Welche Zukunftstechnologien und Trends bestimmen das Jahr 2018 – und welche Bauteile könnten knapp werden? Keiner weiß dies besser als die Distributoren, die Mittler zwischen Bauteile- und Produkthersteller. Im Interview: Andreas Mangler, Director Strategic Marketing bei Rutronik.
Andreas Mangler, Director Strategic Marketing, Rutronik: „Lange Lieferzeiten werden bei bestimmten Produktgruppen auch 2018 eine Herausforderung sein."
Die Elektronikpraxisbefragte die Distributoren sowie den Fachverband der Bauelemente Distribution (FBDi) zu den Herausforderungen 2018 wie Lieferengpässe und EU-Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO), zu Trends sowie zur digitale Kryptowährung Bitcoin. Geantwortet haben der FBDi, Arrow, Bürklin, Codico, Conrad, Distrelec, Endrich, HY-LINE Computer Components , RS Components, Rutronik, SE Spezial-Electronic und wts // electronic components.
Lesen Sie in diesem Teil der Serie: Andreas Mangler, Director Strategic Marketing bei Rutronik Elektronische Bauelemente.
Herr Mangler, wie schätzen Sie das Jahr 2018 ein?
Andreas Mangler: „Wir gehen davon aus, dass sich der positive Trend von 2017 auch 2018 mit einem stabilen Wachstum fortsetzen wird. Das berichten auch die Forecasts der führenden Fachverbände und Bauelemente-Hersteller. Deshalb werden lange Lieferzeiten bei bestimmten Produktgruppen auch 2018 eine Herausforderung sein. Sie erfordern unbedingt eine langfristige Disposition auch seitens der Distributionskunden, um die Versorgungssicherheit aufrecht zu erhalten.
Auch eine andere große Herausforderung ist nicht ganz neu: die stetig sinkenden Margen bei gleichzeitig zunehmenden Beratungsleistungen durch den Distributor. Dies liegt einerseits an immer mehr erklärungsbedürftigen Produkten, andererseits steigen auch die Dokumentationsanforderungen an den Distributor immer noch weiter. Ob diese Services auch zukünftig kostenfrei möglich sind, hängt auch davon ab, wie sich die Margen entwickeln.“
Bei welchen elektronischen Bauteilen besteht aktuell oder in nächster Zukunft eine Verknappung?
Andreas Mangler: „Das betrifft vor allem die Keramikkondensatoren mit den großen Bauformen, wie z.B. 0603, 0805. Hier gibt es Produktionsengpässe. Aktuell werden die Produktionskapazitäten bei kleineren Bauformen deutlich erhöht, speziell für die hohen Bedarfe in Asien. Auch bei den Lithium-Ionen-Batteriezellen, vor allem den Rundzellen im Format 18650, sehen wir ein großes Wachstum durch höhere Investitionen in Energiespeicher und erneuerbare Energien. Hier empfehlen wir dringend, langfristig zu disponieren.“
Die Maßnahmen, die wir ergreifen können, um die Versorgungssicherheit unserer Kunden aufrecht zu erhalten, setzen wir selbstverständlich um. Dazu gehören langfristige Planungen und frühzeitige Bestellungen bei den Herstellern, wo uns die langjährige enge Zusammenarbeit zugutekommt. Doch auch damit lässt sich nicht alles auffangen, dazu ist die Supply Chain zu komplex. Nehmen Sie zum Beispiel die Keramikkondensatoren: Hier gibt es einen extrem hohen Bedarf auf dem Weltmarkt, vor allem in China. Dieser riesige Markt wird von den Herstellern vor dem vergleichsweise kleinen europäischen Markt bedient, für den damit nur wenig übrig bleibt. Deshalb raten wir unseren Kunden ganz dringend, rechtzeitig und langfristig zu disponieren.“
Im Mai 2018 endet die Übergangsfrist zur neuen EU-Datenschutzverordnung (EU-DSGVO). Wie können Sie Ihre Kunden dabei unterstützen?
