Highspeed-Kamera-Schnittstellen

CoaXPress versus Camera Link HS: ein Vergleich zweier Kontrahenten

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Übertragungssicherheit bei CLHS ist höhere als bei CXP

Die beiden High-Performance-Schnittstellen differieren außerdem in der Bandbreite, in der Skalierbarkeit und in der Art und Weise, wie die Übertragungssicherheit gewährleistet wird, also über Resend- und Forward-Error-Correction-Mechanismen.

Bei der Übertragungssicherheit ist somit CLHS deutlich besser und komfortabler aufgestellt als CXP. Was die CLHS-Spezifikation angeht, so ist die Version 1.0 vom Mai 2012 die derzeit gültige. Hier werden zwei Protokolle (Physical Layer) definiert: das M- und das X-Protokoll.

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Im Wesentlichen unterscheiden sie sich durch die Kanalkodierung und die Geschwindigkeiten. Das CLHS-M-Protokoll benutzt zwar wie CXP auch die 8B/10B-Kodierung mit Packet-Resend-Mechanismus, das CLHS-X-Protokoll jedoch die deutlich effizientere 64B/66B-Kodierung mit Forward Error Correction (FEC). Die höhere Protokollebene (Message Layer) ist bei beim M- und X-Protokoll identisch.

Ein Ziel bei der Entwicklung von CLHS war, Datenverluste bei einzelnen Bitfehlern zu vermeiden. Aus diesem Grund wurden bei Camera Link HS Mechanismen für Bitfehlerkorrekturen definiert.

Für das CLHS-M-Protokoll gibt es zwei verschiedene Lösungen: Zum einen werden Protokollinformationen (Protokoll Header) mehrfach übertragen (Datenredundanz), zum anderen werden Nutzdaten (Inhalt von Video- und Kommandodaten) mit einem Cycle Redundancy Check (CRC) gesichert, um im Falle eines Fehlers die Daten erneut zu übermitteln (Resend-Mechanismus).

Das CLHS-X-Protokoll hingegen verwendet die 64B/66B-Kodierung mit einer Forward Error Correction. Trotz der Kanalkodierung im Physical-Coding-Sub-Layer (PCS) gibt es wegen der FEC keinen zusätzlichen Overhead. Damit können in einem Physical-Coding-Block (2112 Bits) bis zu 11 Bit an Blockfehlern ohne zusätzliche Latenz korrigiert werden. Durch die Verwendung der FEC entfällt die Notwendigkeit eines Resend-Mechanismus.

Das hat zur Folge, dass beim CLHS-X-Protokoll die Implementierung im FPGA sehr viel einfacher ist als beim M-Protokoll. CoaXPress unterstützt derzeit keine Fehlerbehebung bei Video-Daten. Ansonsten sind die Mechanismen ähnlich denen des CLHS-M-Protokolls.

Die Kanalkodierung 8B/10B beim CLHS-M-Protokoll und auch bei CXP bringt jedoch einen Nachteil: Auf unterster Ebene (PCS) werden 20% der Bandbreite verschwendet, ohne jegliche Fehlerkorrekturmaßnahmen. Das CLHS-X-Protokoll ist mit der 64B/66B-Kanalkodierung und der integrierten FEC deutlich effektiver mit nur 3% Bandbreitenverlust.

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