Das Europäische Patentamt (EPA) hat gestern in Valencia die Gewinner des Europäischen Erfinderpreises 2023 sowie des Young Inventors Prize bekannt gegeben. Wir stellen sie vor.
Die diesjährigen Gewinner wurden im Rahmen einer Preisverleihungszeremonie für ihre innovativen Beiträge in den Bereichen chemische Katalysatoren, Wasserstoffspeicherung, sicherere Batterien, Lärmreduzierung, grüne Energien, Schutz von Nutztieren, Zugang zu Bildung und saubere Meere prämiert.
(Bild: EPA)
Mit dem Europäischen Erfinderpreis zeichnet das EPA inspirierende Erfinder für ihre herausragenden Beiträge zur Verbesserung unseres täglichen Lebens aus. Die diesjährigen Gewinner wurden aus über 600 vorgeschlagenen Kandidaten aus der ganzen Welt von einer unabhängigen internationalen Jury ausgewählt. Ihre Erfindungen kommen aus den Bereichen chemische Katalysatoren, Wasserstoffspeicherung, sicherere Batterien, Lärmreduzierung, grüne Energien, Schutz von Nutztieren, Zugang zu Bildung und saubere Meere. Sie haben das Potenzial, das tägliche Leben von Menschen auf der ganzen Welt zu verbessern und die größten gesellschaftlichen Herausforderungen wie beispielsweise ökologische Probleme oder die Energiewende, zu meistern. Diese Teams standen im Finale:
Kategorie Industrie: Umwandlung von Abfall in erneuerbare Brennstoffe
NEXBTL ist Nestes proprietäre Technologie zur Umwandlung unterschiedlichster Fette und Öle in erneuerbare Produkte von höchster Qualität.
(Bild: Pia Bergström- Neste)
Das finnische Team Pia Bergström, Annika Malm, Jukka Myllyoja, Jukka-Pekka Pasanen und Blanka Toukoniitty erhielten die Auszeichnung für die Umwandlung von Abfall in erneuerbare Brennstoffe. Sie machen aus Abfällen und Reststoffen wie z. B. tierischen Fettabfällen und gebrauchtem Speiseöl erneuerbare Kraftstoffe von höchster Qualität. Nach Angaben des Unternehmens der Preisträger Neste reduziert ihr erneuerbarer Diesel die Treibhausgasemissionen gegenüber fossilem Diesel um 75 - 95 %.
Neste bezieht seine erneuerbaren Rohstoffe, z. B. tierische Fettabfälle, aus gebrauchtem Speiseöl und Abfällen der Pflanzenölverarbeitung aus der ganzen Welt. Um diese unterschiedlichen erneuerbaren Rohstoffe in reine Kohlenwasserstoffe umzuwandeln, bedarf es mehrerer Prozesse. Zunächst durchlaufen die Abfälle und Reststoffe eine Vorbehandlung, bei der Verunreinigungen entfernt werden. Anschließend werden sie in einem katalytischen Verfahren weiter raffiniert, in dem der gebundene Sauerstoff durch Zugabe von Wasserstoff entfernt wird. Im nächsten Schritt werden die Kohlenwasserstoffe isomerisiert und so die Eigenschaften der Endprodukte für kalte Bedingungen verfeinert.
Kategorie Forschung: Sichere und effiziente Methode zur Speicherung von Wasserstoff
Bei der Methode wird Magnesiumhydrid mit Metallzusätzen und Graphit gemischt, um Wasserstoff zu festen Platten zu komprimieren.
(Bild: Patricia de Rango)
Das französische Team Patricia de Rango, Daniel Fruchart, Albin Chaise, Michel Jehan und Nataliya Skryabina erhält die Auszeichnung für seine sichere und effiziente Methode zur Speicherung von Wasserstoff. Mit der von dem Team entwickelten atomaren Struktur und einem innovativen Verfahren eröffnet sich eine neue Möglichkeit, Wasserstoff sicherer, nachhaltiger und effizienter zu speichern.
Bei der Methode wird Magnesiumhydrid mit Metallzusätzen und Graphit gemischt, um Wasserstoff zu festen Platten zu komprimieren. Diese Festkörper lassen sich einfach in speziell dafür entwickelten Behältern speichern. Dabei ist der Energieeinsatz geringer als bei anderen Verfahren, und auch die Freisetzung aus dem Behälter erfolgt bei einem relativ niedrigen Druck von etwa zwei bar. Die Platten sind stabil und einfach in der Handhabung und entzünden sich auch bei Kontakt mit Feuer nicht. Und, was ganz entscheidend ist, es geht auch bei langen Lagerzeiten keinerlei Wasserstoff verloren.
Kategorie KMU: Verbundmaterial zur Geräuschdämmung
Das Sound-Bounce genannte Material hat eine zellenartige Struktur und ein thixotropes Gel im Inneren dieser Zellen.
