Handelsbeschränkungen China genehmigt Import erster H200-KI-Chips

Von Sebastian Gerstl 1 min Lesedauer

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Chinesische Behörden haben die erste Lieferung von H200-KI-Chips des US-Herstellers Nvidia genehmigt. Damit können lange verzögerte Bestellungen großer chinesischer Technologieunternehmen nun umgesetzt werden, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen berichten.

H200 NVL von Nvidia. Nachdem die Exportbeschränkungen der Technologie nach China seitens der USA aufgehoben wurden, hat die chinesische Regierung ersten einheimischen Unternehmen auch explizit den Einkauf der Technologie genehmigt.(Bild:  Nvidia)
H200 NVL von Nvidia. Nachdem die Exportbeschränkungen der Technologie nach China seitens der USA aufgehoben wurden, hat die chinesische Regierung ersten einheimischen Unternehmen auch explizit den Einkauf der Technologie genehmigt.
(Bild: Nvidia)

Die Freigabe umfasst mehrere Hunderttausend Chips. Ein Großteil davon soll an führende Konzerne wie ByteDance, Alibaba und Tencent gehen. Weitere Unternehmen warten demnach auf Genehmigungen in späteren Runden.

Der Schritt beendet eine monatelange Phase der Unsicherheit. Zwar waren die H200-Prozessoren bereits von den USA für den Export freigegeben, doch lag die endgültige Entscheidung über die Einfuhr bei den chinesischen Behörden.

Entlastung für Chinas KI-Ausbau

Der Zeitpunkt fällt mit dem aktuellen China-Besuch von Nvidia-CEO Jensen Huang zusammen. Ob der Besuch direkten Einfluss auf die Entscheidung hatte, ist allerdings unklar.

Die Nachfrage nach leistungsfähiger KI-Hardware ist in China stark gestiegen. Technologieunternehmen investieren massiv in Rechenzentren, um große Sprachmodelle, Cloud-KI-Dienste und Automatisierungslösungen zu betreiben.

Bislang galt nicht die US-Exportpolitik, sondern die Zurückhaltung der chinesischen Regulierer als größtes Hindernis für Lieferungen der H200-Chips. Mit den aktuellen Freigaben signalisiert Peking nun mehr Flexibilität gegenüber strategisch wichtigen Abnehmern.

Zwischen Eigenständigkeit und Abhängigkeit

Der H200 zählt zu Nvidias leistungsfähigsten KI-Prozessoren und liegt deutlich über den bisher in China verfügbaren Modellen. Für besonders rechenintensive Anwendungen gelten die Chips als kaum ersetzbar.

Zwar entwickeln chinesische Anbieter wie Huawei eigene KI-Beschleuniger, diese werden jedoch allgemein als weniger leistungsfähig eingeschätzt. Die begrenzte Öffnung für Importe deutet darauf hin, dass kurzfristige Infrastrukturbedarfe Vorrang erhalten.

Gleichzeitig bleiben Engpässe wahrscheinlich. Berichten zufolge haben chinesische Unternehmen Bestellungen in Millionenhöhe aufgegeben, was die kurzfristigen Produktionskapazitäten von Nvidia deutlich übersteigt. Unklar ist zudem, nach welchen Kriterien weitere Importfreigaben erfolgen.

Die Entscheidung zeigt einen pragmatischen Kurswechsel Chinas. Während die Regierung weiterhin auf technologische Eigenständigkeit setzt, erkennt sie zugleich die Bedeutung moderner KI-Infrastruktur für Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftliches Wachstum an.(sg)

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