Low-Power Embedded CPU-Modul auf x86-Basis für Low-Power-Systeme
Eine x86-Alternative zu Low-Power-ARM-Systemen haben HY-LINE Computer Components und b-plus entwickelt. Die Geschäftsführer Guido Brüning und Michael Sieg erläutern die Hintergründe.
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ELEKTRONIKPRAXIS: Herr Brüning, Herr Sieg, was sind die Vorteile Ihrer Zusammenarbeit?
G. Brüning: Wir als Distributor sind zunächst Lieferant des Systemanbieters und Entwicklungsdienstleisters b-plus. b-plus bezieht von uns Bauteile und verwendet diese für eigene Entwicklungen von elektronischen Baugruppen. HY-LINE Computer Components (kurz: HY-LINE) wiederum ist dann Vertriebskanal des von b-plus gefertigten Produkts. Der Vorteil für die Kunden: Fundiertes Technik-Knowhow gepaart mit Marketing- und Vertriebs-Knowhow.
M. Sieg: Gemeinsam mit HY-LINE bieten wir, vom Chiplevel angefangen, standard- oder kundenspezifisch, auf jeder Integrationsstufe – Module über Baseboards bis hin zu kompletten Lösungen.
Gibt es eine Produktgruppe, dies Sie besonders herausheben möchten?
M. Sieg: Ja, unsere Sub-Atom-Module. Für die Erklärung möchte ich etwas ausholen. In der x86er-Architektur ist Intel sehr breit aufgestellt. Deren Technologie fängt bei der Atomklasse an. Momentan gibt es im x86-Bereich wenig unterhalb dieser Leistungsklasse. Von der Seite kommt die ARM-Technologie, etwa in Handys, Internet der Dinge (Internet of Things/IoT). Wir sehen, dass kleine Lösungen, etwa für IoT immer mehr gefragt werden.
Das eher Linux-basierende ARM, oft in Verbindung mit Open Source, hat seine Berechtigung. Doch von der Designfrage über den Entwicklungsprozess bis zur Marktreife sehen wir eine Nachfrage nach x86-Angeboten. Denn diese sind oft gekoppelt mit Software von Microsoft. Und von Kunden hören wir, dass sie bereits vorhandene Anwendungen und Softwarekomponenten ohne große Portierung nutzen wollen.
Mit der x86-Architektur einhergehend gibt es ein breites Angebot an verfügbarer Standardsoftware wie OS, Treiber für Peripheriekomponenten und bestehende Applikationen.
G. Brüning: Viele Kunden, die historisch aus der x86-Welt kommen und umfangreiches Knowhow haben, wollen auch im Low-End-Bereich weiterhin dieser Architektur treu bleiben. Die einfache und vertraute Handhabung von x86-Systemen ist hier ein klarer Vorteil.
Wie beurteilen Sie die Nachfrage nach x86 und Sub-Atom?
M. Sieg: Sehr hoch, denn im unteren Leistungsbereich auf x86-Ebene ist das Angebot rar. Doch die Nachfrage ist groß nach Produkten jenseits der Super-High-Performance.
G. Brüning: Anwendungsgebiete sehen wir überall dort, wo Daten gesammelt, zusammengefasst und weitergesendet werden und kaum Grafikleistung gefordert ist. Etwa in der Fernwartung und Kommunikationstechnik. Eine typische Anwendung in der Automatisierung ist der Hutschienen-PC. Beflügelt wird diese Entwicklung geradezu durch das Internet der Dinge.
Was können Sie den Kunden im x86-/Sub-Atom-Sektor bieten?
Beide: Ein Novum, eine wirklich kosteneffiziente Alternative zu Low-Power-ARM-Systemen: Über HY-LINE erhält der Kunde zwei vollwertige x86-CPU-Module mit 300 Mhz Takt und 256-MB-DDR3-Speicher. Herauszuheben ist die für x86-Boards immens niedrige Leistungsaufnahme von unter zwei Watt. Es handelt sich um das µQBoard EX, basierend auf dem µQSeven-Formfaktor, und das SMARCBoard EX, basierend auf SMARC.
Beide Boards nutzen den x86-SoC Vortex 86EX von DMP und bieten eine breite Auswahl an PC-Schnittstellen. Der Kunde erhält an Schnittstellen etwa Ethernet, SATA, USB Host, USB, Client, HD Audio, i2C, SPI, PCIe x1, GPIO, UART und CAN. All das bieten wir zu einem günstigen Preis von 59 Euro (ab 1000 Stück) an. Auf Wunsch erhält der Kunde auch die passenden Carrier-Boards.
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