Work-Life-Blending

Die von Rundstedt-Umfrage* zeigt, dass rund zwei Drittel der Deutschen eine Trennung zwischen Arbeit und Freizeit brauchen. Aber bereits 41 % befürworten eine Vermischung, wenn sie ihre Arbeitszeit dadurch auch flexibel einteilen können. Bei über 40 % der Berufstätigen führt Work-Life-Blending zu Mehrarbeit in Form von Überstunden. Konkret leisten 34 % dieser Gruppe sechs bis zehn Überstunden pro Woche. Bei rund 10 % sind es mehr als 15 Überstunden in der Woche.

*von Rundstedt befragte im Feb. 2015 mit INNOFACT 623 berufstätige Männer und Frauen in Voll- und Teilzeit.

Aber auch das Marktumfeld macht die Arbeit spannend: „Die Frequenzbänder werden immer voller und Standards ändern sich alle vier bis fünf Jahre“, erläutert Jünemann seinen Entwickleralltag. Langweilig wird dem Team somit nicht. Dass ihm bei der Bewältigung seiner anspruchsvollen Aufgaben auch der Laufsport hilft, davon ist Jünemann überzeugt: „Agilität, Ausdauer und Durchhaltevermögen, aber auch körperliche Fitness ziehe ich aus meinem regelmäßigen Training. Außerdem muss man in einer so komplexen Entwicklungsumgebung ähnlich wie bei einem Marathon trotz des fernen Ziels immer dran bleiben.“

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Originalbeitrag als ePaper oder im pdf-Format lesen

Dieser Autorenbeitrag ist in der Printausgabe ELEKTRONIKPRAXIS 10/2015 erschienen. Diese ist auch als kostenloses ePaper oder als pdf abrufbar.

Beruf und Privatleben weitestgehend voneinander trennen

Ingo Jünemann begann bereits während seiner universitären Ausbildung mit dem Laufen. Nicht nur das Studium der Nachrichtentechnik war damals eine bewusst lebensverändernde Entscheidung, sondern auch der Entschluss zu laufen. Der Sport ermöglichte ihm einen Ausgleich zur ständigen Theorie. Und nach seinem beruflichen Einstieg genoss er nach dem Arbeitstag die Stille und die Zeit, die er beim Laufen für sich und zum Reflektieren hatte.

Heute läuft und schwimmt der gebürtige Osnabrücker zwei Mal in der Woche, geht einmal Mal pro Woche zum Yoga und fährt mit dem Rad zur Arbeit. In seinen sportlichen Hochphasen absolviert er auch Laufwettkämpfe. Doch Jünemann betreibt den Sport nicht nur für sich, seine Leidenschaft teilt er gerne. So besitzt er zwei Trainerscheine beim Bayerischen Leichtathletikverband und trainiert seit vier Jahren jugendliche und erwachsene Leistungs- und Breitensportler im Bereich Laufen. Dieses Ehrenamt begleitet er voller Engagement neben seinen anspruchsvollen Aufgaben bei Rohde & Schwarz.

Trotz oder gerade wegen seiner gelungenen Balance aus Beruf und Privatleben trennt Ingo Jünemann weitestgehend beide Bereiche voneinander. Dennoch kommt es immer wieder vor, dass der Laufexperte Fragen von Kollegen zum Thema Sport beantwortet. „Einmal hat mich sogar ein Kollege gefragt, dessen Tochter einen Aufsatz zum Thema Laufsport in der Schule schreiben musste. Ihr habe ich das Ganze dann erklärt“, lacht der 39-Jährige.

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