iSuppli Der Markt für Verkehrstelematik-Systeme in Westeuropa soll sich bis 2016 verfünffachen

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Der Umsatz mit Verkehrstelematik-Systemen in Westeuropa soll nach einer Prognose von iSuppli bis zum Jahr 2016 um den Faktor fünf gegenüber 2008 steigen, da die Automobilhersteller ihre Modelle in der Region verstärkt mit Telematiksytemen ausstatten.

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Die Analysten erwarten, dass das Marktvolumen von 4,9 Mio. Systemen im Jahr 2008 bis 2016 auf 24,8 Mio. Systeme wachsen wird, was einer jährlichen Steigerung von 22,5% entspricht.

Telekommunikation und Information wachsen zusammen

„Telematik-Systeme im Auto vereinen Telekommunikation und Information, indem sie Informationen sowohl senden als auch empfangen“, erklärt Anna Buettner, Analystin für Automobilelektronik bei iSuppli. „Die Telematik kann eine ganze Reihe von Vorteilen bringen, vom Notruf beim Auslösen des Airbags bis hin zur Übermittlung aktueller Zustandsdaten des Autos an eine Zentrale.“

Fest eingebaute und mobile Systeme existieren nebeneinander

Derzeit beherrschen zwei Varianten von Telematik-Systemen den Markt: Ins Infotainmentsystem des Autos integrierte Embedded Systeme sowie mobile Geräte, die Informationen schnurlos austauschen. „Wir sind davon überzeugt, dass embedded und mobile Telematik-Systeme auch in Zukunft nebeneinander existieren werden“, betont Buettner, „wobei die Embedded Systeme hauptsächlich die Oberklasse dominieren werden, während mobile Geräte Telematikfunktionen in den Massenmarkt der Einstiegsklasse bringen werden.“

Amerikanische Autobauer wollen Telematikumsatz in Europa steigern

General Motors will seine Telematik-Umsätze in Westeuropa bis 2016 um 41% auf 1,4 Mio. Stück steigern. iSuppli erwartet, dass Ford sein Sync-System bis 2011 in Europa einführen wird, was die Verkäufe von mobilen Telematik-Systemen des Autobauers in der Region bis 2016 auf mehr als 1,7 Mio. Einheiten erhöhen soll, was im betrachteten Zeitraum einer jährlichen Wachstumsrate von 31% entspricht.

Japaner sind in Europa deutlich schwächer als in Nordamerika

Die japanischen Automarken sind in Europa bei nicht so stark wie in Nordamerika, mit entsprechend niedrigen Telematik-Umsätzen in der Region. So wird erwartet, das Toyota als größter Japaner in Westeuropa seine Verkaufszahlen von Telematik-Systemen bis 2016 um 31% auf 990.000 Einheiten steigern wird – 2008 waren es 110.000.

Die führenden europäischen OEMs beherrschen den Markt in Westeuropa

Der Trend im westeuropäischen Markt für automobile Telematiksysteme zeigt deutlich nach oben (Archiv: Vogel Business Media)

Die sechs führenden Autohersteller in Europa beherrschen zusammen rund 64% des westeuropäischen Automarktes. PSA kann derzeit mit 620.000 Einheiten im vergangenen Jahr die höchsten Verkaufszahlen von Telematik-Systemen in Europa vorweisen und bietet sowohl embedded als auch mobile Lösungen an. Es wird erwartet, dass PSA bis 2016 3,1 Mio. Einheiten verkaufen wird.

Bei VW wird mit einer Steigerung von 490.000 auf 3,2 Mio. Einheiten gerechnet, bei Renault ein jährliches Wachstum von 30% auf 1,6 Mio. Systeme und Fiat soll sich von 340.000 Einheiten im Jahr 2008 auf 2,3 Mio. bis 2016 steigern.

In der Oberklasse sind Telematik-Systeme schon gang und gäbe

Die beiden europäischen Edelmarken BMW und Mercedes-Benz verkaufen schon heute einen hohen Prozentsatz ihrer Fahrzeuge mit Telematik-Systemen: 2008 waren es bei BMW 390.000 Stück, bei Mercedes-Benz 320.000. Bis 2016 sollen es bei BMW 1,3 Mio. und bei Mercedes-Benz rechnet mit einer Steigerung 1,4 Mio. Systeme sein.

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