Archäologie

Computertomographie entschlüsselt uraltes Rätsel

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Einblicke in eine zauberhafte mystische Vergangenheit

Schriftzeichen zu visualisieren ist das eine, sie zu verstehen das andere. Die Bleischriftrolle wurde auf mandäisch beschrieben, einem östlichen Dialekt des Aramäischen - jener Sprache also, die auch Jesus und seine Jünger sprachen.

Noch heute leben vor allem im Irak wenige Mandäer als Angehörige dieser uralten monotheistischen Religionsgemeinschaft, die wenige Jahrhunderte nach Christi Geburt aus der Verschmelzung christlicher, jüdischer und gnostischer Elemente entstand. So bieten die mandäischen Texte Einblicke in die frühen Entwicklungen der jüdischen, christlichen, aber auch islamischen Religion und sind daher für deren Erforschung unentbehrlich.

Wenige Personen, vor allem im heutigen Irak, sprechen noch mandäisch, doch geben sie die Geheimnisse ihrer Kultur und Religion kaum preis. So kommt es, dass die mandäische Sprache kaum erforscht und ihre wenigen überlieferten Schriften kaum entziffert sind – in Deutschland beispielsweise gibt es nur eine Expertin, die mandäische Texte zu übersetzen versteht.

Die bereits bekannten Rollentexte enthalten meistens Beschwörungsformeln und Zaubersprüche zur Abwehr gegen böse Geister, Krankheiten oder Liebeskummer. Der Expertin gelang es nicht nur, die Entstehung der Rolle in das 5. Jahrhundert n. Chr. zu datieren, sondern sie auch zu übersetzen.

Wenige Tage, bevor die Untersuchungsergebnisse auf dem 7. GE X-ray Forum in Berlin der Öffentlichkeit präsentiert werden sollten, lüftete ihre Übersetzung das antike Geheimnis der Rolle: es handelt sich um eine Beschwörungsformel mit mandäisch gnostischen Elementen für Dašnaya, Tochter der Mahanuš, in der unter anderem von Feuer, verborgenen Lichtern, Dämonen und der „Zauberei des Sarnabu“ die Rede ist.

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