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Das All-in-One-Konzept beim Oszilloskop
Was man bereits vom Heimbüro kennt, nämlich die Integration von Drucker, Scanner, Kopierer und Fax zum sogenannten All-in-One-Gerät, hat ebenfalls unlängst seine Abwandlung in die Messtechnik-Gerätewelt gefunden – vielleicht hier sogar in noch weitgehenderer Form. Während der Laborplatz früher aus einer Vielzahl von Einzelmessgeräten bestand, so integrieren moderne Universal-Oszilloskope mittlerweile eine Reihe von Zusatzmessgeräten wie Logik- und Protokollanalysator, Funktions/Arbiträrgenerator, Voltmeter oder höherauflösende Frequenzzähler.
Dahinter steckt unter anderem eine höhere Schaltungsintegration im Oszilloskop selbst. Das wird per FPGA bzw. ASIC realisiert, die außerdem zu schnellerer Verarbeitungsgeschwindigkeit und Datenaustausch führt, was sich in höherer Reaktionsgeschwindigkeit und weniger Totzeiten äußert.
Aber auch ökonomisch betrachtet eröffnet dieser Ansatz niedrigere Gerätepreise bei entsprechenden Stückzahlen. Und es eröffnet die Möglichkeit für den Kunden, die Geräte individuell konfiguriert zu kaufen und bei Bedarf die bereits hardware-technisch vorhandenen Zusatzgeräte per Software oder Lizenzschlüssel irgendwann nachträglich freizuschalten.
Man zahlt also nur für das was man aktuell benötigt – ein Konzept das vom Markt extrem gut angenommen wird und einem die Option erhält, zu einem späteren Zeitpunkt weitere Applikationskomponenten zu nutzen oder auf höhere Bandbreiten aufzurüsten ohne gleich ein neues Gerät zu brauchen – es gegebenenfalls dafür nicht einmal einschicken zu müssen.
Einfacher bedient – Touch sei Dank
Von Smartphones und Tablets inspiriert, erwartet auch der Messtechniker neben der traditionellen Bedienung per Knopf und Regler immer mehr die Touchscreen-Bedienung, wobei viele Hersteller noch gar nicht bei den kapazitiven Displays angelangt sind. Messgeräte erhalten erst mit der Touch-Bedienung einen Mehrwert durch Multitouch- und Gestensteuerung. Auf den ersten Blick scheint die Präferenz zum Touch eher eine Generationenfrage zu sein.
Betrachtet man es weniger ideologisch, dann ist es eher die Hybridnutzung, die aktuell das Maß der Dinge ist. Also quasi das Beste aus beiden Bedienwelten nutzen. Und so werden die Geräte bis auf weiteres immer mindestens eine traditionelle Bedienungsvariante für eine bestimmte Funktion erlauben.
Man sollte allerdings die Touchbedienung nicht nur als alternative Bedienvariante sehen. Hersteller wie Keysight Technologies haben hier die Messtechnik selbst in das Touch-Konzept eingebunden und bieten zum Beispiel einen sogenannten Touch-Zone-Trigger an. Damit lässt sich direkt an der Signalform per Finger der gewünschte Triggerbereich einzeichnen. Das verkürzt die übliche Suche nach einem geeigneten Trigger bei komplexen Signalen ab oder ermöglicht eine spezielle Triggerung überhaupt. So kann man beispielsweise ein metastabiles Signal isolieren und untersuchen.
* Peter Kasenbacher ist EMEA Marketing Manager für Digital Products & Solutions bei Keysight Technologies (früher Agilent bzw. Hewlett-Packard) in Böblingen.
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