Photovoltaik in Deutschland Der Solarmarkt boomt, aber die industrielle Basis in Deutschland erodiert

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Der massive Ausbau der installierten PV-Leistung sorgt dafür, dass der Anteil der Solarenergie am Strommix weiter wächst. Gleichzeitig brechen Produktion und Export deutscher Solarmodule stark ein – eine Folge des anhaltenden Preisverfalls bei Importware aus China. 

Der Ausbau deutscher Photovoltaikkampazitäten schreitet stetig voran.(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
Der Ausbau deutscher Photovoltaikkampazitäten schreitet stetig voran.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

Das Statistische Bundesamt (Destatis) vermeldet, dass im Jahr 2024 die Menge des durch Photovoltaik generierten Stroms, die ins Netz eingespeist wurde, wieder Rekordwerte erreicht hat. Alle Photovoltaikanlagen, die in die Netze der öffentlichen Versorgung einspeisen und über einen Stromzähler verfügen, haben im Jahr 2024 rund 59,5 Millionen Megawattstunden ins Netz eingespeist – das bedeutet, dass 13,8 Prozent der inländischen Stromproduktion auf Photovoltaik entfallen sind. 2023 lag der Anteil bei 12 Prozent.

Möglich wurde das auch durch den Ausbau der Photovoltaikkapazitäten in Deutschland. Im März 2024 waren 3,4 Millionen Photovoltaikanlagen auf Dächern und Grundstücken installiert, die eine Nennleistung von 80.700 Megawatt erreichen konnten. Im März 2025 waren es gut 4,2 Millionen Anlagen mit einer Nennleistung von rund 98.300 Megawatt. Es ist also damit zu rechnen, dass der Anteil der Photovoltaik im Jahr 2025 an der gesamten inländischen Stromproduktion noch einmal steigen wird.

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Der Preis in China ist heiß

Rund 85,8 Prozent der nach Deutschland importierten Anlagen kamen im Jahr 2024 aus der Volksrepublik China – damit bleibt das Land das wichtigste Herkunftsland für Photovoltaik, gefolgt von den Niederlanden (7,5 Prozent) und Dänemark (1,2 Prozent). Interessant ist, dass gleichzeitig der Importwert für die chinesischen Photovoltaikanlagen von 1,8 Milliarden Euro im Vergleich zum Jahr 2023 fast um die Hälfte (49,2 Prozent) geschrumpft ist. Dass in China ein Preiskrieg unter den Solarherstellern ausgebrochen ist, der selbst den dortigen Photovoltaik-Unternehmen schadet, ist kein Geheimnis.

„Der Importwert von Photovoltaikanlagen war 2024 mehr als dreimal so hoch wie der Exportwert dieser Waren aus Deutschland“, hält das Destatis fest. „Exportiert wurden im vergangenen Jahr Photovoltaikanlagen im Wert von gut 510 Millionen Euro – mehr als die Hälfte (56,6 Prozent) weniger als ein Jahr zuvor. Diese gingen zu einem großen Teil in europäische Staaten. Die wichtigsten Abnehmer waren 2024 Österreich (12,8 Prozent), Italien (11,3 Prozent) und die Schweiz (11,2 Prozent).“

Produktion in Deutschland auf der Kippe

Wer die Entwicklungen auf dem deutschen Solarmarkt verfolgt, ist wenig überrascht von der Erkenntnis des Destatis, dass die Produktion von Solarmodulen für Photovoltaikanlagen in Deutschland im ersten Quartal 2025 gesunken ist. „Gegenüber dem Vorjahresquartal ging die Zahl der produzierten Solarmodule um mehr als die Hälfte (50,7 %) auf gut 227 000 Stück zurück. Weniger stark als bei Solarmodulen fiel der Produktionsrückgang bei Solarkollektoren aus“, wird festgehalten. Die Produktion von Solarkollektoren ging im ersten Quartal 2025 um 10,3 Prozent von knapp 21.300 auf 19.100 zurück.

Im Jahresvergleich 2023 und 2024 schauen die Zahlen nicht anders aus. 2024 wurden nur noch rund 1,5 Millionen Solarmodule hergestellt – ein Rückgang von über 56 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch bei Solarkollektoren fiel die Produktion deutlich: Mit knapp 88 900 Stück wurden rund 54  Prozent weniger produziert als 2023.

Die Destatis-Zahlen im Überblick:

Ausbau Photovoltaik:

  • März 2025: 4,2 Mio. PV-Anlagen mit 98.300 MW Nennleistung
  • März 2024: 3,4 Mio. Anlagen mit 80.700 MW Nennleistung
  • Zuwachs: +23,7 % bei der Anzahl, +21,9 % bei der Leistung

Einspeisung:

  • 2024: 59,5 Mio. MWh PV-Strom = 13,8 % der deutschen Stromproduktion
  • 2023: 12,0 % Anteil
  • Juli 2024: Rekordmonat mit 8,7 Mio. MWh = 27,4 % Einspeisung durch PV

Import/Export:

  • 2024 PV-Importwert: 1,8 Mrd. € → -49,2 % ggü. 2023
  • 2024 PV-Exportwert: 510 Mio. € → -56,6 % ggü. 2023
  • Wichtigste Herkunft: China (85,8 %), gefolgt von NL (7,5 %) und DK (1,2 %)
  • Wichtigste Abnehmerländer: Österreich (12,8 %), Italien (11,3 %), Schweiz (11,2 %)

Produktion in Deutschland:

  • Solarmodule 2024: 1,5 Mio. Stück → -56,2 % ggü. 2023 (3,5 Mio.)
  • Solarmodule Q1/25: 227.000 Stück → -50,7 % ggü. Q1/24
  • Solarkollektoren 2024: 88.900 Stück → -53,7 % ggü. 2023 (192.000)
  • Solarkollektoren Q1/25: 19.100 Stück → -10,3 % ggü. Q1/24

 (sb)

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