Archäologie Computertomographie entschlüsselt uraltes Rätsel
Die Kultur der Mandäer, eine noch heute existierende monotheistische Glaubensgemeinschaft aus dem Zweistromland, ist nach wie vor von Geheimnissen umgeben. Jetzt ist es gelungen, rund 1.500 Jahre alte Bleiröllchen mit eingeritzten Texten der Mandäer zu entschlüsseln.
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Da Bleirollen der Mandäer nicht nur Linguisten, sondern auch Religionswissenschaftlern unschätzbare Einblicke in die Entwicklung der jüdischen und christlichen Religion bieten, wurden die Bleirollen bislang oft entrollt. Damit wurde zwar ihr Inhalt lesbar, das spröde antike Metall aber vielfach unwiederbringlich zerbrochen.
Der Berliner Restauratorin Katrin Lück gelang es nun, mit Hilfe eines besonders leistungsstarken Mikrofokus-Computertomographen und eines eigens modifizierten Software-Moduls zur virtuellen planaren Darstellung tomographierter Objekte gelungen, erstmals die antiken Schriftzeichen für die Wissenschaft zugänglich zu machen, ohne eine solche Rolle zu zerstören.
Aber am Anfang klang die Aufgabenstellung der Masterarbeit unlösbar: Katrin Lück sollte für eine noch original aufgerollte antike Bleirolle eine präventive konservatorische Methode entwickeln, bei der die Rolle ohne zerstörerisches Entrollen in seiner Ursprungsform für die Zukunft gesichert wird.
Zugleich aber sollte ihr für die Forschung hoch bedeutsamer Inhalt der wissenschaftlichen Forschung zugänglich gemacht werden. „Ein Restaurator muss immer Anwalt des Objekts sein“, so Katrin Lück.
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