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Welche allgemeinen technischen Trends sehen Sie in der Industrie?
Wir sehen vier herausragende Trends: autonomes Fahren, IoT, Industrie 4.0 sowie künstliche Intelligenz.
Autonomes Fahren: Vor knapp zwei Jahren haben wir alle Aktivitäten rund um das autonome Fahren und intelligente Fahrzeuge neu gruppiert und unser Global ADAS Center in Düsseldorf eröffnet. Dies ist zuständig für die Entwicklung von Sensor- und Analysetechnologien wie Surround View, intelligente Kameras und Radar sowie ADAS-Systeme (Advanced Driver Assistance Systems).
IoT: Hier bietet Renesas eine breite Palette an Plattformen und Lösungen, um vernetzten Objekten neben Security gleichzeitig auch Safety, Effizienz und lückenlose Datenkommunikation zu gewährleisten.
Industrie 4.0: Wir liefern hoch zuverlässige ASSP-Lösungen vom Sensor bis zum Antrieb sowie Datenkommunikations-Stacks und vorzertifizierte Safety Libraries, um die Einhaltung strenger Normen sicherzustellen. Darüber hinaus bieten wir die RZ/T1-MCUs und TPS-1 PROFINET-Chips, die sich ebenfalls bestens für Industrie 4.0 eignen. Diese Lösungen sind für die effiziente und produktive Fabrik von heute ebenso wie die autonomen Systeme der Zukunft konzipiert.
Künstliche Intelligenz: In vielen unseren Produkten kommen die Ansätze der künstlichen Intelligenz bereits zum Einsatz. In Japan betreiben wir Spitzenforschung zur Vorhersage von Maschinenausfällen in der Fertigung. Der dabei verwendete Chip kann Daten wie Temperatur, Verwerfungen, Geräusche und Spannungsänderungen analysieren und daraus berechnen, wann die Maschine wahrscheinlich ausfällt. Die Forschungsergebnisse sind sehr vielversprechend, und wir planen, diese neue Technologie in unsere Produkte der R-IN-Serie zu integrieren.
Gerade im Embedded-Bereich erlangt Software gegenüber der Hardware immer mehr Bedeutung. Was bedeutet das für Renesas?
Diesen Trend beobachten wir bereits seit einigen Jahren. Hardware-Ingenieure befassen sich in der Regel mit Spezifikationen, der Auswahl eines MCU-Anbieters usw. Sobald all dies geregelt und entschieden ist, geben sie das Projekt an die Softwareentwickler weiter. Das IoT verändert dies grundlegend: Der Software-Anteil dominiert die Entwicklung, die Software-Ingenieure treiben somit die Projekte voran. Heute sind Embedded-Designs viel zu komplex, als dass Entwickler noch ein vordefiniertes Hardware-Design nutzen und ihre Software-Infrastruktur um dieses Design herum aufbauen könnten.
Hier setzen wir mit Renesas Synergy an. Dieses Konzept ändert den Embedded-Entwicklungsprozess, indem es viele der herkömmlichen Hardware/Software-Integrationsfunktionen überflüssig macht und dem Entwickler ermöglicht, mehr Zeit in wirkliche Innovationen zu stecken. Synergy ist jetzt seit mehr als einem Jahr auf dem Markt, und wir erweitern es laufend um neue Komponenten – um eigene ebenso wie von unseren Partnern. . Mit unseren unmittelbar einsatzbereiten Kit-Lösungen können unsere Kunden ihre Produktinnovationen wesentlich schneller umsetzen.
Wie bedeutend ist IoT für Sie, wie unterstützen Sie technologisch diese Entwicklung?
Wie bereits erwähnt nimmt das Thema Internet der Dinge bei Renesas eine zentrale Stellung ein. Aus diesem Grund haben wir auch bereits vor mehr als einem Jahr die Renesas Synergy Plattform eingeführt. Die Analysten von Gartner schätzen, dass bis zum Jahr 2020 mehr als 25 Milliarden vernetzte Geräte im Einsatz sein werden. Das ist mehr als fünfmal so viel als Ende 2015. Entwickler müssen daher ihre Produkte trotz höherer Komplexität und gestiegenen Anforderungen an Zuverlässigkeit und Sicherheit noch schneller auf den Markt bringen. Bei herkömmlichen Entwicklungskonzepten schließen sich Innovation und eine kurze Time-to-Market nahezu aus.
Renesas Synergy setzt genau hier an und bietet eine Lösung, mit der Entwickler unmittelbar mit der Entwicklung des Anwendungscodes für das Endprodukt auf API-Ebene beginnen können. Einarbeitungs- und Bearbeitungszeit für Software und MCU-Betrieb unterhalb der API-Ebene entfallen. Kurz gesagt, Entwickler können alle Ressourcen auf innovatives Embedded-Design und Differenzierung ihrer Produkte konzentrieren. Wir adressieren damit das Know-How, das vielen Hardware-Entwicklern im Umgang mit Software fehlt und umgekehrt.
Safety und Security gelten als technologische Treiber in einer zunehmend vernetzten Welt. Was bedeutet das für Renesas?
Safety und Security müssen von Anfang an in jedes vernetzte Produkt integriert werden. Dies gilt sowohl für die Automobil- als auch Industrieelektronik. Im Automotive-Bereich ist die Interaktion zwischen Safety und Security insofern wichtig, als dass mechanische Sicherheit wie etwa automatisches Bremsen nur garantiert werden kann, wenn die von den elektronischen Systemen empfangenen Daten zuverlässig sind. Die Lösung von Renesas verknüpft Security-Protokolle mit einer Reihe von Security-Diensten, die unabhängig von der Anwendung in einem abgesicherten Bereich ausgeführt werden.
Mit dem Konzept einer intelligenten Kryptographie-Einheit (Intelligent Cryptographic Unit – ICU) bietet Renesas in einem einzigen Baustein mehrere Schutzmaßnahmen gegen Cyber-Bedrohungen in Fahrzeugen. In Kombination mit dem Renesas Security-Analyse-Konzept schützt dies äußerst wirksam gegen Angriffe. Auch für den Industriesektor bieten wir eine breite Palette an Safety-Funktionen für die Datensicherheit. Die RZ/T1-MCU ermöglicht beispielsweise eine simultane Geräte-Steuerung und Vernetzung, was sich bestens für die intelligente Fertigung eignet.
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