Andreas Mangler: „Rutronik hat bereits vor einigen Monaten ein eigenes DSGVO-Kompetenzteam gegründet, in dem Rutronik-Fachleute aus den Produktbereichen Speichermedien, Funkkommunikation, Embedded Boards, Embedded Systems, Security-Bausteine, Mikrocontroller, Displays und Sensorik zusammenarbeiten. Das Team berät Kunden, welche sicherheitskritischen Punkte und mögliche Bedrohungen es in ihrer Applikation gibt, und wie hoch das jeweilige Risiko einzustufen ist. Auf dieser Basis erstellt das Team ein DSGVO-konformes Systemkonzept. Ein solches Konzept umfasst alle für die Applikation sicherheitsrelevanten Komponenten und Systeme. Als Broadliner kann Rutronik all diese Komponenten und Systeme mit dem entsprechenden Know-how zusammenführen und optimal aufeinander abstimmen.
Das Kompetenzteam hat zudem in Zusammenarbeit mit den betreffenden Herstellern ein umfassendes Whitepaper erstellt, das auf rund 100 Seiten alle wesentlichen Bereiche behandelt, die für Hard- und Software-Entwickler, Produktmanager und Einkäufer von Bedeutung sind. Das Whitepaper kann kostenfrei heruntergeladen werden.
Das Whitepaper zeigt auch, dass Rutronik ein entsprechendes Produktportfolio aufgebaut hat, das praktisch alle sicherheitsrelevanten Produkten beinhaltet – von spezifischen Security-ICs über Mikrocontroller, Wireless-Chips und -Module, Speicher, Prozessoren, Embedded Boards, Software-Lösungen und Stromversorgungen über Fingerabdruckscanner und Lösungen für die Gesichts- und Iris-Erkennung und reicht bis hin zu Zugangssystemen inklusive Drehkreuzen mit RFID-Leser, RFID-Identitätskarten und 3D-Gesichtserkennung auf Basis der Intel RealSense-Technologie.“
Stand: 08.12.2025
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Welche technologischen Trends sehen Sie für 2018?
Andreas Mangler: „Haupt-Markttreiber ist die Automobilindustrie mit der zunehmenden Elektrifizierung, Fahrer-Assistenzsystemen und LED-basierenden Beleuchtungselementen. Daher rechnen wir mit einer großen Nachfrage nach Leistungshalbleitern, Sensoren, Komponenten zum zukünftigen 48V-Bordnetz sowie LEDs.“
Selbstverständlich wird auch die Digitalisierung im Umfeld von Industrie 4.0 weiterhin für ein überdurchschnittliches Wachstum sorgen, speziell bei der drahtlosen oder netzgebundenen Vernetzung von Systemen, echtzeitfähigen Multiachsen-Antrieben sowie bei bedienerfreundlichen Human-Machine-Interfaces inklusive der schnellen M2M-Kommunikation. Das heißt, die Nachfrage nach entsprechenden Wireless-Lösungen, Displays und Embedded Systemen wird weiterhin stark sein.
„Dabei ist Security unbedingt immer mit zu berücksichtigen – ein weiteres starkes Wachstumsfeld. Da die Industrie die Forderung nach sicherer Vernetzung gemäß der EU-Datenschutzverordnung noch nicht durchgängig als zentrale Aufgabe erkannt hat, rechnen wir hier mit einigen Adhoc-Projekten.“
Welche Bedeutung haben digitale Währungen wie der Bitcoin für die Wirtschaft und den Handel für 2018 und die folgenden Jahre?
Andreas Mangler: „Für das Jahr 2018, insbesondere im aktuellen Zahlungsverkehr mit unseren Kunden und Lieferanten, würde ich dem Bitcoin keine Bedeutung beimessen. Hierzu ist die Kryptowährung zum einen viel zu volatil und zum anderen von Spekulanten bestimmt. Die Gefahr einer immensen Blase ist enorm hoch. Ich denke, es wird zwangsläufig mittelfristig zu einer Bereinigung in der Bewertung kommen. Eine Vorausschau zur Entwicklung von Kryptowährungen im praktischen Zahlungsverkehr für die kommenden Jahre ist aus heutiger Sicht sehr schwierig solange es keine definierten Regularien gibt.“