Meinung Dem sicheren, unsichtbaren Touchcode gehört die Zukunft

Redakteur: Martina Hafner

Touchcode ist ein unsichtbarer Datencode und schlägt eine Brücke zwischen Print- und Onlineinhalten. Gedrucktes lässt sich mit unterschiedlichem Online-Content verknüpfen.

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QR-Codes werden mittlerweile häufig in Poster und Plakate integriert und fordern Konsumenten auf, per Foto und einer speziellen App digitale Inhalte freizuschalten. Doch wie sicher sind die abfotografierten QR-Codes wirklich?

In letzter Zeit häufen sich die Nachrichten, dass die QR-Codes auf unsichere Seiten weiterleiten. Einige Unternehmen haben sich mittlerweile sogar entschieden, keine QR-Codes mehr in ihre Kampagnen zu integrieren. Das hat verschiedene Gründe. Zum einen war der Erfolg zu gering und andererseits ließ sich dieser nicht immer Corporate Identity-konform in Poster oder Plakate einbinden. RFID-Tags hingegen sind sicher, benötigen jedoch ein separates Lesegerät und sind in der Herstellung relativ teuer. Ihre Anwendung eignet sich aufgrund der Kosten und komplizierten Handhabung auch wenig für Aktionen, die sich auf Konsumenten fokussieren.

Eine Lösung heißt Touchcode. Der Elektronikcode von Printechnologics kombiniert quasi das Beste aus der Welt der Print- und Onlineinhalten: Er lässt sich für den Bruchteil eines Cents produzieren und der Datencode ist unsichtbar, damit nahezu fälschungssicher. Der Touchcode ist eine nicht sichtbare leitfähige Struktur, die sich mit speziellen Druckverfahren auf normales Papier auftragen lässt.

Gelesen werden kann der Touchcode mit einem kapazitiven Multitouch-Display und einer entsprechenden App, die eine vordefinierte Aktion auslöst. Als Aktion kann beispielsweise ein Link abgerufen oder ein Download freigeschalten werden. Mit einem speziellen Software Development Kit für iOS lässt sich die Software in den Quellcode der App implementieren und die Aktion festlegen. Prinzipiell ist eine Lösung für Android möglich, allerdings gab es dazu bisher noch kein Projekt.

Der Vielfalt der sind keine Grenzen gesetzt, da die Daten nicht auf Touchcode hinterlegt sind, sondern in der Cloud verteilt liegen. Da die Daten nicht im Code selbst hinterlegt sind, lässt sich der Inhalt beliebig erweitern oder aktualisieren. Für den Anwender ändert sich nichts, da sich der Touchcode immer noch öffnen lässt. Zum Auslesen der Daten genügt ein multitouchfähiges Smartphone, Tablet oder Informationsdisplay. Die mit dem Touchcode verknüpften Daten werden durch das Display erkannt und der Content freigeschaltet.

Anders als bei anderen Technologien benötigt der Printechnologics Datencode keine speziellen Druckverfahren. Eine Druckmaschine reicht vollkommen aus, um hohe Stückzahlen zu produzieren. Insgesamt lassen sich auf diese Weise immerhin 8000 bis 15.000 Blätter pro Stunde drucken, pro Blatt können bis zu 110 Codes im standardisierten Scheckkartenformat ID-1 aufgedruckt werden. Durch dieses Verfahren sind geringe Stückkosten vom Bruchteil eines Cents für die Unternehmen gewährleistet.

Für den Druck kommen prinzipiell alle Verfahren in Frage. Im Moment kann im Offset-Druck die beste Qualität und Funktionalität garantiert werden. Zum Druck des Touchcode werden verschiedene Lagen bedruckt: Auf einen Träger aus Papier oder Pappe wird der Touchcode aufgetragen, dann eine weitere Papierschicht, die sich anschließend beliebig bedrucken lässt.

Entwickler haben bereits eine Reihe anderer Materialien für Touchcode im Auge, eines davon sind beispielsweise leitfähige Tinten. Auch die Entwicklung von Apps für den Zugriff auf die Online-Inhalte ist denkbar einfach: Ein Software Development Kit, kurz SDK, lässt sich direkt in die gewünschte App oder den Browser integrieren und ermöglicht den Zugang zum gewünschten Inhalt. Theoretisch ließe sich das SDK auch direkt in das Betriebssystem des Smartphones oder eines Tablets integrieren. Das ist allerdings noch Zukunftsmusik.

Robust ist der Touchcode ebenfalls: Er ist so widerstandsfähig wie das Material, in das er eingebettet ist. Leichtes Knicken oder etwas Wasser schaden nicht. Wichtig ist nur, dass die Struktur des Codes nicht beschädigt oder zerstört wird.

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