(Bild: Rhona Togher)
Die irischen Physikerinnen Rhona Togher und Eimear O'Carroll haben ein Verbundmaterial erfunden, mit dem sich lärmbedingte Gehörschäden vermeiden lassen. Ihr responsives Material wirkt schalldämpfend und reduziert die Lärmübertragung zwischen verschiedenen Räumen. Man kann es in Haushaltsgeräte integrieren, aber auch in der Automobilindustrie, dem Baugewerbe oder der Luft- und Raumfahrt bieten sich vielversprechende Einsatzmöglichkeiten.
Das Sound-Bounce genannte Material hat eine zellenartige Struktur und ein thixotropes Gel im Inneren dieser Zellen. Einmal versiegelt, sorgt diese Kombination dafür, die Geräuschübertragung zwischen verschiedenen Räumen zu dämpfen und zu reduzieren. Besonders effektiv ist dies bei niedrigen Frequenzen. Sound-Bounce ist dünner als die Materialien, die bei der herkömmlichen Schalldämmung verwendet werden
Stand: 08.12.2025
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Kategorie Nicht-EPO-Länder: Sicherheitskurzschlussvorrichtung für Lithium-Ionen-Batterien
Batterie mit integrierter Sicherheitskurzschlussvorrichtung
(Bild: Kai Wu - CATL)
Dem chinesischen Erfinder Kai Wu und seinem Team ist es gelungen, das Entzündungs- und Explosionsrisiko von Lithium-Ionen-Batterien in Autos zu verringern. Sie haben eine in die Batterie integrierte Sicherheitskurzschlussvorrichtung (SSD) entwickelt. Wenn diese Sicherung anspricht, wird der Ladevorgang der Batterie unterbrochen. Damit werden die mit einer Überladung einhergehenden Gefahren gebannt.
Die Vorrichtung hat eine Klappabdeckung, die nicht schmilzt – das ist einzigartig bei derartigen Vorrichtungen. Die Abdeckung fungiert als Barriere, die Wärme ableitet und die Temperaturen und den Überdruck aufnimmt. Sobald Überhitzung im Inneren einer Batteriezelle zu einem Anstieg des Luftdrucks führt, klappt die Abdeckung zu und kommt mit dem leitenden Polschuh in der Batterie in Kontakt. Das verursacht einen Kurzschluss.
Kategorie Lebenswerk: Arbeiten auf dem Gebiet synthetischer Katalysatoren
Der spanische Chemiker Avelino Corma Canós ist ein höchst renommierter Pionier auf dem Gebiet synthetischer Katalysatoren. Sein großes Vermächtnis ist jedoch das Instituto de Tecnología Química (ITQ, UPV-CSIC), eine von ihm mitbegründete Einrichtung, die die chemische Forschung in den Bereichen Energie, Nachhaltigkeit, Gesundheit und Wasser vorantreibt.
Der Publikumspreis geht in diesem Jahr an das französische Forschungsteam Patricia de Rango, Daniel Fruchart, Albin Chaise, Michel Jehan und Nataliya Skryabina, das auch in der Kategorie "Forschung" für seine Lösung zur Wasserstoffspeicherung ausgezeichnet wurde.
Der Young Inventors Prize
Mit diesem 2022 ins Leben gerufenen Nachwuchspreis werden Initiative und Kreativität junger Menschen gewürdigt. Der Gewinner erhält 20.000 Euro, der zweite Platz ist mit 10.000 und der dritte mit 5.000 Euro dotiert.
Erster Platz: Mit Leuchtsequenzen Raubtiere vertreiben
Den 22-jährigen kenianischen Erfinder Richard Turere von der Volksgruppe der Massai beschäftigte die Frage, wie er das Vieh seiner Familie schützen konnte, ohne die lokale Löwenpopulation zu gefährden. Zu diesem Zweck entwickelte er Lion Lights, ein System, das mit Leuchtsequenzen arbeitet, um zu verhindern, dass Löwen und andere Raubtiere sich dem Vieh nähern. Es wird bereits erfolgreich zur Abschreckung unterschiedlicher Raubtiere in verschiedenen Ländern Afrikas sowie in Indien und Lateinamerika eingesetzt.
Zweiter Platz: Ein Roboter für sehbehinderte Kinder
Filipa de Sousa Rocha ist eine 27-jährige portugiesische Computeringenieurin und Forscherin, die sich dafür einsetzt, dass sehbehinderte Kinder besser lernen können. Ihre Erfindung ermöglicht es Kindern, einem Roboter mithilfe von Richtungsbewegungen oder Sprachfunktionen Befehle zu erteilen, ähnlich wie bei einem Computerspiel, das nach dem Drag & Drop-Prinzip funktioniert.
Dritter Platz: Lösung zum Filtern von Mikroplastik aus dem Wasser
Sein leidenschaftlicher Einsatz für den Schutz der Meere veranlasste den 22-jährigen irischen Erfinder Fionn Ferreira dazu, nach einer Lösung für das Problem von Mikroplastik in Wasser zu suchen. Er entwickelte eine einzigartige magnetische Flüssigkeit, mit deren Hilfe sich Wasser von Mikroplastikteilchen befreien lässt. Durch die Bindung an Mikroplastikpartikel entfernt die Flüssigkeit diese aus dem Wasser und trägt so zur Bekämpfung eines der drängendsten globalen ökologischen Probleme bei.