Werkstoffe China-Konkurrenz zwingt zur Neupositionierung

Redakteur: Gerd Kucera

Die Hanauer VACUUMSCHMELZE (VAC) beabsichtigt als Reaktion auf einen zunehmenden Wettbewerbsdruck vor allem aus China eine globale Neu-positionierung mit umfangreichen Veränderungsmaßnahmen.

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Richard Boulter, VAC: „Eine globale Neupositionierung ist unabdingbar, um den Standort Hanau zu sichern und zu stärken.“
Richard Boulter, VAC: „Eine globale Neupositionierung ist unabdingbar, um den Standort Hanau zu sichern und zu stärken.“
(Bild: VAC)

Die Planungen zur Neupositionierung müssen im Rahmen von Interessen-Ausgleichsverhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern und der IG Metall diskutiert werden. Im Laufe der nächsten vier Jahre könnten hiervon am Firmensitz in Hanau rd. 340 der bisher etwa 1450 Arbeitsplätze betroffen sein, die abgebaut und teilweise in andere Fertigungsstandorte verlagert werden sollen. Das Unternehmen verspricht sich davon eine Sicherung und Stärkung des Standorts Hanau mit seinen verbleibenden Arbeitsplätzen sowie eine deutlich bessere Marktposition. In mehreren Mitarbeiterversammlungen informierte Geschäftsführer Richard Boulter die Belegschaft über Hintergründe und Notwendigkeiten der Überlegungen.

Bereits seit geraumer Zeit ist die VAC am Markt einem zunehmenden Preis- und Kostendruck seitens ihrer Wettbewerber und Kunden ausgesetzt. Insbesondere das Ge-schäftsgebiet Dauermagnete sieht sich einem aggressiven Wettbewerb gegenüber, der in erster Linie auf Überkapazitäten für die Produktion von Selten-Erd-Dauermagneten in China zurückzuführen ist.

Daraus und aufgrund deutlicher Nachteile beim Einkauf der benötigten Rohstoffe gegenüber der Konkurrenz aus China resultiert für dieses Geschäftsgebiet eine zunehmend schwierige Marktposition mit bereits spürbaren Rückgängen im gegenwärtigen Geschäft sowie schwachen Zukunftsaussichten. Eine ähnlich herausfordernde Situation ist bereits heute für das Geschäftsgebiet Halbzeug und Teile abzusehen, der ein ebenfalls verändertes Einkaufsverhalten der Kunden zugrunde liegt, die selbst einem zunehmenden Preis- und Kostendruck ausgesetzt sind.

Aus diesen Gründen hält das Unternehmen eine globale Neupositionierung für unabdingbar, um den Standort Hanau zu sichern und zu stärken, wie Geschäftsführer Boulter der Belegschaft ausführlich erläuterte.

In diesem Zusammenhang gibt es Überlegungen, bestimmte Fertigungsbereiche in andere Standorte zu verlagern. Davon betroffen sind unter anderem die Teilefertigung und Teile der Rascherstarrung des Geschäftsgebiets Halbzeug und Teile. Die Produktion im Geschäftsgebiet Dauermagnete in China soll ausgebaut werden, um auch weiterhin am Marktwachstum teilnehmen zu können und dadurch wieder wettbewerbsfähiger zu werden.

Diese Strategie deckt sich mit der des dritten Geschäftsgebiets Kerne und Bauelemente, das bereits vor einigen Jahren Fertigungsprozesse an kostengünstigere Standorte verlagert hat und damit viele Arbeitsplätze in Hanau sichert.

Auf der anderen Seite betont das Unternehmen ausdrücklich, dass der Standort Hanau als Fertigungsstandort und Innovationszentrum für die Schlüsseltechnologien der VAC bestehen bleiben soll. Er soll gezielt auf die veränderten und sich immer schneller weiter verändernden Märkte ausgerichtet und auf lange Sicht nachhaltig gestärkt werden.

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