Standort-Konsolidierung Die Leiterplattenproduktion von Würth Elektronik in Schopfheim schließt

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Die Auftragslage ist schlecht und ist mitverantwortlich für die derzeit schwerste Krise in der europäischen Leiterplattenfertigung. Deswegen haben die Verantwortlichen beschlossen, den Standort Schopfheim des Leiterplattenherstellers Würth Elektronik Circuit Board Technology zu schließen – mehr als 300 Mitarbeitende sind davon betroffen.

Der Standort Schopfheim des Leiterplattenherstellers Würth Elektronik Circuit Board Technology wird geschlossen.(Bild:  Würth Elektronik)
Der Standort Schopfheim des Leiterplattenherstellers Würth Elektronik Circuit Board Technology wird geschlossen.
(Bild: Würth Elektronik)

Am 7. Oktober 2024 wurde im Rahmen einer Betriebsversammlung die geplante Schließung der Leiterplattenproduktion am Standort Schopfheim des Leiterplattenherstellers Würth Elektronik Circuit Board Technology verkündet. Betroffen von dieser Standort-Konsolidierungs-Maßnahme seien mehr als 300 Mitarbeitende. Die Schließung des Standorts ist ein weiterer Schlag für die europäische Leiterplattenherstellung, deren Produktionsvolumen inzwischen unter zwei Prozent der Weltproduktion gefallen ist.

„Aufträge wandern insbesondere nach China und in andere Niedriglohnländer ab. Erschwert wird die Situation durch massive Steigerungen der Energie- und Personalkosten sowie die unsichere geopolitische und wirtschaftliche Lage weltweit. Dagegen steht, dass viele Kunden momentan nicht in der Lage sind, für die Liefersicherheit, die deutsche Werke im Vergleich zu asiatischen Produktionen bieten, entsprechend höhere Preise zu bezahlen“, merken die Verantwortlichen von Würth Elektronik an.

Der Bedarf aus Industrien, die stark auf eine regionale Wertschöpfung setzen, sei hingegen zu gering, um alle Leiterplattenfertigungskapazitäten von Würth Elektronik Circuit Board Technology auszunutzen. „Wir sehen leider aktuell keine Alternative zur Einstellung der Produktion in Schopfheim“, so Daniel Klein, Geschäftsführer Würth Elektronik Circuit Board Technology.

Interessenausgleich und Sozialplan

Es wird intern bereits seit dem 4. Oktober 2024 zwischen Geschäftsführung und Betriebsrat über einen Interessenausgleich und Sozialplan verhandelt, doch genaue Details gibt es dazu bislang nicht. Im Zuge der Schließungsmaßnahmen wird an den Produktionsstandorten in Niedernhall und Rot am See der Fokus auf komplexere und individuellere Leiterplatten gelegt. Das geschieht im Sinne der Branchen und Anwendungen, deren Produkte aus strategischen Gründen in Europa gefertigt werden müssen. Weiterhin bleibt das Angebot von Würth Elektronik Circuit Board Technology erhalten, Dienstleistungen von der Planung bis zur Fertigung der Leiterplatte anzubieten.

Die Maßnahmen werden ergriffen, um die noch bestehenden Produktionsstätten auszulasten und das Unternehmen mit rund 700 Mitarbeitenden sicher für die Zukunft aufzustellen. (sb)

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