Rohde & Schwarz Mixed-Signal-Oszilloskope

Die neue Einsteiger-Klasse bietet mehr als ein einfaches Oszilloskop

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Mustergenerator mit Geschwindigkeiten bis zu 50 MBit/s

Professionelle Embedded-Anwender dürften am integrierten Mustergenerator Gefallen finden, der Protokolltelegramme mit Geschwindigkeiten von bis zu 50 MBit/s erzeugt. So haben Entwickler die Möglichkeit, neben fest vorgefertigten Nachrichten für die unterstützten seriellen Protokolle auch individuelle Signalmuster mit einer Länge von bis zu 2 kBit pro Kanal frei zu programmieren. Noch nicht verfügbare eigene Schaltungskomponenten, wie beispielsweise ein Sensor, lassen sich auf diese Weise emulieren.

Den ebenfalls vorhandenen 4-Bit-Zähler-Ausgang, dessen Frequenz bis 25 MHz einstellbar ist, können Entwickler als Clock-Quelle bei der Schaltungsentwicklung von Micro-Controllern nutzen. Auch mit der standardseitig vorhandenen Funktion für maskenbasierte Pass/Fail-Tests spricht Rohde & Schwarz in erster Linie den professionellen Entwickler an. Dank der hohen Signal-Update-Rate von bis zu 10.000 wfs/s steht eine für diese Preisklasse äußerst leistungsfähige Erfassungsmöglichkeit von Signalabweichungen zur Verfügung, wobei die Abweichungen auch über den universellen AUX-Ausgang signalisiert werden können. Dieser Ausgang lässt sich ebenfalls als klassischer Trigger-Out-Ausgang konfigurieren.

Ein eingebautes, dreistelliges Digitalvoltmeter soll vor allem Servicetechnikern die Arbeit erleichtern. So lassen sich Spannungsmessungen mit dem R&S HMO1002 auf beiden Analogkanälen mit jeweils zwei Messwerten gleichzeitig durchführen. In dieser Preisklasse ist das ein Novum. Neben dem Voltmeter richtet sich auch der digitale Komponententester an die Bedürfnisse im Serviceumfeld. Kondensatoren, Spulen und Halbleiterbauelemente können damit sehr einfach und schnell auf ihre Funktion geprüft werden.

Clevere Features für Anwender in Schulen, Lehrstätten und Universitäten

Weil das Oszilloskop dank seines Preises auch für den Bildungssektor interessant ist, haben sich die Entwickler einige clevere Features für Anwender in Schulen, Lehrstätten und Universitäten ausgedacht. Dazu zählt ein Funktionsgenerator, der Sinus-, Rechteck, Puls- oder Dreiecksignale mit Frequenzen bis 50 kHz erzeugt. Schüler, Auszubildende oder Studenten können an diesen Grundtypen alle Messaufgaben erlernen. In einem speziellen „Education Mode“ lassen sich die Komfort-Funktionen abschalten: Analyse-Tools wie Auto-Set, Quick-View und Auto-Measure, die per Knopfdruck ein Signal automatisch analysieren und mit bis zu 28 Parametern vermessen, stehen dann nicht zur Verfügung.

In den Screenshots eingebaute Kennungen zeigen dem Lehrpersonal an, dass die Messung ohne Unterstützung des Gerätes durchgeführt wurde. An besonders ausgeschlafene Trickser, die das manuelle Vermessen durch kurzzeitiges Einschalten der Komfortfunktionen umgehen wollen, ist ebenfalls gedacht: Zwar lassen sich abgeschaltete Autoanalyse-Funktionen wieder einschalten – werden diese für das Erstellen von Screenshots für die Ergebnisdokumentation wieder ausgeschaltet, dann wird dabei das Oszilloskop zurückgesetzt und alle automatisch erstellten Messdaten sind verloren.

Was die Analysefunktionen und Messtiefe in der Frequenzdomäne betrifft, kann das Messgerät dank der 128k Messpunkte mit deutlich größeren Oszilloskopen problemlos mithalten. Die Darstellung von Zeitsignal, Messfenster und Analysebereich der FFT sowie dem Ergebnis auf einem Bildschirm erleichtert es, Spektren auszumessen. Bei den Geräten der HMO-Serie lässt sich die FFT auch auf zuvor aufgezeichnete Signale anwenden. Dadurch können beliebige Ausschnitte der im Singleshot- oder Stoppmodus erfassten Signale nachträglich mit variabel wählbarer Fensterbreite untersucht werden. Sehr sinnvoll ist die Option, verschiedene Fenster auf dasselbe Signal anwenden zu können. In Verbindung mit der variablen Positionierung des Messfensters im Zeitsignal lassen sich auf diese Weise die Rauschanteile unterdrücken und potenzielle Fehlerquellen wie Leakage oder Smearing weitgehend vermeiden.

* Dr. Peter Koch ist als freier Autor tätig und schreibt unter anderem für Hameg Instruments.

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